31.10.2018 08:21 Uhr - DHB-Pokal - PM Vereine, red

Thüringer HC reist zum Pokal-Achtelfinale nach Berlin

Alicia StolleAlicia Stolle
Quelle: Helmerichs, VfL
Am Mittwoch um 20 Uhr bestreitet der Thüringer HC sein DHB-Pokal-Achtelfinalspiel in der Hauptstadt. Nach den Rückschlägen in der Champions League will sich der deutsche Meister wieder Selbstvertrauen zurückholen.

"Berlin ist eine Reise wert" - Dieser bekannte Slogan gilt am Mittwoch auch für die THC-Mannschaft, die auswärts beim Zweitligisten Spreefüxxe im DHB-Pokal antreten muss. Nach Herbert Müller hatte es Los-Fee Heike Horstmann beim VfL in Oldenburg gut gemeint mit dem Thüringer HC. Alle "Großen" waren bereits aus dem Lostopf, als Herbert Müller nach Buspanne und Stau mit seiner Mannschaft verspätet in die Halle kam und gerade das Achtelfinale im DHB-Pokal ausgelost wurde.

Mit den Spreefüxxen aus der Hauptstadt, die gegenwärtig mit einem ausgeglichenen Punktekonto auf Platz neun der Zweitliga-Tabelle positioniert sind, hat der THC eine Pflichtaufgabe zum Einzug ins Viertelfinale des DHB-Pokals zu lösen, und von Erfurt ist die Fahrt in die Hauptstadt keine allzu lange Busreise. Zuletzt haben die Berlinerinnen ihr Auswärtsspiel bei der besser platzierten SG H2Ku Herrenberg knapp mit 21:20 gewonnen.

"Ich freue mich für unser junges Team, dass sie sich mit den besten Spielerinnen der Bundesliga vergleichen können, die in ihren Reihen 15 Nationalspielerinnen mit 711 Länderspielen vereinen", kommentierte Spreefüxxe-Managerin Britta Lorenz die Auslosung. "Das Ergebnis ist dabei absolut unwichtig für uns, denn der Traum einer jeden jungen Spielerin ist es auch mal in der 1. Liga zu spielen und möglicherweise auch im Nationalteam aufzulaufen."

In diesem Spiel, so Lorenz weiter, "kann jede einzelne Spielerin sehen, was zu tun ist um den eigenen Traum zu verwirklichen. Sportlich ist dieses also der berühmte Vergleich zwischen David und Goliath. Wir haben in dieser Saison unseren Kader drastisch verjüngt und wollen die Klasse halten und der THC ist der aktuelle Deutsche Meister, der in der Champions League spielt und unter anderem die besten Deutschen Nationalspielerinnen in den eigenen Reihen hat."



Eine lange Busfahrt steht schon wieder am kommenden Montag an, wenn es für den Thüringer HC zum Champions League Rückspiel zum Titelverteidiger nach Györ geht. Bunt gemischt ist gerade das Aufgabenspektrum des THC mit Bundesliga, Nationalmannschaftsregionallehrgang, EHF Champions League und DHB-Pokal. Mit 11 Pflichtspielen ist das erste Viertel der Saison vorbei, mit Platz eins in der Bundesliga Tabelle ist der THC im Soll, aber Herbert Müller mahnt zu Recht, dass der THC mit Ausnahme von Buxtehude gegen die Spitzenteams Bietigheim, Metzingen, Leverkusen oder Dortmund noch gar nicht gespielt hat. Das eigentlich für den 7. Bundesligaspieltag vorgesehene Gipfeltreffen beim Verfolger SG BBM Bietigheim, wurde wegen der englischen Wochen bei der EHF Champions League Teams auf den 23. Januar ins nächste Jahr verlegt.

Vor der Europameisterschaftspause trifft der THC nur noch am 8. Spieltag (Mittwoch, 14.11.) zuhause auf die Borussia aus Dortmund. Das stört ein wenig den Rhythmus, zumal in der Champions League der THC gerade in argen Schwierigkeiten steckt, und das Ziel: Erreichen der Hauptrunde wohl in weite Ferne gerückt ist. Dennoch verspricht Herbert Müller: "Und wenn es noch so aussichtslos scheint, wir geben nichts auf, wir kämpfen bis zum Schluss." In Berlin will der THC Selbstvertrauen tanken, alle gesunden Spielerinnen sollen Einsatzzeiten bekommen und wie zuletzt gegen Neckarsulm spielen. Da hat die Mannschaft mal eine bessere zweite als erste Halbzeit gespielt, aber es lief längst nicht alles rund, wie es nicht nur Herbert Müller sehen will.

Zuletzt hatte die Thüringer Mannschaft sowohl in den Champions League-Spielen als auch im Bundesligaspiel in Blomberg in den zweiten 30-Minuten arge Konzentrationsschwächen offenbart. Der Favorit will in Berlin auf dem Weg ins "OLYMP-FINAL4" Ende Mai in Stuttgart, eine Runde weiterkommen. Im Viertelfinale der besten Acht kann dann immer noch ein großer Brocken kommen. Am Weiterkommen des Deutschen Meisters am kommenden Mittwoch zweifelt wohl niemand.

Bis auf die Langzeitverletzte Beate Scheffknecht, die in Kürze an beiden Füßen operiert wird, und Anne Hubinger, die immer noch nicht schmerzfrei nach ihrer schweren Verletzung zu Beginn der Vorsaison ist, werden alle Spielerinnen am Reformationsfeiertag dabei sein. Meike Schmelzer hatte zuletzt Beschwerden mit einer Knieentzündung und wird deshalb noch geschont.

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