26.11.2018 08:47 Uhr - 2. Bundesliga - PM Vereine, red

Nürtingen setzt sich im Krimi gegen Wuppertal-Beyeröhde durch

Delia Cleve erzielte den SiegtrefferDelia Cleve erzielte den Siegtreffer
Quelle: Marco Schultz
Das hatten wohl nur die kühnsten Optimisten vor dem Spiel der TGN gegen den bis dato ungeschlagenen Tabellendritten Beyeröhde-Wupptertal zu Wagen gehofft. Im Spiel zweier personell gebeutelter Mannschaften behielt nach einem Herzschlagfinale die TG Nürtingen knapp mit 27:26 die Oberhand. Damit verbessert sich die Mannschaft um Kapitänin Delia Cleve auf den elften Rang und schaffte den Anschluss ans Tabellen-Mittelfeld. Die Gäste hingegen bleiben mit 14:4 Zählern Tabellendritter. Natalie Adeberg war diesmal für die Bergischen mit sechs Treffern beste Werferin aus dem Spiel heraus. Ramona Ruthenbeck war zwar genauso oft erfolgreich, erzielte aber vier Tore vom 7-Meter-Punkt aus.

Die Partie entwickelte sich von Beginn an als Duell zweier Mannschaften auf Augenhöhe. Zunächst legte der Gast aus Wuppertal jeweils vor und die Gastgeberinnen zogen nach. Bereits in den Anfangsminuten bewiesen auch die beiden Torhüterinnen Hesel und Centini, dass sie nur schwer zu überwinden waren. In der 15. Spielminute erzielte Delia Cleve, mit sieben Treffern beste Feldtorschützin an diesem Abend, die erstmalige Führung für die TG Nürtingen zum 6:5.

Nach einer Zeitstrafe gegen die Gäste konnte die TGN durch einen Doppelschlag von Carmen Siller die Führung sogar auf drei Tore ausbauen. Doch eine Gäste-Auszeit und drei Gegentreffern in Folge später war der Ausgleich wiederhergestellt (8:8, 22.). Die Begegnung blieb spannend und ausgeglichen und so ging es folgerichtig mit einem Unentschieden in die Halbzeitpause (12:12).

Die Nürtinger Fans spürten, da war mehr drin in der Partie. Doch die Frage war, wie die Mannschaft aus der Kabine kommt und ob der obligatorische Einbruch in Halbzeit zwei verhindert werden konnte. Dies gelang zunächst, denn die TGN legte erneut einen Drei-Tore-Vorsprung vor (16:13, 36.). Doch die Freude währte wiederum nur kurz, denn umgehend stellten die Handballgirls den Anschluss her. Beim Stand von 18:17 (42.) nahm Gästecoach Schwarzwald erneut eine Auszeit und diese brachte zunächst den gewünschten Erfolg. Zwei Treffer durch Adeberg und Heldmann brachten den TV nach längerer Zeit wieder in Führung.


Sofort reagierte TGN-Coach Stefan Eidt ebenfalls mit Timeout, doch sein Team fand nicht sofort zurück in die Spur. Beim 19:21 durch Natalie Adeberg drohte die Partie vollends zu kippen. Zehn Minuten vor Spielende stemmte sich die TG Nürtingen jedoch vehement gegen die drohende Niederlage und beim 23:23 durch Verena Breidert war der Ausgleich geschafft (53.). Jetzt war Stimmung in der Halle und die Fans trieben ihre Mannschaft im Angesicht der möglichen Überraschung nach vorne. Zweimal noch konnte Beyeröhde in Führung gehen, doch die TGN glich jeweils aus.

Fünf Minuten vor Schluss gab es eine Strafzeit gegen die Gäste und die TG Nürtingen hatte die große Chance zur Führung. Doch diese blieb ungenutzt, keines der beiden Teams konnte einen Treffer erzielen. Und so ging es mit 25:25 bei Auszeit TVB (57.) in die Crunchtime. Zunächst blieb es weiter torlos, ehe Lisa Wieder einen Tempogegenstoß versenken und ihr Team wieder in Führung bringen konnte (59.). Michelle Stefes glich für Ihre Farben aus, doch im nächsten Angriff wurde Delia Cleve erneut schön am Kreis freigespielt und netzte wiederum zur Führung für die TG Nürtingen ein.

Es waren noch 60 Sekunden zu spielen und die Partie an Spannung kaum mehr zu überbieten. Die Handballgirls drängten auf den Ausgleich, doch die Nürtinger Abwehr eroberte den Ball und die Fans waren bereits in Feierlaune. Nur noch 18 Sekunden standen auf der Hallenuhr und Heim-Coach Eidt nahm sofort seine letzte Auszeit, um Anweisungen gegen die kommende Manndeckung zu geben. Nach Wiederanpfiff wurde es dramatisch. Nach dem ersten Pass wurde ein Schrittfehler gegen Julia Bauer gepfiffen. Doch die TGN-Abwehr hielt dem letzten Angriff stand, es gab mit Ablauf der Uhr lediglich noch einen direkten Freiwurf für die Gäste. Dieser blieb im Block hängen, der Rest war ausgelassener Jubel der Nürtinger Mannschaft und deren Anhänger.

Nächste Woche geht es nach Hessen zum Tabellenvorletzten HSG Gedern/Nidda. Beim Aufsteiger gilt es nun, die beiden überraschenden Punkte zu vergolden um weiter auf Distanz zu den Abstiegsrängen zu gelangen.