07.12.2018 15:23 Uhr - 2. Bundesliga - PM Vereine, red

"Können uns gefährlich werden" - Kirchhof empfängt Trier zum Duell der Gegensätze

Trainer Christian Denk warnt vor Trier.Trainer Christian Denk warnt vor Trier.
Quelle: SG 09
Das Schlusslicht kommt zum Tabellenachten. Eine klare Sache also, oder? Für Christian Denk nicht. "Die können uns durchaus gefährlich werden", sagt der Trainer der SG 09 Kirchhof über die DJK/MJC Trier, die am Samstag (18 Uhr) beim heimischen Handball-Zweitligisten gastiert.

Zur individuellen Klasse des Ex-Meisters aus Trier, der wieder auf seine litauische Nationalspielerin Dovile Ilciukaite zurück greifen kann, gesellen sich bei der SG 09 Kirchhof eigene Baustellen, die in besonderem Maße die 26:29-Heimniederlage gegen den VfL Waiblingen offenbarte.

Also wurden die freien Trainingstage gestrichen und die Spielpause (durch die Verlegung des Spiels gegen Herrenberg) genutzt, um insbesondere an der eigenen Abwehr zu arbeiten. "Wir haben zuletzt viel zu wenig Zweikämpfe gewonnen", beschreibt der SG-Coach ein Manko, das im Widerspruch zum sonst so druckvollen Deckungsverhalten seiner Mannschaft steht: "Da müssen wir gegen Trier wieder hin." Um beispielsweise das wurfgewaltige Rückraumduo Szabo/Houben an die Kette zu legen.

Ein weiteres SG-Problem: Die Mannschaft, die in der letzten Rückrunde fast in jedem Spiel glänzte, hat in der zweiten Saison nach dem Wiederaufstieg zumindest taktisch ihren Schrecken verloren. Die Gegner wissen sich besser auf sie einzustellen, etwa auf die offensiven "Halben" der Kirchhofer 6:0-Formation, die Waiblingen mit "einfachen" Übergängen knackte. Umso mehr kommt es laut Denk auf "individuelle Klasse und Selbstbewusstsein" an.

Und wohl auch auf die erhofften Impulse der Neuzugänge, die bisher ausblieben. Hoffnung macht die positive Entwicklung von Alena Breiding, die von Iva van der Linden wurde durch einen Kreuzbandriss der Holländerin abrupt gestoppt. "Dagegen hinken die Königstransfers, die Ex-Erstligaspielerinnen Michelle Urbicht und - noch mehr - Sandra Szary, den Erwartungen hinterher", so der Pressedienst der SG.

Die Linkshänderin sollte eigentlich für die dringend nötige Torgefahr aus der zweiten Reihe sorgen, kommt aber bisher nur sporadisch zum Zuge. Ihr Durchbruch steht nach langer Verletzungspause noch aus, so dass der Kirchhofer Trainer gegen Trier wohl wieder mit drei Rechtshänderinn (Sabljak, Boonkamp, Urbicht) oder mit der wendigen Leona Svirakova im Rückraum agieren wird.

Dass Laura Nolte trotz wenig Training wieder im Kader (und im Einsatz) ist, spricht nicht gegen Karolina Bijan, sondern ist den fehlenden Alternativen über außen geschuldet. "Obwohl auch die Polin zuletzt enttäuschte, vorne zauderte und hinten wackelte", wie der Pressedienst der SG berichtet. Doch die Formkrise der Rechtsaußen sei, so Denks Erwartung, wohl schnell zu beheben: "Sie kommt bestimmt bald zurück."

Am besten schon gegen den Tabellenletzten. Weil die Tabelle zwar nicht lügt, aber auch nicht die volle Wahrheit über die Schützlinge von Elena Vereschako sagt. Was bisher in allen Auswärtsspielen galt, ändert sich für den Ex-Meister dabei auch in Kirchhof nicht: Die Miezen sind beim Tabellenachten Außenseiter, obwohl sich die Vorzeichen gegenüber der Vorwoche in Rödertal gebessert haben.

Erstens verringert sich die Anreise von 660 km auf 350 km, dann ist die zuletzt so starke Dovile Ilciukaite wieder im Kader, die zwischenzeitlich für das litauische Nationalteam unterwegs war. Damit haben sich die positiven Fakten aber schon erschöpft. Torfrau Melanie Eckelt war beruflich in der Türkei, Dora Simon-Varga ist erkrankt, Maja Zrnec laboriert an einer Verletzung der Patellasehne, Linsey Houben hat eine Entzündung im Fuß.

Trainerin Elena Vereschako ist nicht zu beneiden - ein effektives Training ist mit einem so dezimierten Kader kaum umzusetzen. "Wir können diese Situation aktuell nicht ändern. Wir müssen sie annehmen", sagt Vereschako und hofft auf die Fortsetzung des zuletzt erkennbaren Trends, dass die Abwehrleistungen ihrer Schützlinge immer besser wurden. Kirchhof hatte sie im Vorfeld der Saison höher eingeschätzt, stellt aber gleichwohl fest: "Sie spielen einen sehr schnellen und variablen Handball. Wir müssen unsere Fehlerquote gering halten."

"Trier hat immer noch sehr, sehr gute Spielerinnen", so Kirchoofs Trainer Christian Denk, "und ich habe den Eindruck, dass die Stimmung trotz des derzeit letzten Tabellenplatzes immer besser wird". Die Ergebnisse sprechen jedenfalls dafür. "Ein Unentschieden gegen die SG H2Ku Herrenberg und ein Sieg gegen den SV Werder Bremen zeigen wie gefährlich diese Mannschaft sein kann", warnt der Pressedienst der SG.

Kirchhofs Kapitänin Christin Kühlborn ergänzt: "Der Tabellenstand des Gegners interessiert uns wenig und darf nicht täuschen. Konzentriert und mit vollem Fokus auf einen Sieg, schaffen wir es, das schwere Spiel zu gewinnen." Die Kirchhöfer Löwinnen spielen in Bestbesetzung. Lediglich die Langzeitverletzte Iva van der Linden fehlt. Sie wurde von Mannschaftsarzt Dr. Gerd Rauch am Kreuzband operiert und muss bis Saisonende pausieren.

"Es hat schon Tradition, dass das Heimspiel am 2. Adventswochenende eine besondere Atmosphäre bietet, denn die engagierten Ehrenamtlichen der SG 09 verwandeln die Stadtsporthalle in einen kleinen Adventsbasar", berichtet die SG 09 Kirchhof von der besonderen Partie, die bevorsteht. Dabei findet auch eine Weihnachtsverlosung statt, bei der als 1. Preis eine Weihnachtsgans aus Ostheim winkt. Aber auch eine Kindertombola findet wieder statt. Dieses Jahr ist der Hauptgewinn ein hochwertiges 24er Kinderfahrrad in neongrün.

Seit vielen Jahren liegt die Vorbereitung und Organisation der beliebten Adventsatmosphäre in den bewährten Händen der Gesellschafterinnen Monika Schönewolf, Andrea Holl sowie Renate und Gisela Denk. Dieses Jahr gibt es aber noch ein besonderes Highlight: Es werden selbst entworfene und gebastelte Deko-Artikel verkauft, deren Erlös dem Mädchenhandball der SG 09 zu Gute kommen soll.

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