05.12.2018 20:58 Uhr - Europameisterschaft - jun

Tschechien nach Luzumova-Verletzung unter Schock: "Hat das Spiel entschieden"

Iveta Luzumova erzielte trotz Verletzung zehn Tore und wurde zur "Spielerin des Spiels" gewähltIveta Luzumova erzielte trotz Verletzung zehn Tore und wurde zur "Spielerin des Spiels" gewählt
Quelle: Michael Schmidt
Tschechien muss nach drei Niederlagen bei der Europameisterschaft bereits die Heimreise antreten. Das entscheidende Spiel gegen Deutschland verlor das Team von Jan Basny mit 28:30 (16:16) - auch, weil sich Spielmacherin Iveta Luzumova in der 17. Spielminute verletzte. Die Schlüsselspielerin des Thüringer HC biss auf die Zähne und spielte unter Schmerzen weiter, war jedoch sichtlich gehandicapt. Basny bilanzierte anschließend: "Das hat das Spiel entschieden." Eine genaue Diagnose steht noch aus.

In der 17. Spielminute war Luzumova auf Höhe des deutschen Sechs-Meter-Kreises liegen geblieben und verließ nach einer kurzen Behandlung auf dem Spielfeld unter Schmerzen das Feld. Die tschechischen Betreuer bandagierten den linken Ellenbogen und die Spielmacherin kehrte zum Ende des ersten Durchgang zurück, doch den zwischenzeitlichen Fünf-Tore-Vorsprung hatte ihre Mannschaft schon aus der Hand gegeben.

Schlüsselspielerin Luzumova fehlte dem tschechischen Team sichtbar; auch nach ihrer Rückkehr war sie gehandicapt und versuchte, den verletzten Arm möglichst zu schonen. "Es war entscheiden, dass sich Iveta in der ersten Halbzeit verletzt hat", berichtet Basny. "Sie war nicht mehr fähig, in der Defensive zu stehen und wir mussten eine Menge Dinge umstellen." Das schwächte seine Mannschaft, die sich am Ende geschlagen geben mussten.

"Unser Physiotherapeut hat mir den Ellenbogen in der Halbzeit getapt, aber ich war nicht mehr bei 100 Prozent", erklärte Luzumova anschließend mit leiser Stimmen. "Es war schwierig, weiterzuspielen, weil ich Schmerzen hatte, aber wir haben gesagt, dass ich es im Angriff zumindest probiere. Abwehr konnte ich nicht mehr."

Die Spielmacherin, die beim Thüringer HC unter Vertrag steht und mit 52 Toren aktuell beste Werferin des Bundesligisten ist, wird nun für eine Untersuchung des Ellbogens nach Deutschland zurückkehren. "Unser Mannschaftsarzt hat mich in der Halbzeit kurz untersucht, aber ich möchte jetzt keine Vermutungen anstellen", erklärte Luzumova. "Es geht mir aber nicht so gut. Wir müssen abwarten."

Trotz der Niederlage war sie stolz auf ihr Team. "Wir haben toll gekämpft und bis zum Schluss alles gegeben", lobte sie. "Wir haben erfahrene und junge Spielerinnen in der Mannschaft und ich denke, wir brauchen einfach noch ein bisschen Zeit." Der deutschen Mannschaft, in der mit Ina Großmann, Emily Bölk, Alicia Stolle und Meike Schmelzer vier Teamkolleginnen vom THC auflaufen, wünschte sie viel Erfolg: "Ich hoffe, das Deutschland eine gute Leistung abrufen kann."

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