05.12.2018 19:33 Uhr - Europameisterschaft - Julia Nikoleit

Starke Teamleistung: Deutschlands Handballerinnen besiegen Tschechien und ziehen in die Hauptrunde ein

Nach einem harten Fight gegen Tschechien steht Deutschland in der HauptrundeNach einem harten Fight gegen Tschechien steht Deutschland in der Hauptrunde
Quelle: Michael Schmidt
Die deutsche Handball-Nationalmannschaft hat den Einzug in die Hauptrunde der laufenden Europameisterschaft der Frauen perfekt gemacht. Das Team von Henk Groener besiegte Tschechien am Mittwochabend mit 30:28 (16:16). Nach einer schleppenden ersten Halbzeit stabilisierte sich die deutsche Auswahl im zweiten Durchgang. Tschechien wurde durch die Verletzung von Iveta Luzumova nach 17 Minuten geschwächt. Die Regisseurin spielte zwar mit bandagiertem Ellenbogen weiter, war jedoch gehandicapt. Während Tschechien ohne Punkt ausscheidet, geht es für Deutschland in Nancy weiter. Gegner und Spieltermin stehen noch nicht fest.

Im entscheidenden Spiel gegen Tschechien vertraute Henk Groener weitestgehend auf seine gewohnte Startaufstellung mit Dinah Eckerle, Alicia Stolle, Xenia Smits, Emily Bölk und Julia Behnke. Lediglich auf den Außenpositionen gab es zwei Wechsel im Vergleich zum Rumänien-Spiel: Für Marlene Zapf stand Amelie Berger von Beginn an auf dem Feld, auf der anderen Seite kehrte Franziska Müller in die Startformation zurück.

Die Partie begann schleppend; beide Mannschaften waren sichtlich nervös - es ging um Heimreise oder Weiterkommen. Nach Fehlwürfen von Stolle und Smits gelang Tschechien schließlich der erste Treffer: Die tschechische Schlüsselspielerin Iveta Luzumova verwandelte einen Siebenmeter zum 1:0 (3.). Smits gelang in einer Überzahlsituation wenig später zwar der Ausgleich (1:1, 5.), doch die Nervosität blieb. Zunächst verlor Smits einen Angriff später den Ball, doch auch der tschechische Gegenstoßpass war zu lang.

Henk Groener reagierte nach knapp acht Minuten mit seiner ersten Auszeit, verzichtete jedoch noch auf personelle Wechsel. Das Spiel blieb weiterhin ausgeglichen. Während Deutschland noch sein Spiel suchte, führte Luzumova die tschechische Auswahl an. Das 3:3 (10.) von ihr war das erste Feldtor der Tschechinnen, auch das 6:6 (12.) ging auf das Konto der Regisseurin. Es war bereits ihr fünfter Treffer.


Kurz darauf ging das Team von Jan Basny erneut in Führung: Das DHB-Team agierte nach einer Zeitstrafe gegen Amelie Berger in Unterzahl und setzte auf die zusätzliche Feldspielerin. Smits verlor den Ball durch ein Stürmerfoul und Lucie Starapova schaltete am schnellsten: Die Torhüterin versenkte den den langen Ball zum 7:6 (13.) ins leere Tor. Nach drei weiteren Toren hatte Tschechien den Lauf zu einem 5:0 und die Führung nach siebzehn Minuten somit auf 10:6 ausgebaut.

Groener begann nun, durchzuwechseln: Angie Geschke, die zuvor nur als Siebenmeterschützin fungiert hatte, kam für Smits auf die Mitte; zudem kamen Maren Weigel und Meike Schmelzer in die Partie. Die Verantwortung übernahm offensiv jedoch zunehmend Bölk, die im ersten Durchgang insgesamt fünf Treffer erzielte.

Die 17. Spielminute sollte sich als Schlüsselmoment in der Partie erweisen - nicht aufgrund des 11:7 durch Sara Kovarkova, sondern wegen der Verletzung von Luzumova. Die Regisseurin fiel auf eine Mitspielerin, blieb am deutschen Sechs-Meter-Kreis liegen, wurde behandelt und verließ unter Schmerzen das Feld. Mit einem dick bandagierten linken Ellbogen blieb sie zunächst draußen.

Die deutsche Mannschaft nutzte den vorübergehenden Ausfall der wichtigsten tschechischen Spielerin aus. Zwar kassierte das DHB-Team noch das 7:12 (18.) durch einen Gegenstoß, kämpfte sich dann jedoch heran. Mit einem spektakulären Treffer sorgte Schmelzer für das 11:13 (23.), Bölk glich wenig später zum 14:14 (26.) aus. Die sichtbar gehandicapte Luzumova kehrte für die Schlussminuten noch einmal zurück, doch das Remis hatte Bestand. Mit 16:16 ging es in die Kabine.

Nach Wiederanpfiff war die deutsche Mannschaft noch 25 Sekunden in Unterzahl, kam nach einem Ballverlust der Tschechinnen jedoch schnell in den Ballbesitz und überstand die Phase ohne Gegentor. Es schlichen sich jedoch weiterhin offensiv immer wieder einfache Ballverluste ein, zudem war auch Luzumova wieder zurück. Nach dem 19:18 (40.) für Tschechien durch Marketa Jerabkova zog Groener seine dritte Auszeit.

Smits sorgte im darauffolgenden Angriff für den Ausgleich zum 19:19 (41.), doch in den nächsten Angriffen vergab die eingewechselte Ina Großmann von Linksaußen. Da Eckerle jedoch zwei schöne Paraden für sich verbuchen konnte, blieb das Unentschieden bestehen - und die von Bölk in Szene gesetzte Schmelzer erzielte das 20:19 (44.) für Deutschland. Nach dem 21:19 (45.) durch Zapf war es Basny, der den Buzzer betätigte.

Gegen die stabilisierte deutsche Abwehr mit Eckerle dahinter waren die Tschechinnen in den folgenden Minuten jedoch relativ ratlos, während Deutschland die offensivere Variante des Gegners auszunutzen wusste und immer wieder über Schmelzer zum Erfolg kam. Sowohl das 24:20 (48.) als auch das 26:22 (51.) gingen auf ihr Konto. Tschechien stemmte sich zwar gegen die Niederlage, hatte jedoch nicht mehr die Qualität, den Rückstand noch einmal aufzuholen. So feierte Deutschland nach sechzig Minuten mit dem 30:28 seinen zweiten Turniersieg und den Einzug in die Hauptrunde.

Ergebnisse und Tabelle - Gruppe D:



Norwegen  32:33
(16:15)
Deutschland
Rumänien  31:28
(17:11)
Tschechien
Deutschland  24:29
(11:14)
Rumänien
Tschechien  17:31
(10:20)
Norwegen
Deutschland 
30:28
(16:16)
Tschechien
Norwegen  05.12.2018
21:00 Uhr
Rumänien


Pl. Team Sp. Diff. Pkt.
1. Rumänien 2 8 4:0
2. Deutschland 3 -2 4:2
3. Norwegen 2 13 2:2
4. Tschechien 3 -19 0:6

Videos und Livestream:




Hinweis:
Zur Auswahl der Spiele ohne deutsche Beteiligung - parallel spielen um 18 Uhr auch die Niederlande und Kroatien sowie ab 21 Uhr dann in der deutschen Gruppe Norwegen gegen Rumänien und in der Gruppe C Ungarn und Spanien - im Drop-Down-Menü von "Handball-EM der Frauen: Die deutschen Spiele" auf "Handball-EM der Frauen: Alle Spiele live" umschalten.

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