09.12.2018 19:32 Uhr - Europameisterschaft - fcb

Niederlande demonstrieren nach Groot-Ausfall gegen Rumänien Stärke

15 Paraden (42 %): Tess Wester15 Paraden (42 %): Tess Wester
Quelle: sportseye.de
Das Spitzenspiel der Gruppe II am Sonntagabend in Nancy zwischen den Niederlanden und Rumänien konnte auch als vorweggenommenes Halbfinale durchgehen. Auf dem Papier waren die Rumäninnen als Spitzenreiter mit gutem Torverhältnis favorisiert. Am Ende einer von Zweikämpfen geprägten ersten Halbzeit, in der Groot früh ausgefallen war, lag Oranje mit 11:10 vorne. Danach spielten die Niederlande sich phasenweise in einen Rausch und siegten mit 29:24. Ihre nächsten Gegner sind Norwegen (Dienstag) und Deutschland (Mittwoch). Rumänien trifft noch auf Spanien und Ungarn.

Die rumänische Mannschaft hat sich im bisherigen Turnier dadurch ausgezeichnet, dass sie nicht mehr so sehr wie früher von der Tagesform ihrer Starspielerin Cristina Neagu abhängig ist, auch wenn sie zunächst ein Zuspiel setzte und dann selbst einen Versuch zu treffen unternahm. In der dritten Spielminute war das Spiel derweil noch torlos. Zwei Zeigerumdrehungen später stand es 3:0 für die Niederlande. Nycke Groot, der Star der Niederländerinnen, hatte per Siebenmeter und nach einem Durchbruch getroffen, überdies Smeets auf dem linken Flügel in Szene gesetzt.

Für Nycke Groot endete das Spiel bereits nach sechseinhalb Minute. Debbie Bont stolperte nach dem 3:1 im Rückzug unglücklich über Groot, die danach behandelt wurde und in den Katakomben verschwand. Polman übernahm entfachte Druck und sorgte für eine Zeitstrafe gegen Udristoiu. Abbingh scheiterte danach aber beim Siebenmeter an Yuliya Dumanska und Dragut glich trotz Unterzahl zum 3:3 (12.) aus. Die Rumäninnen nutzten die aufkeimende Verunsicherung bei Oranje nach dem Verlust ihrer wichtigsten Feldspielerin und kämpfen sich ins Spiel.

Die Niederlande entwanden sich ihres Tiefs. Allen voran drehte Abbingh auf und hielt ihre Farben mit guten Aktionen und Anspielen vorne. Gegentreffer in Überzahl gefielen dem rumänischen Trainer gar nicht. Ambrosio Martin drückte nach Smeets´ 6:5-Treffer (16.) den Buzzer zur Auszeit. Neagu und Pintea drehten das Spiel in den nächsten Momenten. Kurz darauf holten sich die Niederlande die Führung zurück. Dulfer verpasste dabei nach einem Steal die 9:7-Vorlage und Chiper egalisierte in diesem von zahlreichen Unterbrechungen geprägte Duell den Spielstand wieder.

Bei Halbzeit trennten sich die Niederlande und Rumänien mit 11:10. Die sieben Paraden von Tess Wester, Dumanska und Dedu verzeichneten zusammen vier Reflexe, waren entscheidend für diese Vorlage. Die Rumäninnen versuchten nach Wiederanpfiff mit Einlaufen für mehr Raum am gegnerischen Kreis zu sorgen. Buceschi nutzte nach 33 Minuten die erste so herausgespielte Chance zum 12:11. Insgesamt ging die Rechnung von Ambrosio Martin für die Osteuropäerinnen in dieser Phase nicht auf: Wester und Bont besorgten geschwind das 15:11 (36.), die erste Vier-Tore-Vorlage.

Das Spiel ging seit dem Seitenwechsel nur noch in eine Richtung. Die Niederländerinnen bauten ihre Führung im weiteren Verlauf mit allem, was sie hatten, weiter aus, und sie fanden dabei fast immer die von Helle Thomsen geforderten spielerischen Lösungen, etwa Abbingh mit einem Klassewurf beim 20:13 (43.). Die Deckung war inzwischen herausragend zu nennen. Rumänien tat sich schwer, Die Miene von Spielmacherin Eliza Buceschi während einer Auszeit sprach Bände. Oranje hatte sich in einen Rausch gespielt, von dem auch das temporeich herausgespielte 23:16 (50.) von Smeets zeugte.

Nur sechs Gegentreffer innerhalb von 20 Minuten: Den bravourös spielenden Niederländerinnen war die Spitzenposition der zweiten Hauptrundengruppe kaum mehr zu nehmen. Polman, Abbingh und die Außen Smeets und Bont funktionierten im Angriff prächtig, zwanzig Tore gingen beim 25:19-Stand (53.) auf das Konto der vier. Tess Wester sicherte hinter der ebenso souveränen Deckung den vielleicht wegweisenden Erfolg ab. Bei Rumänien versuchte Buceschi zwar alles, doch der WM-Fünfte hatte als Team zu wenig zu bieten. Mit 29:24 gelingt den Niederlanden ein wichtiger Erfolg.

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