05.11.2018 20:58 Uhr - Champions League - Franziska Braun und Roman Knabe, THC sowie dpa

Thüringer HC muss sich in Györ geschlagen geben

Alicia Stolle erzielte acht TrefferAlicia Stolle erzielte acht Treffer
Quelle: Mario Gentzel
Der Thüringer HC hat auch das vierte Spiel der Vorrunde in der Handball-Champions-League der Frauen verloren. Am Montagabend unterlag das Team von Trainer Herbert Müller beim ungarischen Vertreter Györ ETO KC knapp mit 28:31 (15:19), nachdem es schon im Hinspiel mit 22:38 deutlich unterlegen gewesen war. Nationalspielerin Alicia Stolle war mit acht Toren beste Werferin bei den Thüringerinnen. Kapitänin Iveta Luzumova steuerte sieben Treffer und drei Assists bei. Beste Werferin für die Gastgeberinnen war mit sechs Toren Anne Mette Hansen.

Der Thüringer HC kam vor über 5.000 Zuschauern schlecht ins Spiel, nach einem Fehlwurf und einem Ballverlust durch Schrittfehler legten die Gastgeberinnen schnell auf 2:0 vor. Das erste Tor für die Frauen aus Thüringen erzielte Iveta Luzumova per Siebenmeter. Doch weiterhin fanden die Gäste kein Mittel gegen die kompakte Györer Abwehr und ließen diese bis zur siebten Minute auf 6:2 davon ziehen. Jetzt trafen die Thüringerinnen, Ina Großmann und Emily Bölk verkürzten den Abstand auf zwei Tore. Doch zwei super Hüftwürfe von Eduarda Amorim stellten den alten Vier-Tore-Abstand wieder her.

In der Folge spielte der Bundesligist, nicht zuletzt durch einige starke Paraden von Ann-Cathrin Giegerich, mit mehr Selbstvertrauen und verkürzten wieder auf 6:8. Es folgte ein offener Schlagabtausch zwischen beiden Teams. Es gelang weder Györ die Führung auszubauen, noch den Thüringerinnen den Rückstand zu verringern. Eine kleine Wende brachte die 19. Minute: In einer Unterzahlsituation, im Spiel 5-gegen-6, gelang Iveta Luzumova ein Ballgewinn und ein Treffer ins leere Tor des ungarischen Meisters.

Der 12:12-Ausgleich war der Lohn für einen bis dahin beherzten Auftritt der Gäste. Györs Trainer Gabor Dany sah sich gezwungen, die erste Auszeit zu nehmen. Diese brachte sein Team nicht in die Erfolgsspur zurück. Alicia Stolle traf aus dem Rückraum zur ersten Gästeführung und jetzt musste Györ einem Rückstand nachlaufen. Bis zur 26. Minute blieb die Partie ausgeglichen, erst dann bestraften die routinierten Ungarinnen Konzentrationsfehler beim THC und gingen verdient mit 19:15 in die Halbzeitpause.

Die Thüringerinnen starteten besser in die zweite Halbzeit. Eine Parade von Ann-Cathrin Giegerich und ein Treffer durch Emily Bölk brachten eine Verkürzung auf 16:19 aus THC-Sicht. Giegerich blieb jetzt der starke Rückhalt im THC-Tor und setzte ein weiteres Achtungszeichen als sie in der 35. Minute das Siebenmeter-Duell gegen Stine Oftedal gewann. Mit diesem Pfund wucherten jetzt ihre Mitspielerinnen und schafften aus dem 16:20 ein 20:20 Remis in der 38. Minute. Alicia Stolle hatte mehrfach getroffen, sie machte heute ihr bestes Spiel im THC-Trikot.

Die Vorentscheidung der Partie fiel in der 50. Spielminute. Iveta Luzumova erhielt in der Abwehr eine Zeitstrafe, was Herbert Müller nicht mehr ruhig hinnehmen konnte. Die Verwarnung für den Coach war die Folge. Er ließ wie oft trainiert, das Tor leer und spielte 6-gegen-6 - und hatte Pech mit seiner Entscheidung. Zwei Treffer ins leere THC-Tor brachten das 28:26 für Györ, das in dieser Phase mit Frankreichs Torhüterin Amadine Lenaud und Routinier Anita Görbicz noch einmal "frische Kräfte" aufbot.

Und das Starensemble wankte letztlich nicht mehr. Auch wenn Iveta Luzumova noch einmal den Anschlusstreffer erzielen konnte, es reichte am Ende nicht zu einer Sensation. Zu abgeklärt agierten nun die Gastgeberinnen, die mit drei Treffern in Folge vorentscheidend auf 31:27 davonzogen und am Ende mit dem 31:28 die Punkte behielten. Der Thüringer HC macht sich allerdings durchaus mit Selbstvertrauen auf die Rückreise. "Die THC-Mannschaft hat heute den Nachweis erbracht, dass sie einen großen Schritt in Sachen Wettkampfhärte vorangekommen ist", so der Pressedienst des Vereins.