18.11.2018 17:53 Uhr - Champions League - PM THC, red

Thüringer HC erreicht Hauptrunde der Champions League

Herbert MüllerHerbert Müller
Quelle: Jürgen Pfliegensdörfer
Der Thüringer HC hat durch ein 26:26-Unentschieden (14:16) gegen RK Krim Ljubljana den Einzug in die Hauptrunde der EHF Champions League geschafft. Der THC begann mit hohem Tempo und Druck, konnte dies jedoch gegen die Gäste aus Ljubljana nicht durchhalten. In der Schlusphase wuchsen die Frauen des THC über sich hinaus und erkämpften so das Unentschieden. Saskia Lang vom THC und Ljubljanas Lamprini Tsakalou netzten je siebenmal für ihre Teams ein.

Der THC startete gut in die Partie, nach fünf Minuten führte das Müller-Team 3:1. Die Stimmung in der Wiedigsburghalle passte, der Willen zum Sieg war den THC- Frauen anzusehen. Über eine stabile und aggressive Abwehr konnten die Thüringerinnen schnelle Angriffe spielen. Lydia Jakubisova vollendete einen Tempogegenstoß zum 5:2. Die Gäste blieben dran und ließen sich nicht abschütteln. Beide Mannschaften schenkten sich nichts, um jeden Ball wurde hart gekämpft. Nach 14 Minuten konnte Ljubljana den 7:7 Ausgleich erzielen, im Gegenzug erzielte Ina Grossmann die erneute Führung. Es war nun ein hektisches Spiel, die Abschlüsse erfolgten im Sekundentakt.

Durch ein Team-Timeout wollte Herbert Müller wieder Ruhe in die Partie bringen (16. Minute/ 8:8). Der Thüringer HC haderte mit seiner Chancenverwertung. Krim nutzte die Abschlussschwächen des Deutschen Meisters und ging mit 13:10 in Führung. Trainer Herbert Müller probierte das taktische Mittel der siebten Feldspielerin, doch dieses brachte zunächst keinen Erfolg. In Überzahl gelang den Thüringerinnen endlich wieder ein Tor. Verbissen kämpften sie um den Anschluss. In der 30. Minute erzielte Alexandra Mazzucco den 14:15 Anschlusstreffer. Wenige Sekunden vor dem Pausenpfiff konnten die Gäste noch einmal erhöhen. Beim Spielstand von 14:16 ging es in die Kabinen.


Die 2. Halbzeit begann, wie die Erste endete. Der THC kämpfte mit der eigenen Chancenverwertung. In der 34. Minute kam es richtig bitter, Krisztina Triscsuk verletzte sich schwer und musste nach 10-minütiger Behandlung auf dem Feld ins Krankenhaus gebracht werden. Die Thüringerinnen schienen sich zu denken "Jetzt erst recht" und kämpften sich auf 16:17 wieder heran. Zunächst wurde der starke Kampf nicht belohnt. Krim Mercator konnten auf 18:21 davon ziehen. Beim Stand von 19:22 nahm Herbert Müller seine nächste Auszeit (47. Minute).

Die Auszeit zeigte Wirkung. Saskia Lang sorgte mit einem Doppelschlag für den 21:22-Anschlusstreffer, doch der Ausgleich wollte nicht fallen. Stattdessen konnte Krim Mercator die drei Tore Führung wieder herstellen. Dem Thüringer HC lief langsam die Zeit davon, doch aufgeben galt nicht. Vier Minuten vor dem Ende traf Lydia Jakubisova von Rechtsaußen zum 24:25. 20 Sekunden vor dem Ende fiel endlich der Ausgleich. Kapitänin Iveta Luzumova traf von der Strafwurflinie. Den letzten Wurf der Gäste wehrte Ina Großmann ins Seitenaus ab und schaffte durch das 26:26-Unentschieden den Einzug in die Hauptrunde der EHF Champions League, da Titelverteidiger Györ gegen Podravka Vegeta keine Schwäche zeigte und mit 37:17 gewann.

Stimmen nach dem Spiel:

"Es war ein sehr enges Match heute, ich hätte gern einmal hier gewonnen, da ich als Co-Trainer bisher nur Niederlagen hatte. Es war eine tolle Atmosphäre und ich denke dass das Unentschieden das gerechteste Ergebnis heute war", so Ljubljanas Trainer Uros Bregar, der anfügte: "Beide Mannschaften haben bis zum Umfallen gekämpft und sich ein schnelles und intensives Spiel geliefert."

"Alle die am Mittwoch dachten, es geht nicht spannender und knapper, wurden heute eines besseren belehrt", resümierte THC-Coach Herbert Müller und erklärte: "Es war im wahrsten Sinne des Wortes ein Herzschlagfinale. Wir haben gekämpft bis zur letzten Minute und nie aufgegeben. Und es hat bis zur letzten Minute gedauert bis wir den Ausgleich geschafft haben, aber wir haben ihn geschafft und immer daran geglaubt. Ich lobe selten eine Spielerin, aber heute haben wir eine Shooterin gebraucht und die haben wir in Saskia Lang gehabt. Ihre Tore haben uns in die Hauptrunde gebracht. Abschließend wünsche ich Krisztina gute Besserung und hoffe das die Verletzung nicht zu schwer ist."