05.11.2018 08:47 Uhr - Champions League - PM THC, red

Thüringer HC will in Györ "zeigen, wie schnell wir gelernt haben"

Nycke Groot und Eduarda AmorimNycke Groot und Eduarda Amorim
Quelle: HaJo Steinbach, THC
Am Samstag Heimspiel in der Bundesliga, Mittwoch zum Achtelfinalspiel im DHB-Pokal nach Berlin und am Sonntag früh geht es schon wieder nach Györ, wo der THC am Montagabend auf die weltbeste Frauenhandball-Mannschaft in der Champions League antritt. Für Herbert Müller ist das eine Woche der Extreme.

Positiv wiegt der mit plus 14 recht deutliche Sieg im Bundesligaspiel gegen die Neckarsulmer Sport-Union. Besonders auffällig war dabei, dass es im Unterschied zu den Spielen davor, auch mal für zwei konstant gute Halbzeiten gereicht hat. Dann die Pflichtaufgabe in Berlin, bei einem Zweitligisten. Da ist es im Fußball schon etwas anderes, wenn der Zweitligist Union Berlin den Bundesligaspitzenreiter Borussia Dortmund herausfordert und erst in letzter Sekunde der Verlängerung unterliegt.

So etwas ist beim Handball sehr selten, der Klassenunterschied ist deutlicher und der THC-Sieg fällt mit plus 26 Toren dementsprechend deutlich aus. Für die Berlinerinnen aber war es ein Highlight, einmal gegen den Deutschen Meister spielen zu dürfen. Für Herbert Müller war es ein Test zwischen zwei Prüfungen, da konnte er allen Spielerinnen 30 Minuten Einsatzzeit geben und sowohl im Angriff als auch in der Deckung neue Varianten unter Wettkampfbedingungen ausprobieren. Die Mannschaft hat die Pflichtaufgabe dabei super gelöst. Jetzt fehlt noch ein Schritt bis zum Einzug in das Final 4 - mit Spannung erwartet Herbert Müller die Auslosung für das Viertelfinale am Mittwoch.


Das nächste Spiel ist immer das schwerste, das nächste in der EHF Champions League sowieso, denn es geht zum Titelverteidiger und Sieger der letzten beiden Jahre, vierfacher Titelträger der letzten sechs Jahre. Dreimal hintereinander gewann nur Hypo Niederösterreich, Anfang der neunziger Jahre, die Champions League. Gegen Györ, das ist fürwahr eine Herkulesaufgabe, dennoch will Herbert Müller mit seinem Team alles daransetzen, um dort nicht noch einmal wie im Heimspiel unterzugehen. Er fordert hohen kämpferischen Einsatz, um auch mal die Zweikämpfe zu gewinnen, um dagegenzuhalten.

Aufgeben gibt es nicht, auch wenn in Györ nichts Zählbares zu holen ist. Danach gibt es noch zwei Gruppenspiele, und da gilt es zu beweisen, dass man in der Gruppe angekommen ist. "Wir wollen zeigen, wie schnell wir gelernt haben", sagt der Trainer. "Wir werden fighten, so lange die Champions League nicht zu Ende gespielt ist, suchen wir unsere Chance". Es kommt eben darauf an, so die jungen Spielerinnen an das Niveau in der Champions League heranzuführen, dass sie sich mit den Besten messen können. Das ist der THC-Anspruch. Bereits um 5.30 Uhr ging es am Sonntagmorgen auf die lange Busreise nach Györ, noch am Abend wartet das Abschlusstraining in der Halle.

Bis auf die üblichen Verletzten sind alle an Deck, auch Jana Krause wird mit nach Ungarn reisen. Beate Scheffknecht wurde am Freitag vom Mannschaftsarzt der österreichischen Nationalmannschaft an beiden Füßen operiert. Anne Hubinger braucht weiter noch Zeit, um ihre Verletzung aus dem Vorjahr zu überwinden. Die Linkshänderin sei immer noch nicht schmerzfrei.