badfetish.org tryfist.net trydildo.net

08.12.2018 18:06 Uhr - Europameisterschaft - Felix Buß

Emily Bölk: "#GirlsJustWannaHaveFun passt momentan echt am besten"

Emily BölkEmily Bölk
Quelle: sportseye.de
Emily Bölk ist mit ihren 20 Jahren schon eine der Leistungsträgerinnen im deutschen Team. In Abwehr und Angriff spielt sie eine wichtige Rolle. Wir sprachen nach dem 29:23 (17:9)-Erfolg gegen Spanien zum Auftakt der Hauptrunde bei der EM in Frankreich noch einmal ausführlich mit der Rückraumspielerin und erhalten nicht nur ein tiefes Stimmungsbild aus der Mannschaft, sondern auch Einblicke in die Spielvorbereitung. Bölk freut sich auch schon auf den ersten freien Nachmittag im Turnier. Das wird am Montag sein, nach dem zweiten Hauptrundenspiel gegen Ungarn.

Gegen Spanien ist euch ein richtig gutes Spiel gelungen. Was hat aus deiner Sicht dazu geführt, dass ihr das so gut umsetzen konntet?

Emily Bölk:
Gute Frage... Ich denke, dass wir in den ersten Spielen dem Druck, der eigentlich von außen gar nicht vorhanden war, den wir uns ein bisschen selbst gemacht haben, nämlich unbedingt die EM-Hauptrunde zu erreichen, einfach gerecht werden wollten. Die Erwartungen waren ja nach dem Sieg gegen Norwegen noch ein wenig höher gestiegen. Mit dem Einzug in die Hauptrunde konnten wir sozusagen einen Haken dahinter machen. Daher konnten wir gegen Spanien locker aufspielen.

Es hat gegen Spanien einfach gut funktioniert. Die Abwehr stand von Anfang an richtig stark. Dinah (Eckerle, Anm. d. Red.) hinten drin war überragend. läuft es natürlich auch. Dann können wir mit Tempo nach vorne gehen. Wenn unsere Torfrauen auch mal freie Bälle oder einen Siebenmeter halten, die Zusammenarbeit zwischen Abwehr und Torwart einfach hundert Prozent stimmt, geht unglaublich viel. Aber auch den Positionsangriff konnten wir gegen Spanien souverän und clever ausspielen. Wir haben echt gute Chancen gehabt. Und das gibt natürlich enorm Selbstvertrauen. Dann haben wir das einfach durchgezogen.

Du hast es angesprochen, der Positionsangriff hat gegen Spanien auch besser funktioniert als gegen Rumänien oder Tschechien vorher?

Emily Bölk:
Ich kann nicht genau sagen, warum es so gut funktioniert hat. Vielleicht, wenn die Abwehr besser steht und man sich da die Sicherheit holt, dann hat man auch im Spiel nach vorne mehr Mut. Ich hoffe natürlich, dass es so weitergeht und wir mit dieser Lockerheit weiterspielen können. Es zeichnet uns auch aus, dass die Spielerinnen, die reinkommen, alle ihre Tore machen. Unsere Kreisläuferinnen finden wir und die laufen sich frei. Da haben wir eine breite Qualität im Kader.

Was hat Henk Groener euch nach dem Spiel gesagt? "Nicht abheben", oder wie ist die Stimmung gerade?

Emily Bölk:
Diese Gefahr besteht glaube ich nicht! Wir haben einfach gemerkt, dass wir am besten fahren, wenn wir von Spiel zu Spiel denken und locker bleiben, einfach mal sehen, was auf uns zukommt. Ich habe auch bemerkt, dass ein paar von den Mädels schon einen coolen Hashtag verwendet haben, #GirlsJustWannaHaveFun. Und ich glaube, das passt momentan echt am besten: Wenn wir Spaß haben an unserem Spiel und einfach unser Ding durchziehen - und es eigentlich egal ist, ob wir damit jetzt ins Halbfinale kommen oder nur um die Plätze spielen -, dann können wir echt guten Handball auf die Platte bringen, dann können wir es jedem Gegner echt schwermachen.

Gibt es irgendwelche Rituale, um in diesen positiven Flow reinzukommen?

Emily Bölk:
Nein. Es ist eigentlich diese gute Grundstimmung, die hier herrscht, dass wir nicht zu verbissen an die Aufgaben herangehen. Wir müssen ein Stück weit den Kopf ausschalten in dem Sinne, dass wir uns nicht zu viele Gedanken machen, was wäre wenn und wie müssen wir spielen. Wenn wir das einfach hinter uns lassen und uns einfach nur auf den nächsten Gegner konzentrieren und unsere Aufgaben erfüllen und Spaß am Spiel haben, wenn wir auf uns vertrauen und unser Spiel durchdrücken, dann läuft es eigentlich fast von alleine.

Wie sieht nun die Vorbereitung auf das Spiel gegen Ungarn am Sonntag aus?

Emily Bölk:
Bisher habe ich noch nicht so viel von Ungarn gesehen, aber ich hole mir später noch Video-Zusammenschnitte und werde mir ein bisschen was angucken. Am Abend vor dem Spiel bekommen wir eigentlich vom Trainerteam die wichtigsten Sachen gezeigt. Ungarn hat, denke ich, ein recht ähnliches Spiel wie Spanien. Sie gehen viel eins gegen eins. Sie wollen eher in den Neun-Meter-Raum, ziehen eher nicht von weiter Distanz ab. Sie spielen auf jeden Fall sehr schnell. Viele von ihnen haben internationale Erfahrung, spielen Champions League und Europacup. Es ist auf jeden Fall ein sehr starkes Team. Ich bin sehr gespannt. Ich spiele zum ersten Mal gegen Ungarn.

Was heißt "Spielvorbereitung" heutzutage? Hat da jeder sein Tablet und schaut dann individuell, was nötig ist, um mit einem guten Gefühl ins Spiel zu gehen?

Emily Bölk:
So in etwa. Meistens starten wir mit einer Mannschaftspräsentation, damit man weiß, gegen wen es geht. Da werden Schlüsselszenen gezeigt, was eine bestimmte Spielerin des Gegners gerne macht. Dann machen die Trainer meistens noch so eine grobe Präsentation: Welche sind die häufigsten Auftakthandlungen, was spielen sie, was sind die Besonderheiten, welche sind die Schlüsselspielerinnen? Darauf aufbauend kann jeder noch einmal selbst für sich entscheiden: Okay, reicht das für mich? Oder hole ich mir noch mal ein paar Szenen Angriff oder Abwehr? Oder schaue ich lieber noch mal meine Szenen an vom letzten Spiel?

Da sind wir sehr flexibel und haben auch einen großen Entscheidungsspielraum, in welchem Umfang wir Input haben wollen. Unser Video-Analyst ?ukasz (Kalwa, Anm. d. Red.) ist da echt super. Der schickt uns immer schnell rüber, was wir brauchen.

Das gibt einem dann wohl auch ein gutes Gefühl, gut gerüstet in eine Partie hineingehen zu können?

Emily Bölk:
Auf jeden Fall! Man muss halt in sich selbst hineinhören: Ist der Kopf schon voll? Dann reicht es mir jetzt. Oder ich habe noch kein Gefühl für eine bestimmte Gegenspielerin. Da kann man sich ganz flexibel vorbereiten.

Spricht man dann auch im Team viel über den nächsten Gegner oder bleibt auch Zeit für andere Dinge als Handball?

Emily Bölk:
Abends sitzen wir eigentlich immer zusammen und spielen ein bisschen Karten. In Brest, in der Vorrunde, war das Hotel leider, ähnlich wie hier in Nancy, etwas weiter draußen. Da war nicht so viel außen herum. Man konnte zwar mal spazieren gehen. Aber Bummeln oder so etwas war eher schwierig. Bisher haben wir die Zeit gut rumgekriegt. Die Stimmung im Team ist ja auch super. Es ist nicht so, dass jeder nur auf dem Zimmer hockt. Wir machen auch im Hotel viel zusammen.

Ich glaube, das erste Mal richtig frei haben wir am Montag. Nach dem Ungarnspiel sind zwei Tage spielfrei. Den Montagnachmittag dürfen wir selber gestalten. Ich habe nur noch nicht getestet, wie weit es tatsächlich vom Hotel bis ins Stadtzentrum von Nancy ist und wie wir dahin kommen. Da muss ich mich noch informieren?

» Frauen-EM: Livestream
» Frauen-EM: Spielplan
» Frauen-EM: Übersicht und News

08.12.2018 - "Eine wahnsinnige erste Halbzeit" - Deutsche Frauen dürfen weiter vom Halbfinale träumen

08.12.2018 - Ina Großmann: "Gegen Spanien haben wir den ersten Schritt gemacht, das hier zu genießen"

08.12.2018 - EM-Torschützinnen: Montenegrinerinnen stoßen in Spitzengruppe vor, Eckerle mit drittmeisten Paraden



cs