25.11.2018 19:40 Uhr - Europameisterschaft - dpa, dsc

DHB-Frauen gewinnen EM-Generalprobe in letzter Sekunde

Alicia Stolle rettete Deutschland den Sieg über PolenAlicia Stolle rettete Deutschland den Sieg über Polen
Quelle: Ingrid Anderson-Jensen
Deutschlands Handball-Frauen haben in letzter Sekunde eine erfolgreiche EM-Generalprobe gefeiert und damit Selbstvertrauen für die Endrunde in Frankreich getankt. Zum Abschluss des Vier-Länder-Turniers traf Rückraumspielerin Alicia Stolle am Sonntagabend mit der letzten Aktion zum umjubelten 28:27 (14:15) gegen Polen. Für die DHB-Auswahl war es im fünften Test-Länderspiel der erste Sieg. Zuvor hatte es in Alicante gegen Gastgeber Spanien (20:22) und Brasilien (19:20) sowie Ende September in zwei Duellen mit Olympiasieger Russland jeweils Niederlagen gesetzt.

Knapp hatten sich die DHB-Frauen in den ersten beiden Spielen geschlagen müssen, beim 19:20 gegen Brasilien und dem 20:22 gegen Gastgeber Spanien hatte die Defensive jeweils überzeugen können - der Angriff mit dem durch den Ausfall von Kapitänin Kim Naidzinavicius und weitere Verletzungen gebeutelten Rückraum aber zeigte Schwächen. "Wir müssen unsere technischen Fehler weiter reduzieren und aus dem Rückraum noch mehr Druck entwickeln", hatte auch Franziska Müller nach den beiden Auftaktniederlagen gefordert.

Mit Erfolg, wie es schien - die deutsche Auswahl, die mit Xenia Smits auf der Mitte startete, legte ein schnelles 2:0 vor. Die polnische Auswahl, die nach einer 16:23-Niederlage gegen Spanien im zweiten Spiel ein 32:26 gegen Brasilien eingefahren hatte, war beim 2:2 allerdings bereits wieder auf Augenhöhe. Es entwickelte sich ein intensiver Schlagabtausch, in dem Polen zunächst weiter vorlegte, das DHB-Team aber jeweils umgehend ausgleich - wie beim 10:10, das Xenia Smits mit einem Kempa-Trick erzielte.

Die deutsche Mannschaft konnte sieben Minuten vor dem Seitenwechsel durch einen Treffer von Angie Geschke beim 13:12 sogar wieder vorlegen, danach aber mehrten sich wieder die Fehler in der Offensive. Die polnische Auswahl konnte so die Führung wieder übernehmen, das Team von Henk Groener ging mit einem knappen 14:15-Rückstand in die Kabinen. Nach Wiederbeginn ging der Lauf der Polinnen weiter, eine Dreierserie sorgte aus deutscher Sicht für ein 14:18.

Eine Behandlungspause bei Angie Geschke sorgte nach vierzig Minuten zudem für eine weitere Schrecksekunde. Doch auch diese steckte das DHB-Team weg, kämpfte sich zurück in die Partie. Marlene Zapf sorgte mit dem 21:21 eine Viertelstunde vor Spielende wieder für den Ausgleich, doch Polen zog erneut davon. Beim 22:25 lag die deutsche Auswahl sieben Minuten vor dem Ende mit drei Toren zurück, doch mit einem Doppelschlag sorgten Alicia Stolle und Marlene Zapf für den Ausgleich zum 26:26. Auch die erneuten Führungtreffer des Gegners wurden ausgeglichen und in der letzten Minute konnte trotz Unterzahl der Angriff der Polinnen erfolgreich gestoppt werden. Und auf der Gegenseite tankte sich Alicia Stolle durch und setzte mit der Sirene den Siegtreffer zum 28:27.

"Die Mannschaft hat wie in allen Spielen mit viel Leidenschaft gekämpft und gespielt. Heute hatten wir auch mehr Bewegung in unseren Positionsangriffen und somit auch mehr Tore. Die Mannschaft gibt nie auf und hat sich auch heute wieder nach einem vier-Tore-Rückstand rangekämpft und den Sieg geholt. Das war eine tolle Moral und auch spielerisch wieder ein Schritt vorwärts", so Henk Groener gegenüber der Homepage des DHB. Der Bundestrainer kann der am kommenden Donnerstag beginnenden EM-Endrunde nun etwas entspannter entgegensehen. In Frankreich bekommt es die nach der verpatzten Heim-WM deutlich verjüngte DHB-Auswahl in der Gruppe D neben Gold-Anwärter Norwegen (Samstag) noch mit Rumänien (3. Dezember) und Tschechien (5. Dezember) zu tun.

Polen - Deutschland 27:28 (15:14)

Polen:
Placzek, Gawlik
Labuda (2), Kobylinska (5), Roszak, Grzyb (4), Matuszczyk (2), Kudlacz-Gloc (8), Janiszewska (1), Zych (1), Drabik , Rosiak, Woloszyk, Lisewska, Kochaniak, Szarawaga, Achruk (2), Sobiech (2), Urtnowska

Deutschland:
Roch, Eckerle
Zapf (3), Berger (3), Schmelzer (2), C. Müller, Smits (5), Behnke (1), Zschocke, Bölk (4), Großmann (1) , Weigel (1), Geschke (3), F. Müller (1), Lauenroth, Minevskaja, Schulze, Stolle (4)


Ergebnisse Turnier in Alicante:




Deutschland 19:20
(8:9)
Brasilien
Spanien 23:16
(13:9)
Polen
Brasilien 26:32
(13:14)
Polen
Deutschland 20:22
(11:11)
Spanien
Polen 27:28
(15:14)
Deutschland
Spanien
28:28
(17:16)
Brasilien

Tabelle Turnier in Alicante:


Pl. Team Sp. TD Pkt.
1. Spanien 3 +9 5:1
2. Brasilien 3 -5 3:3
3. Deutschland 3 -2 2:4
4. Polen 3 -2 2:4

Videos vom Turnier in Alicante:






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