09.12.2018 16:56 Uhr - Europameisterschaft - Dominik Schreier

Wichtiger Punkt für Gastgeber: Abwehrschlacht zwischen Schweden und Frankreich endet mit Remis

Filippa Idehn zeigte eine starke Leistung - am Ende verfehlte Schweden den erhofften Sieg aber knappFilippa Idehn zeigte eine starke Leistung - am Ende verfehlte Schweden den erhofften Sieg aber knapp
Quelle: sportseye.de
Sowohl Frankreich wie auch Schweden verfehlten am heutigen Nachmittag den erhofften Sieg. Die eigentlich für den gestrigen Samstag angesetzte Begegnung, die aufgrund der öffentlichen Proteste in Frankreich um einen Tag verlegt worden war, wurde zu einer Abwehrschlacht. Dies zeigte sich insbesondere zwischen der 40. und 50. Minute, als keinem der beiden Teams ein Tor gelang. Schweden legte größtenteils vor, versuchte am Ende mit der siebten Feldspielerin den Sieg zu erzwingen. Doch es blieb beim 21:21, ein Punkt, der Frankreich mehr hilft - mit einem Sieg gegen Serbien hat der Gastgeber das Ticket ins Halbfinale weiterhin in der eigenen Hand.

Schweden stand im Duell mit dem Gastgeber heute unter Erfolgsdruck, nach dem 28:30 gegen Montenegro standen 2:4 Punkte zu Buche und lediglich ein Sieg würde die Chance auf das Halbfinale aufrecht erhalten. Frankreich konnte sich allerdings trotz des 29:23 zum Auftakt der Hauptrunde gegen Dänemark ebenfalls keine Niederlage leisten, aus der Vorrunde wurden nach der Niederlage im Eröffnungsspiel gegen Russland bereits zwei Minuspunkte mitgeschleppt.

Den besseren Start erwischte Schweden, Olivia Mellegard sorgte mit einem Heber gleich im ersten Angriff für die erste Führung und Hanna Blomstrand und Isabelle Gullden legten zum 3:0 nach. Frankreich scheiterte unterdessen mit einem Siebenmeter, allerdings vergab auch Schweden auf der Gegenseite aus der gleichen Distanz. Nach über fünf Minuten brachte Außen Laura Flippes dann aber die Gastgeberinnen erstmals auf die Anzeigetafel und gab das Startzeichen für einen umkämpften Schlagabtausch.

Beide Teams arbeiteten gut in der Deckung, auch wenn der französische Verbund einige Probleme mit dem gut aufgelegten Rückraum der Schwedinnen hatte. Diese kamen zudem auch ab und an zu einfachen Treffern aus dem Umschaltspiel heraus und hielten bis zum 5:2 zunächst die Drei-Tore-Führung. Ein Doppelschlag von Orlane Kanor brachte Frankreich dann auf ein Tor heran, die Chance auf den Ausgleich vergaben die Gastgeberinnen aber. Schweden zog wieder auf 7:4 davon, dank der Paraden von Amandine Leynaud kam Frankreich aber wieder auf.



Nach einer weiterer Glanztat der Torfrau konnte Pauline Coatena dann im Gegenstoß den ersehnten Ausgleichstreffer zum 9:9 setzen. Doch Schweden legte weiter vor: Die erneute Führung von Jenny Alm konnte Pauline Coatena noch einmal ausgleichen, doch Frankreich lief sich im Positionsangriff nun immer wieder fest. Insbesondere in Unterzahl, in die die Gastgeberinnen nun gerieten. Schweden nutzte die Chance, setzte drei Treffer in Serie zum 13:10 und legte so den Grundstein zum 14:11-Pausenstand, den Linn Blohm vom Kreis besiegelte.

Den ersten Abschnitt hatten die Deckungsreihen bereits dominiert, im zweiten übernahmen die Deckungsformationen vollends das Kommando. Zunächst fielen allerdings noch Treffer: Jamina Roberts sorgte mit einem Distanzwurf zum 15:11 für eine Vier-Tore-Führung, doch nach dem 17:13 konnte Frankreich dann auf zwei Tore verkürzen. Ein 18:16 stand in der vierzigsten Minute auf der Anzeigetafel - und sollte dort auch noch in der fünfzigsten stehen. Zehn Minuten lang, gelang keinem der Teams ein Treffer, auch weil die eingewechselte Laura Glauser bei Frankreich und Schwedens Filippa Idehn sich mit Glanztaten überboten. Idehn nahm beispielsweise auch gleich zwei freie Konter weg, bevor dann Hanna Blomstrand den Stillstand mit ihrem Treffer zum 19:16 beendete.

Der Treffer weckte allerdings nicht nur die Anzeigetafel, sondern auch die französische Auswahl auf: Alexandra Lacrabere traf von der Siebenmeterlinie und Manoun Houlette legte in Überzahl den Anschlusstreffer nach. Frankreich störte sich dann auch an einer eigenen Auszeit nicht, aus dem Rückraum erzielte Alexandra Lacrabere den Ausgleich zum 19:19 und leitete die nervenaufreibenden letzten fünf Minuten ein. Nathalie Hagman traf, Orlane Kanor antwortete. Linn Blohm warf Schweden erneut in Vorlagem, doch wieder war Orlane Kanor mit dem 21:21 da.

Über zwei Minuten verblieben, die Chance auf den Sieg konnte aber keines der beiden Teams nutzen - auch weil Glauser und Idehn erneut zur Stelle waren und mit ihren Paraden am Ende das 21:21 besiegelten. Schweden war dabei kurz vor Ende volles Risiko gegangen, hatte es mit einer siebten Feldspielerin versucht - denn Frankreich hilft der Punkt wesentlich mehr als den Skandinavierinnen, die nun bei 3:5 Punkten stehen und das Halbfinale aus den Augen verlieren. Frankreich kann hingegen 5:3 Punkte vorweisen und hätte mit einem Sieg gegen Serbien weiterhin intakte Chancen auf die Medaillenspiele.

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