30.11.2018 16:24 Uhr - 2. Bundesliga - PM Vereine, red

"Nur Kampf und Portion Glück reicht nicht immer" - Beyeröhde nach erster Saisonniederlage zu Hause gegen Ketsch

Ramona RuthenbeckRamona Ruthenbeck
Quelle: Kevin Müller, TVB
Am vergangenen Samstag gab es für die Handballgirls in Nürtingen die erste Saison-Niederlage. Der favorisierte TV Beyeröhde-Wuppertal musste sich dem Tabellen-Dreizehnten knapp mit 26:27 geschlagen geben. Eine vermeidbare Niederlage - oder die Folge einer verletzungsbedingt, dünnen Personaldecke? Wo stehen die Handballgirls vor dem Spitzenspiel am Samstag um 18.45 Uhr gegen die Kurpfalz Bären?

Beyeröhde-Trainer Martin Schwarzwald gibt Auskunft: "Ähnlich wie in Rödertal haben wir auch gegen Nürtingen im Tempospiel zu viele Bälle einfach weg geworfen. Das hat uns dort schon fast das Genick gebrochen. Außerdem haben wir in der Schlussviertelstunde das Zusammenspiel mit der gegnerischen Kreisläuferin nicht mehr in den Griff bekommen, obwohl wir das zuvor eigentlich ganz gut unterbunden haben."

Für Martin Schwarzwald gibt es aber einen klaren Kritikpunkt. "Es ärgert mich eher die schon erwähnte Angriffsleistung - das war teilweise Wildwest-Handball und wir müssen uns gegen Ketsch und auch eine Woche später in Waiblingen stark verbessern um eine Chance zu haben. Sicherlich hat auch ein wenig die angespannte Personalsituation eine Rolle gespielt. Neben den vier Verletzten konnte auch Lisa Havel wegen einer Grippe nicht eingesetzt werden. Da waren es dann nur noch 8 Feldspielerinnen."

Ein Dämpfer zur richtigen Zeit soll die Pleite nicht gewesen sein. "Für eine Niederlage gibt es glaube ich nie einen guten Zeitpunkt", so Schwarzwald. "Wir hätten die Punkte aus Nürtingen sehr gerne mitgenommen, um mit einem größeren Polster auf die Verfolger in die kommenden schweren Spiele zu gehen. Wir müssen uns aber eingestehen, dass es nur mit Kampf und einer Portion Glück zum richtigen Zeitpunkt nicht immer ausreicht. Nun haben wir für etwas die Quittung bekommen, was sich jetzt schon ein paar Wochen andeutet."

Klar ist für den Trainer, dass es gegen den kommenden Gegner sehr schwer werden wird: "Mit Ketsch erwartet uns sicher die bislang höchste Hürde. Die Mannschaft von Kate (Trainerin Katrin Schneider) marschiert bislang souverän durch die zweite Liga und verfügt über das mit Abstand beste Abwehr/Torhüter Paket der Liga. Wenn es einer Mannschaft mal gelingt die aggressive und offensive Deckung auszuspielen, wartet dahinter mit Sabine Stockhorst die beste Torhüterin der Liga. Das Team ist bedingt durch die ganz wenigen Veränderungen der letzten Jahre sehr eingespielt und völlig zu Recht an der Spitze."


Die erste Saisonniederlage des TV Beyeröhde-Wuppertal registrierten natürlich auch die Kurpfalz Bären aus Ketsch. "Wir fahren mit großer Gelassenheit nach Wuppertal. Denn meine Mannschaft hat bisher bewiesen, dass sie auch in fremden Hallen bestehen kann", sagt Trainerin Katrin Schneider. "Natürlich brennen alle Gegner darauf, uns endlich eine Niederlage zufügen zu können, doch wir werden alles daransetzen, unsere weiße Weste so lange wie möglich zu verteidigen."

Nach 10 von insgesamt 30 Spielen zeigt die Spielstatistik der Bären erstaunliche Werte auf. Dr. Robert Becker betont: "Unsere Erfolgsquote im Angriff liegt weit über 50 Prozent, wobei die Tore fast ausnahmslos aus unserem Tempospiel heraus erzielt wurden. Und die Torerfolge verteilen sich sehr breit im Team, was uns schwer ausrechenbar macht." Dennoch fahren die Bären mit großem Respekt nach Wuppertal. "Beyeröhde hat ein sehr offensivstarkes Team, sodass unsere Abwehr enorm gefordert sein wird", warnt Tom Löbich. Nicht nur Ramona Ruthenbeck, die derzeit mit 71 Toren auf Platz 3 der Torschützenliste der zweiten Bundesliga steht, ist da zu beachten, denn Beyeröhde verfügt über viele torgefährliche Spielerinnen.

Rebecca Engelhardt ist derweil angeschlagen. Sie hat im bisherigen Saisonverlauf an der Abwehrspitze und auf Linksaußen eine starke Leistung gebracht. Diese Woche musste sie allerdings im Training kürzertreten, da ihr Schulterprobleme arg zu schaffen machten. Kate Schneider hofft, dass sie in Wuppertal dabei sein kann: "Wir haben zwar einen großen und flexibel einsetzbaren Kader, hat aber Rebbi spielt bei uns in der Abwehr wie im Angriff eine Schlüsselrolle. Es wäre schon ein großes Handicap für uns, auf sie verzichten zu müssen."

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