10.12.2018 08:10 Uhr - 2. Bundesliga - PM Vereine, red

TV Beyeröhde-Wuppertal sorgt für die nächste Überraschung

Johanna HeldmannJohanna Heldmann
Quelle: TVB
Wer hätte das gedacht - trotz aller widrigen Umstände der letzten Wochen, besiegt der TVB Wuppertal auch das nächste "Schwergewicht" der 2. Liga in eigener Halle. Beim VFL Waiblingen gab es einen 34:30-Erfolg für die Handballgirls, trotz verkorkster erster Spielhälfte.

Rund 400 Zuschauer in der Waiblinger Rundsporthalle sahen im ersten Spielabschnitt eine richtig gute Zweitliga-Partie. Der Gastgeber fand nach leichter Anfangsnervosität und dem 1:2-Rückstand schnell in die Begegnung. Der VfL lief aus einer aufmerksamen Abwehr heraus viele erfolgreiche Temogegenstöße, und auch der Waiblinger Rückraum bewies Durchchlagskraft. Zudem zeigte sich Mandy Hoogenboom im Waiblinger Kasten als reaktionsschneller Rückhalt ihres Teams.

Bereits nach 10 Minuten war Wuppertals Toptorschützin Ramona Ruthenbeck verletzt ausgefallen, sodass der TVB trotz Rückkehr von Katharina Hufschmidt wieder nur zwei Wechselmöglichkeiten hatte. Aber auch die Leistung der Wuppertalerinnen ließ zunächst zu wünschen übrig. Trainer Schwarzwald bemängelte, dass die taktischen Vorgaben nicht ausreichend umgesetzt wurden, so dass in der Konsequenz die "Tigers" zur Halbzeit mit 18:14 vorne lagen und ergänzt: "Dafür, dass wir alles anders gemacht haben, als wir es uns vorgenommen hatten, waren wir zu diesem Zeitpunkt sogar noch gut im Spiel."


Dabei überragte bei den Tigers Tina Welter im ersten Spielabschnitt mit ihrer Schnelligkeit und Treffsicherheit, sowohl bei den Tempogegenstößen als auch von der Rechtsaußenposition. Eine entsprechend harsche Halbzeit-Ansprache zeigte Wirkung - recht schnell konnten die Handballgirls nach Wiederanpfiff verkürzen, auch wenn vieles nach Vanessa Naglers Doppelpack zum 20:15 noch auf einen Heimerfolg deutete. Schwarzwald stellte außerdem die TVB-Deckung auf 5:1 um und beorderte "Katta" Hufschmidt als "Abfangjäger" auf die Spitze. Diese Maßnahme schmeckte den Gastgeberinnen überhaupt nicht.

Waiblingens Angriff kam mit der nun weit vorgezogen deckenden und quirligen Katharina Hufschmidt überhaupt nicht zu recht. Der Spielfluss ging verloren und der VfL produzierte serienweise technische Fehler und Fehlpässe, selbst über kurze Distanzen. Kämpferisch war dem VfL-Team nichts vorzuwerfen, aber der Erfolg wurde nun fast nur noch im Eins-gegen-Eins gesucht, was die robusteren Gästespielerinnen jedoch gut unterbanden. Auch scheiterten die VfL-Werferinnen jetzt zu häufig vom Siebenmeter-Strich und aus anderen aussichtsreichen Positionen heraus an der stark haltenden Gästetorhüterin Dana Centini.

Der VfL verlor zusehends den Faden und auf der anderen Seite führte nun Linkshänderin "Jojo" Heldmann auf der Rückraum-Mitte geschickt Regie und erzielte außerdem in dieser Phase fünf ihrer gesamt sieben Treffer. Ab der 50. Spielminute war dann "der Drops gelutscht" und die Handballgirls konnten ihren Vorsprung geschickt über die Zeit bringen. Beyeröhde drehte auf, den 19:22-Rückstand in nur sechs Minuten zur 23:22-Führung um und dominierte die Schlussviertelstunde. Der letzte Hoffnungsschimmer des VfL auf wenigstens noch einen Punkt erlosch mit dem dritten vergebenen Strafwurf und dem Treffer zur 30:25-Führung der Gäste im Gegenzug knapp fünf Minuten vor dem Ende.

Gästetrainer Martin Schwarzwald sah in der Umstellung seiner Abwehr auf 5:1 und im Einsatzwillen seiner Spielerinnen den Schlüssel zum Erfolg. "In der ersten Halbzeit konnten wir unser Spielkonzept überhaupt nicht umsetzen, dann hat mein Team jedoch großartig gekämpft und den längeren Atem gezeigt." Waiblingens Trainer Nicolaj Andersson analysierte in der Pressekonferenz, dass sein Team durch die drei schnellen Gegentore nach der 20:15-Führung für 20 Minuten den Rhythmus komplett verloren hat. "Wir haben dann zu viele individuelle und technische Fehler gemacht. Erst in den letzten fünf Minuten konnten wir wieder an das gute Spiel der ersten Halbzeit anknüpfen."