10.12.2018 18:40 Uhr - Europameisterschaft - Felix Buß

Xenia Smits: "Können aus der Niederlage gegen Ungarn sehr viel lernen"

Xenia SmitsXenia Smits
Quelle: sportseye.de
Xenia Smits blickt, wie jede Profisportlerin, am liebsten nach vorne. Das gilt auch nach der knappen Niederlage gegen Ungarn am Sonntag, aus der das Team jedoch einiges lernen könne. 16 Stunden später sprachen wir mit der 24-Jährigen über aktuellen Stand in dem Entwicklungsprozess, den die DHB-Auswahl unter Bundestrainer Henk Groener durchläuft. Zwei Ruhetage verbleiben, dann folgt am Mittwoch das letzte Hauptrundenspiel gegen die erfahrenen Niederländerinnen. Smits hält die Abwehrleistung ihrer Mannschaft für wegweisend, im optimalen Fall Richtung Finalrunde in Paris.

Xenia, am Tag nach der 25:26-Niederlage gegen Ungarn, wie fällt dein Rückblick auf dieses Spiel aus?

Xenia Smits:
Klar ist da noch Enttäuschung. Man muss aber auch sagen, dass wir gut mitgehalten haben. Wir sind zwar lange ein bisschen hinterhergelaufen, haben es aber dann doch geschafft, das Spiel so zu drehen, dass wir mit einem Tor vorne lagen.

Leider haben wir es dann nicht geschafft, einen Punkt oder vielleicht sogar zwei mitzunehmen. Wir können das jetzt nicht mehr ändern.

Man kann diese Niederlage wirklich nicht an einem bestimmten Fehler, einem verworfenen Ball festmachen. Es sind viele Kleinigkeiten. Diese Dinge zu verbessern, daran müssen wir weiter arbeiten. Wir werden aus diesem Spiel sehr viel lernen. Jetzt ist voller Fokus auf Mittwoch angesagt!

Der Bundestrainer wechselt relativ viel im Rückraum. Ihr als Rückraumspielerinnen seid auch auf unterschiedlichen Positionen gefordert. Ist es dir leichtgefallen, dich auf dieses Spielkonzept im Angriff einzulassen?

Xenia Smits:
Klar bedarf ein solches Konzept einer gewissen Anpassung durch die Spielerinnen. Man muss sich auch taktisch anders auf ein Spiel vorbereiten. Wichtig für mich ist, dass der Trainer mir vertraut, dass ich diese verschiedenen Rollen ausfüllen kann. Leicht ist es nie, im Spiel die angestammte Position zu verlassen, aber ich denke, dass das im bisherigen Turnier allen ganz gut gelungen ist.

Wie beurteilst du die Angriffsleistung der deutschen Mannschaft im bisherigen Turnier insgesamt?



Xenia Smits:
Ich finde, wir machen das bisher ziemlich gut. Man kann vielleicht sagen, dass wir noch nicht auf einem gleichmäßigen Niveau angekommen sind, das wir ständig abrufen können.

Mir ist aufgefallen, dass euer Kreisläuferspiel gegen Ungarn nicht ganz so gut funktioniert hat wie in den meisten Spielen vorher...

Xenia Smits:
Ich glaube, die Ungarinnen haben es besser oder anders erkannt, welche unserer Spielerinnen gefährlich war, als die Gegner vorher. Sie sind oft im richtigen Moment aus der Deckung herausgetreten. Wir hatten in den Spielen vorher teilweise ein sehr gutes Kreisläuferspiel, aber für mich ist das kein besonders auffälliger Punkt im Spiel gegen Ungarn.

Was war aus deiner Sicht auffällig, positiv oder negativ?

Xenia Smits:
Die Abwehr war wieder recht gut, vor allem in der ersten Halbzeit. Im Großen und Ganzen liefern wir häufig folgendes Bild ab: Nichts funktioniert super, aber alles ganz gut.

Das ist ein ganz gutes Niveau für unsere aktuelle Situation in unserem Entwicklungsprozess als Mannschaft. Am besten wäre es natürlich, wenn alles super funktionieren würde, aber das kriegen wir noch nicht so richtig hin. Daran, es immer wieder besser zu machen, arbeiten wir.

Am Mittwoch geht es nun gegen die Niederlande. Worauf müsst ihr in diesem Spiel am meisten achten?



Xenia Smits:
Wir müssen eine starke Abwehr hinstellen und volle Pulle hinten raus nach vorne spielen. Wir haben nichts mehr zu verlieren. Wir sind hier in der EM-Hauptrunde in Nancy angekommen. Ob es nun nach Paris weitergeht, ist nicht nur von uns abhängig. Wir wollen einfach noch einmal hundert Prozent geben und dann schauen wir, was dabei rauskommt.

Gegen die Niederlande erwartet uns auf jeden Fall eine gute Abwehr. Sie sind sehr stark im Eins-gegen-Eins, sie haben auch gute Flügelspielerinnen. Es gibt auf jeder Position etwas Besonderes. Wir müssen sehen, dass wir wieder kompakt in der Abwehr stehen um ihnen ihre Stärken möglichst gut zu nehmen.

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