12.11.2018 10:06 Uhr - Champions League - PM THC, red

Thüringer HC sichert sich mit starker Moral den ersten Sieg in der Champions League

Ann-Kathrin Giegerich verzeichnete zwölf Paraden für sichAnn-Kathrin Giegerich verzeichnete zwölf Paraden für sich
Quelle: Mario Gentzel
Der Thüringer HC gewinnt in einem packenden Auswärtsspiel beim HC Podravka Vegeta mit 31:23 (14:10) und kann somit die ersten Punkte in der laufenden Saison der EHF Champions League einfahren. Erfolgreichste Werferin auf Seiten des THC war Iveta Luzumova mit zehn Toren. Sie erzielte heute ihr 1000. Tor für den Deutschen Meister. Bei den Gastgeberinnen konnte Natalia Chigirinova acht Treffer erzielen. Für einen starken Rückhalt bei den Thüringerinnen sorgte Ann-Kathrin Giegerich mit zwölf sehenswerten Paraden.

Die Partie begann nicht nach den Vorstellungen der Thüringer Gäste. Man merkte den THC-Damen die immense Nervosität an. Statt dem Spiel von Beginn an den eigenen Willen zu diktieren, vertändelte Alicia Stolle mit einem Fehlpass und Iveta Luzumova setzte nach einem schönen Eins-gegen-Eins den Ball einen Meter über den Kasten. Im nächsten Angriff knallte der Wurf von Emily Bölk an den Pfosten.

Die Kroatinnen machten es dagegen besser und führten nach vier Minuten 3:0. Iveta Luzumova und Emily Bölk brachten die Gäste durch einen Strafwurf und einen technisch starken Feldtreffer wieder heran. Das Müller-Team war im Spiel angekommen und hatte bis dahin gerade eine 33-prozentige Wurfeffektivität erreicht - gegenüber einer Quote von 67 Prozent bei Podravka.

Jetzt setzte sich Emily Bölk durch und erzielte den 3:3-Ausgleich. Das Spiel lief nun auf Augenhöhe. In der 15. Minute erzielte die eingewechselte Krisztina Triscsuk die erste THC-Führung. Die zu Beginn gezeigte Abgeklärtheit der Kroatinnen bekam Risse, weil die Abwehrarbeit des THC jetzt energischer wurde.

Ann-Cathrin Giegerich parierte mehrere Bälle und Herbert Müller ließ konsequent mit dem "empty goal" spielen. Das wurde belohnt. Mit dem druckvollen Spiel Emily Bölks und der Übersicht Krisztina Triscsuks wurden die Gastgeberinnen bis zur Pause vor mehrere nicht lösbare Aufgaben gestellt. So ging es mit einer verdienten 14:10-Gästeführung in die Pause.



Innerhalb von drei Minuten hatte der THC durch Treffer von Ina Großmann, Iveta Luzumova und Alicia Stolle die Führung auf 17:11 erhöht und dabei eine Zeitstrafe für Josefine Huber geschickt "überspielt". Bis zur 40. Minute diktierten die Gäste das Spiel und hielten den kroatischen Meister stets auf einer Sechs-Tore-Distanz. Doch dann flammte Podravskas Kampfkraft neu au. Die Kroatinnen kämpften sich wieder heran und hielten den Abstand jetzt bei vier Toren.

Nach dem 18:21 setzte Herbert Müller noch einmal auf das Spiel mit einer siebten Feldspielerin. Emily Bölk traf und stellte den alten Abstand wieder her (22:18 - 48. Minute). Podravkas Trainer Zlatan Sara?evi? ließ mehrfach durch Achselzucken erkennen, dass ihm kein Königsweg einfiel, der seinen Damen Erfolg bringen konnte. Der THC blieb auf Siegkurs.

Herbert Müller gab Ann-Cathrin Giegerich eine Konzentrationspause und Kristy Zimmerman fischte gleich mit einer super Parade den Ball aus dem oberen Eck. Mit dem Luzumova-Treffer zum 28:21 vier Minuten vor Ende der Partie, gab es keinen Zweifel mehr daran, dass heute der deutsche Meister eine beeindruckende Revanche für die unnötige Hinspielniederlage nehmen würde. Es wurde recht ruhig auf den Rängen, das Publikum stand weiter zu seinem Team.

"Mädels, ich ziehe meinen Hut vor euch", war Herbert Müllers Ansprache im Team-Time-Out, 60 Sekunden vor Schluss. Und es dürfte ihm gefallen haben, dass Iveta Luzumova statt des geplanten Kempa-Versuchs eine alternative Lösung wählte und mit ihrem Tor den 31:23 Auswärtssieg sicherstellte. Kurz davor hatte Kristy Zimmerman eine hundertprozentige Chance von Linksaußen bravourös gehalten. Leistung und Moral beim ersten Champions-League-Sieg stimmten und "so gab es einen tollen Siegestanz der Mädels", wie der THC in seinem Spielbericht schloss.