05.12.2018 14:30 Uhr - Europameisterschaft - Julia Nikoleit

"Wir werden wieder als Sieger vom Parkett gehen": Luisa Schulze vor "Endspiel" gegen Tschechien optimistisch

Luisa SchulzeLuisa Schulze
Quelle: Michael Schmidt
Die deutsche Nationalmannschaft trifft in ihrem letzten Vorrundenspiel bei der Europameisterschaft am heutigen Mittwoch (18:00 Uhr) auf Tschechien. Kreisläuferin Luisa Schulze gehört zu den erfahreneren Spielerinnen im Kader von Bundestrainer Henk Groener; es ist bereits ihr viertes Großturnier. Im Interview sprach Schulze, die bei der SG BBM Bietigheim unter Vertrag steht, jedoch nicht nur über das "Endspiel" gegen Tschechien, sondern auch über die Stimmung in der Mannschaft und den Umbruch.

Luisa, welche Erfahrung könnt ihr aus den ersten beiden EM-Spiel mitnehmen?

Luisa Schulze:
Dass wir erfolgreich sind, wenn wir unser Spiel aufziehen, uns an unseren Matchplan halten und vor allem über eine gute Abwehr und das Tempospiel gehen. Das hat uns im letzten Spiel ein bisschen gefehlt, aber gegen Norwegen haben wir das sehr gut gemacht. Gegen Tschechien werden wir das wieder besser umsetzen - und auch wieder als Sieger vom Parkett gehen.

Wie ist die Stimmung in der Mannschaft?

Luisa Schulze:
Ich war ja schon bei einigen Turnieren dabei und finde, es herrscht eine super Stimmung. Wir haben eine gemischte Mannschaft aus jungen und etwas erfahreneren Spielerinnen und es macht einfach sehr viel Spaß gemeinsam, weil jeder sich einbringt und dem anderen hilft.

Ihr seid also trotz dem personellen Umbruch schon zusammengewachsen?

Luisa Schulze:
Auf jeden Fall! Wir sind mit Henk seit März zusammen und er hat viel dafür getan, dass wir auch als Team zusammenwachsen. Wir können uns einbringen und sollen viel mitentscheiden und ich denke, das hilft uns sehr weiter, um den nächsten Schritt zu tun.

Wie haben sich die sechs EM-Debütantinnen eingefügt?

Luisa Schulze:
Sie sind eigentlich ganz cool drauf (lacht). Im Endeffekt sind es ja auch einfach nur Handballspiele - wenn auch in einer anderen Umgebung. Natürlich versuchen wir, ihnen zu helfen, wenn Fragen da sind oder mal einen lockeren Spruch zu bringen, damit keiner verkrampft. Letztendlich ist es für jeden, der dabei ist, aufregend - egal, wie viele Länderspiele man hat.



Du bist also nach drei Großturnieren mit der A-Nationalmannschaft und den Erfahrungen bei den Juniorinnen immer noch aufgeregt?

Luisa Schulze:
Ja, es ist immer ein Bauchkribbeln da. Wenn das Spiel dann allerdings losgeht, ist es ein ganz normales Spiel und man versucht einfach, seine Leistung zu bringen und ein gutes Spiel zu machen.

Mit Julia Behnke, Meike Schmelzer und dir stehen drei Kreisläuferinnen im Kader. Wie ist die Rollenverteilung?

Luisa Schulze:
Wir sind drei unterschiedliche Kreisläuferinnen mit jeweils super Voraussetzungen. Jede ist anders und Henk macht das echt gut. Er weiß genau, wann er wen bringen muss und wer welche Stärken hat. Es herrscht eine positive Konkurrenz; wir unterstützen uns gegenseitig.

Welche Stärken kannst du einbringen?

Luisa Schulze:
Ich will natürlich in der Abwehr im Mittelblock helfen, gerade im Blockspiel kann ich die Torhüterin mit meiner Größe gut unterstützen. Auch im Angriff kann ich den Vorteil meiner Größe nutzen, um einfache Bälle zu bekommen und Tore zu machen. Natürlich versuche ich auch, meine Erfahrung mit einzubringen und Stimmung zu machen - und so der Mannschaft zu helfen.

Du hast seit deiner ersten WM-Teilnahme 2011 vier Bundestrainer erlebt. Was zeichnet Henk aus?

Luisa Schulze:
Er ist von seiner Mentalität her ganz anders. Er bringt eine gewisse Lockerheit und auch Ruhe rein und nimmt uns damit ein bisschen die Anspannung. In der kurzen Zeit, die wir miteinander arbeiten, haben wir schon viel geschafft. Jetzt soll es Step by Step weitergehen und wir werden sehen, wie weit wir hier kommen. Wir wollen natürlich gegen Tschechien gewinnen - und das werden wir auch, da bin ich ganz zuversichtlich.

Seid ihr bereit für so ein "Nervenspiel", in dem es um alles geht?



Luisa Schulze:
Ja. Es ist ein wichtiges Spiel, das wissen wir alle, denn es geht um alles oder nichts. Jeder hat in seiner Karriere aber schon solche Spiele erlebt - vielleicht nicht bei einer EM, aber in der Bundesliga oder im Pokal, wo es um alles geht. In solchen Situationen erinnert sich jeder an seine Stärken und an das, was man in solchen Spielen braucht - da ist es egal, ob es bei einer EM ist oder nicht.

Worauf wird es spielerisch ankommen?

Luisa Schulze:
Wir haben uns natürlich mit Tschechien beschäftigt, aber wir wollen auch viel auf uns gucken. Wenn man sich mit anderen beschäftigt, vergisst man leicht die eigenen Sachen. Wir wollen auf jeden Fall eine gute Abwehr stellen, damit wir unser Tempospiel aufziehen können - das hat gegen Rumänien gehakt. Wir wissen natürlich, dass Tschechien mit Iveta Luzumova eine starke Spielerin dabei hat und auch guten Handball spielen kann. Wir wollen uns aber einfach auf uns konzentrieren und dann sehen wir dem Spiel positiv entgegen.

Wann würdest du nach der EM von einem erfolgreichen Turnier sprechen?

Luisa Schulze:
Natürlich wollen wir soweit wie möglich kommen - und die Hauptrunde ist dabei das erste Ziel. Ich bin zuversichtlich, dass wir das schaffen. Dort kann dann alles passieren. Ich denke, nach dem Umbruch und für die Zeit, die wir mit Henk hatten, können wir zufrieden sein, wenn wir mit der jungen Mannschaft die Hauptrunde erreichen. Wir wollen uns einfach Step by Step weiterentwickeln und dann werden wir sehen, wie weit es am Ende reicht.

Was ist das erste, was du nach der langen Zeit mit Vorbereitungslehrgang und Turnier machen wirst?

Luisa Schulze:
Ich werde erstmal entspannen und die weihnachtliche Zeit mit der Familie verbringen - und auch mal nicht an Handball denken, wenn es geht.

» EURO 2018: Spielplan
» EURO 2018: Livestream

05.12.2018 - Die Lage am "Finaltag" in der Gruppe D: DHB-Frauen mit Endspiel um die Hauptrunde

05.12.2018 - "Ich bekomme volles Vertrauen von Mannschaft und Trainer": Amelie Berger im Interview

04.12.2018 - "Ich bin noch nicht zufrieden mit mir selbst": Dinah Eckerle über ihre neue Rolle und das "Endspiel" gegen Tschechien

04.12.2018 - "Ich hoffe, wir können überraschen": Kamila Kordovska will mit Tschechien in die Hauptrunde