01.12.2018 19:32 Uhr - Europameisterschaft - jun

Tschechien wacht zu spät auf: Rumänien startet mit Sieg in die Europameisterschaft

Jana Knedlikova musste sich mit Tschechien gegen Rumänien geschlagen gebenJana Knedlikova musste sich mit Tschechien gegen Rumänien geschlagen geben
Quelle: Marco Wolf
Rumänien ist mit einem Sieg in die Europameisterschaft gestartet. Am Samstagabend besiegte das Team um Christina Neagu die Auswahl aus Tschechien mit 31:28 (17:11). Die Rumäninnen setzten sich bereits im ersten Durchgang ab und führten zwischenzeitlich mit neun Toren, brachen am Ende jedoch leicht ein. Tschechien wachte hingegen zu spät auf und musste sich geschlagen geben.

Rumänien legte einen Blitzstart hin und lag nach einem 5:0-Lauf schnell mit 6:1 (9.) in Front. Das Team von Cedres Martin behauptete diesen Vorsprung in den folgenden Minuten und agierte druckvoller als der Gegner. Zudem präsentierte sich Yuliya Dumanska im Tor stark, während bei Tschechien weder Lucie Satrapova (1. bis 24. Minute) noch Petra Kudlackova (24. bis 30.) wirklich ins Spiel fanden.

Die tschechische Auswahl hatte immer wieder mit sich selbst zu kämpfen. Exemplarische eine Szene in der 23. Spielminute, beim Stand von 12:8 für Rumänien: Nachdem das Team eine doppelte Unterzahl fast überstanden hatte und sogar selbst zum Torerfolg gekommen war, unterlief ein Fehler - Trainer Jan Basny schickte Kamila Kordovska als erste zum Auffüllen, obwohl ihre Zeitstrafe noch 40 Sekunden dauerte. Die Folge: Eine weitere Hinausstellung für die Rückraumspielerin der HSG Blomberg-Lippe. Es war die dritte Zeitstrafe; für Kodovska war das Spiel damit bereits in der 23. Minute beendet.

Während Rumänien weiterhin konzentriert agierte und in Crina-Elena Pintea eine körperlich überlegene Kreisläuferin aufbot, welche die Deckung vor Probleme stellte, tat sich Tschechien sowohl offensiv als auch defensiv schwer. Iveta Luzumova scheiterte in der 24. Minute von der Siebenmeterlinie an Dumanska. Tschechien blieb zwar im Ballbesitz, doch auch den nächsten Wurfversuch über Außen parierte die Torhüterin.

Rumänien nutzte die Schwächephase eiskalt aus. Aneta Udristioiu, Eliza Buceschi und Christina Neagu bauten den Vorsprung mit einem 3:0-Lauf auf 16:9 (26.) aus. Während die Wurfquote der Tschechinnen in den ersten 30 Minuten nur 39 Prozent betrug, kam Rumänien auf starke 77 Prozent. 53 Sekunden vor der Pause zog Martin noch einmal die Auszeit. Nach einem letzten Treffer von Buceschi ging es mit 17:11 in die Kabine.


Nach Wiederanpfiff baute Rumänien seinen Vorsprung bis auf neun Tore aus, das 22:13 (37.) durch Ana-Maria Dragut schien bereits die Vorentscheidung gewesen zu sein. Tschechien rappelte sich jedoch noch einmal auf und kämpfte sich zurück. Die Defensive stand stabiler und zwang Rumänien zu Fehlern, Mit einem Doppelschlag verkürzte Rechtsaußen Jana Knedlikova auf 23:19 (42.) und Martin betätigte den Buzzer.

Zehn Minuten vor dem Ende hielt Tschechien beim 26:22 (51.) weiterhin den Anschluss, war jedoch aufgrund der individuellen Qualität der Rumäninnen in der Offensive nicht dichter herangekommen. Die auf Neagu bezogene 5:1-Formation spielte das Team von Martin gut aus, sodass Tschechien wieder in die defensivere Variante wechselte.

Nach einer Parade von Kudlackova brachte Luzumova Tschechien auf 27:24 (53.) heran, Bei Rumänien hatte Dumanska inzwischen Platz für Denisa-Stefania Dedu gemacht, doch Tschechien war nun konsequenter im Abschluss. So gelang durch Mala gar das 28:26 (56.). Nach einem weiteren Ballgewinn hatte Luzumova die Chance, den Anschluss ins leere Tor herzustellen, doch ihr Ball trudelte hauchdünn links vorbei.

Auf der Gegenseite bewahrte Buceschi indes die Nerven und traf von der Siebenmeterlinie zum 29:26 (57.). Das sollte die Vorentscheidung gewesen sein, denn Tschechien lief die Zeit davon. 60 Sekunden vor dem Ende lag das Team von Basny mit zwei Toren hinten und Rumänien war nach einer Auszeit im Ballbesitz. Als Luzumova noch einen Zeitstrafe kassierte und damit das passive Spiel aufgehoben war, war der Sieg perfekt.

Ergebnisse und Tabelle Gruppe D:



Norwegen  32:33
(16:15)
Deutschland
Rumänien  31:28
(17:11)
Tschechien
Deutschland  03.12.2018
18:00 Uhr
Rumänien
Tschechien  03.12.2018
21:00 Uhr
Norwegen
Deutschland  05.12.2018
18:00 Uhr
Tschechien
Norwegen  05.12.2018
21:00 Uhr
Rumänien


Pl. Team Sp. Diff. Pkt.
1. Rumänien 1 3 2:0
2. Deutschland 1 1 2:0
3. Norwegen 1 -1 0:2
4. Tschechien 1 -3 0:2


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