30.11.2018 18:28 Uhr - 2. Bundesliga - PM Vereine, red

TuS Lintfort mit weiter Anreise zum Duell der Tabellennachbarn, Harrislee will "das Optimum rausholen"

Inske Kuik scheint nach ihrer Meniskus Verletzung auf einem guten Weg und will mit ihrem Team in Harrislee endlich auswärts punkten.Inske Kuik scheint nach ihrer Meniskus Verletzung auf einem guten Weg und will mit ihrem Team in Harrislee endlich auswärts punkten.
Quelle: Roland Beyer, Lintfort
Weiter nördlich geht es nicht. Die Handballerinnen des TuS Lintfort reisen an die dänische Grenze und spielen am morgigen Samstag beim punktgleichen TSV Harrislee. "Das wird eine ganz harte Nuss", ist sich Lintforts Trainerin Bettina Grenz-Klein sicher. Nachdem die Gastgeberinnen mit 2:14 Zählern Schlusslicht der Tabelle war, haben zuletzt zwei Siege in Folge für Selbstvertrauen gesorgt.

"Die Nordfrauen agieren mit viel Kampfkraft, spielen geduldig und geben niemals auf. Alles Attribute, die man im Abstiegskampf gut gebrauchen kann", ist die Übungsleiterin des TuS Lintfort über die Schwere der Aufgabe bewusst. Und die extreme Anreise mit der Bahn bis Flensburg fordert das Lintforter Team zusätzlich. "Wir reisen erstmals mit der Bahn an, ich hoffe mal, das zahlt sich aus", so Grenz-Klein weiter.

Ihrer Mannschaft hat sie verordnet, von Beginn an wach zu sein und vor allem an die kämpferisch herausragende Leistung aus dem Heimspiel gegen die Füchse Berlin anzuknüpfen. Und wenn die Abwehr ähnlich geschlossen auftritt, sei auch im Norden endlich mal etwas Zählbares möglich. "Wir sind ja als einziges Team der Liga auswärts noch ohne Punkt. Aber man darf nicht vergessen, dass wir nacheinander in Ketsch, Rosengarten und Beyeröhde gespielt haben. Da kann man als Gast schon mal verlieren", beschließt Bettina Grenz-Klein ihren Ausblick auf das Wochenende.

Die Gäste stehen mit 6:12 Punkten auf Rang 13 und so nur hauchdünn vor den Harrisleerinnen. "Wir treffen auf eine regelrechte Oranje-Auswahl", so Nord-Coach Linde über die Gäste, deren Mannschaft ihm aufgrund des niederländischen Sextetts in ihren Reihen Respekt einflößt.

Die Niederländerin Loes Vandewal ist dabei trotz ihrer nur 1,65 Meter ein immens gefährliche Rückraumspielerin, die auch von der Siebenmetermarke sicher und erfolgreich ist. Nicht umsonst steht die 24-jährige mit 71/30 Toren auf dem dritten Platz der Zweitliga-Torjägerliste. Annefleur Bruggemann kann sogar auf Bundesligaerfahrung zurückgreifen. Denn im Sommer wechselte die 21-jährige vom TSV Bayer Leverkusen zum Aufsteiger und unterstützt ihre Landsfrau Vandeval im Rückraum. Das Quartett Inske Kuik, Tatjana van den Broek, Lisan van Hulten und Becky van Nijf, komplettieren einen kompletten Feldspielerkader von sechs niederländischen Akteurinnen.

So hat Linde auch aufgrund dieser Philosophie besondere Optionen beim Gegner ausgemacht. "Lintfort ist eine schnelle Mannschaft, die einen ganz starken technischen Handball spielt. Sie sind auch in Eins gegen eins Situationen sehr dominant", so der Harrisleer Trainer, der Schwerstarbeit auf sein Team zukommen sieht. "Sie haben auch in der Breite eine sehr starke Mannschaft. Auch wenn viele sagen, bei uns ist der Knoten geplatzt, haben wir in der zweiten Bundesliga den Status des krassen Außenseiters", so der Nord-Coach zur Rollenverteilung. Und er weiß, welche Tugenden beim heutigen Heimauftritt wichtig sind: "Wir müssen sechzig Minuten lang wieder am Optimum spielen, um in den Bereich der Punkte zu kommen. Dazu brauchen wir auch die Zuschauer, die wieder zum großen Rückhalt in der Halle werden sollen."