03.12.2018 08:23 Uhr - 2. Bundesliga - PM Vereine, red

"Hätte mehr wechseln müssen": TuS Lintfort gibt bei Harrislee den Sieg aus der Hand

Loes VandewalLoes Vandewal
Quelle: Roland Beyer, Lintfort
Der TSV Nord Harrislee feierte im Aufsteigerduell gegen den TuS Lintfort einen 29:27 (13:16) Heimerfolg und so nach den zwei zuvor gewonnen Partien gegen Zwickau und in Rödertal, den dritten Sieg in Folge.

Danach hatte es bis Mitte der zweiten Halbzeit nicht ausgesehen. Denn die Gastgeberinnen hatten es gegen die schnelle TuS-Deckung schwer, sich durchzusetzen und die eigene Defensive offenbarte, trotz einer gut haltenden Nane Sibbersen im Tor, zu viele Lücken. Angetrieben von ihrer etatmäßigen Haupttorschützin und Spielmacherin Loes Vandewal, wurden beim TuS die Außenposition und der Kreis sehr gut bedient.

So setzten sich die Gäste in der 18. Minute auf 6:11 ab. Dann fand zumindest der Harrisleer Angriff seine Treffsicherheit und die Gastgeberinnen kamen auf 13:14 heran. Doch zwei Gegentreffer bedeuteten den 13:16 Halbzeitstand.

Nach Wiederanpfiff und dem 15:17 durch Lintforts Becky van Nijf, kam der Angriff der Nordfrauen dann ins Rollen. Mit Herz und Leidenschaft wurden nun selbst Lücken in der gegnerischen Deckung gefunden. Zudem setzte die Harrisleer Bank einen Impuls, als sie Sophie Fasold zwischen die Pfosten beorderte. Sie zeigte tolle Paraden und gab der kämpfenden Deckung die nötige Sicherheit. Milena Natusch schnappte sich einen Abpraller und warf mit 22:21 zur ersten Führung nach der Anfangsphase ein.

Die entscheidenden Aktionen waren dann ein "Steal" von Merle Carstensen, die danach per Tempogegenstoß zum 27:25 traf und zwei gehaltene Siebenmeter durch Fasold beim 27:26 und 28:26 gegen Vandewal und van Nijf. Am Ende stand der 29:27 Erfolg des nördlichsten Bundesligisten.

"Wir haben eine große Moral gezeigt und sind über eine tolle Teamleistung zum Sieg gekommen", freute sich Coach Peer Linde nach dem Spiel über nunmehr 8:14 Punkte und den vorrübergehenden Sprung des TSV Nord Harrislee auf Rang zehn im Bundesligaunterhaus.

"Eigentlich hatten wir uns gut auf den TSV eingestellt und bis zum 21:19 für uns war ich auch einigermaßen mit meiner Mannschaft zufrieden", so Lintforts Trainerin Bettina Grenz-Klein, die auch Selbstkritik übt und mit Blick auf die Schlussviertelstunde erklärt: "Da hätte ich vielleicht doch mehr wechseln müssen, vor allem in der Abwehr waren wir nicht mehr bissig genug."

Abenteuerlich war für die Handballerinnen vom Niederrhein auch die An- und Abreise mit der Bahn. Schon auf dem Hinweg musste die Lintforterinnen improvisieren, denn der Zug hielt unvorhergesehen eine Station früher. Auf dem Rückweg führte dann eine Verspätung dazu, dass der Anschlusszug in Hamburg verpasst wurde und die TuS Spielerinnen auf Bahnkosten mit dem Taxi nach Duisburg fahren mussten.