22.10.2018 08:02 Uhr - 2. Bundesliga - PM Vereine, red

"Knackpunkt war die Verletzung von Ivanauskaite": Rödertal verliert in Mainz

Brigita IvaunaskaiteBrigita Ivaunaskaite
Quelle: 1. FSV Mainz 05
Die Rödertalbienen müssen die zweite Saisonniederlage hinnehmen. 215 Zuschauer sahen eine überzeugende Leistung der Heimmannschaft. Die 19:26 (9:14) - Niederlage gegen die Meenzer Dynamites wiegt nach einer frühen Verletzung von Birgita Ivanauskaite doppelt schwer.

Zur großen Erleichterung von HCR-Trainer Frank Mühlner meldeten sich Tammy Kreibich und Lisa Loehnig pünktlich zur Abfahrt zum Spiel wieder fit. Allerdings konnten sie unter der Woche nicht einmal mit der Mannschaft trainieren. Außerdem stand auch die Langzeitverletzte Grete Neustadt zum ersten Mal im Kader. Dafür musste Jasmin Eckart krankheitsbedingt passen.

Die Gäste aus dem Rödertal hatten Anwurf und starteten wie die Feuerwehr. Chefcoach Mühlner überraschte mit seiner Aufstellung, da er Thilde Boesen (4 Tore) auf der Kreisposition beginnen ließ. Schon im ersten Angriff wurde Ivanauskaite gefoult. Den fälligen Strafwurf verwandelte Julia Mauksch (6/2 Tore) zur frühen 1:0-Führung der Bienen. Die nächsten beiden Tore gingen dann auf das Konto der stark spielenden Boesen, die sich damit für ihre Aufstellung bedankte, und den Vorsprung auf 3:0 hoch schraubte. Die Hausherrinnen verkürzten dank zweier Tore von Larissa Platen (6/2 Tore) schnell wieder auf 3:2. Beim Stand von 4:2 aus Sicht des HCR passierte dann das große Unglück - bei einem Zweikampf in der siebten Minute stürzte Ivanauskaite unglücklich auf den Ellenbogen. Nach einer kurzen Behandlungspause war dann klar, dass die Partie für sie beendet ist.


Das war der Knackpunkt der Partie, denn ab diesem Zeitpunkt standen die Bienen komplett neben sich. In der 16. Minute kamen die Domstädterinnen zum 6:6-Ausgleich durch die inzwischen eingewechselte Alicia Soffel (6 Tore). Kurz darauf erzielte Sophie Hartstock (3 Tore) die erste Führung für die Mannschaft von Thomas Zeitz. Beim HC Rödertal lief nicht mehr viel zusammen. Ganze acht Minuten kamen die Gäste zu keinem Abschluss, ehe Meret Ossenkopp (1 Tor) und Tammy Kreibich (3 Tore) mit ihren Toren den Anschluss zum 8:9 erzielten (24.Minute). Das sollte nur ein kurzer Lichtblick sein. Bis zur 29. Minute zog Mainz auf 13:9 davon. Den Schlusspunkt nach den ersten 30 Minuten setzte Janka Bauer (2 Tore), die einen Kempa-Trick zum 14:9 für die Gastgeberinnen vollendete.

Auch nach dem Seitenwechsel konnte der HC Rödertal nicht an die Leistung aus den Anfangsminuten anknüpfen. Stattdessen vergrößerten die Meenzer Dynamites ihren Vorsprung auf 16:9 (33. Minute). Daraufhin flachte die Partie zunehmend ab. Zu keinem Zeitpunkt kam das Gefühl auf, dass die Bienen diese Partie noch drehen könnten. Auf Alles was der HCR probierte, hatten die Gastgeberinnen eine passende Antwort. Lisa Loehnig (1 Tor) und Jessica Jander (1 Tor) verkürzten nochmals auf 12:17 nach 39 Minuten. Allerdings konnten die Dynamites davon nicht aus der Ruhe gebracht werden. Sie ließen zwar einige Möglichkeiten liegen, gerieten aber nie ernsthaft in Gefahr und bauten den Vorsprung bis zur 50. Minute wieder auf 22:15 aus. So pendelte sich der Rückstand für den HCR zwischen fünf und sieben Toren ein. Besonders die aggressive Abwehr der Gastgeberinnen zog den Bienen heute den Zahn. Den Schlusspunkt auf Bienenseite setze Rabea Pollakowski (1 Tor) mit dem 19:25. Kurz darauf stellte Carina Gangel (2 Tore) den 26:19 - Endstand her.

"Wir werfen im Angriff einfach zu viel weg. Heute kam noch hinzu, dass der finale Pass nicht ankam. Besonders unsere Außenspielerinnen konnten wir heute nicht ins Spiel bringen", so HCR-Trainer Frank Mühlner, der betonte: "Der Knackpunkt war die Verletzung von Ivanauskaite, die wir nicht kompensieren konnten. Nächste Woche müssen wir dann auch noch gegen Buchholz/Rosengarten ran. Natürlich hoffe ich, dass Ivanauskaite bis dahin wieder einsatzbereit ist, denn selbst mit einem kompletten Kader wird das Spiel schwer genug."

Mainz-Trainer Thomas Zeitz erklärte: "Ich habe meiner Mannschaft nach dem Spiel gratuliert. Sie haben gekämpft, sie haben alles rausgehauen und vor allem sind Sie immer drangeblieben. Wir brauchten diese 10% mehr positive Aktionen, das haben wir geschafft. Wir können uns momentan auf unsere Abwehr und unsere Torhüter verlassen, das ist ein Pfund. Heute haben wir aber auch im Angriff und im Tempospiel wieder gute Ansätze gezeigt und einige schöne Sachen gemacht. Das freut einen Trainer natürlich. Wir haben weiter noch Luft nach oben, aber das Wichtigste war, dass wir bei uns bleiben und das wir fokussiert und vor allem weiter mutig sind. Und das waren wir!"

Zeitz blickt schon auf das kommende Spiel: "Jetzt heißt es einordnen und neu ausrichten. Nächstes Spiel ist kommenden Samstag in Harrislee. Wir werden Freitag schon anreisen was gut ist, uns aber auch mit dieser Situation auseinandersetzen. Schließlich ist das nicht alltäglich. Wir wollen jetzt nachlegen, deswegen heißt es ab Montag go back to work!"