20.10.2018 11:41 Uhr - 2. Bundesliga - PM Vereine

Mainz will gegen Rödertal "zehn Prozent" mehr

Thomas ZeitzThomas Zeitz
Quelle: Axel Kretschmer - Mainz 05
Am heutigen Samstag um 19:00 Uhr kommt mit dem HC Rödertal ein weiteres Team aus der momentanen Spitzengruppe in die GSW. Mainz-Trainer Thomas Zeitz fordert: "Wir brauchen diese 10 Prozent mehr." Die Gäste sind mit 8:2 Punkten in die Saison gestartet, Mainz liegt mit 5:5 Punkten drei Zähler dahinter.

Dank der hervorragenden Leistungen in der Saisonvorbereitung zählt die Mannschaft von Thomas Zeitz zu den Titelanwärterinnen in der 2. Bundesliga. Schließlich belegten die Mainzerinnen beim Domstadtcup in Fritzlar den 3.Platz. Dort gewannen sie unter anderem das Spiel gegen den HC Rödertal souverän mit 23:13. "Die Mainzerinnen waren beim Turnier für mich eine der größten Überraschungen. Besonders das Tempospiel hat mich sehr beeindruckt", so Bienen-Coach Frank Mühlner zum damaligen Aufeinandertreffen.

Der HC Rödertal, vor zwei Jahren als Dritter aufgestiegen, musste letzte Saison direkt wieder aus der ersten Bundesliga absteigen. Nach dem Abstieg erfolgte wie bei den meisten Erstliga-Absteigern ein großer Umbruch. Viele Spielerinnen verließen den Verein und das Management musste eine komplett neue Mannschaft aufstellen und auch die Trainer Position neu besetzen.

Das hat einige Zeit gedauert und die neu formierte Mannschaft musste sich erst finden. Mitte August trafen die beiden Teams auf dem Turnier in Fritzlar aufeinander und dort gewannen die ebenfalls nicht kompletten Dynamites mit zehn Toren. Das ist Schnee von gestern. "Rödertal hat seine Hausaufgaben gut gemacht, das Team hat sich gefunden und Trainer und Vorstand haben Geduld bewiesen. Das zahlt sich jetzt sehr schnell aus", so der Pressedienst der Mainzerinnen, der anfügt: "Bis auf die Niederlage gegen den großen Favoriten Ketsch haben die Rödertalbienen alles gewonnen, spielen einen schnörkellosen und geradlinigen Handball und sind auf allen Positionen gefährlich."

Eine schwierige Aufgabe für die Meenzer Dynamites, die mit 5:5 Punkten momentan im Mittelfeld rangieren und ein wenig den Anschluss an das obere Drittel verloren haben. "Das ist aber zu diesem frühen Zeitpunkt der Saison noch kein Beinbruch", befindet der Pressedienst des Vereins, der anfügt: "Das Team braucht einfach ein wenig mehr Selbstvertrauen und Mut, dann platzt der Knoten und es geht alles ein wenig leichter von der Hand. Das Wochenende wäre ein guter Zeitpunkt, um damit zu beginnen."

Trainer Thomas Zeitz ist der Meinung, dass das aktuell ausgeglichene Punktekonto nach fünf Spielen zwar nicht unbedingt das ist, was man sich gewünscht habe. Er rechnet aber vor: "In meinem Plan sind wir zwei Punkte hintenan. Wenn man die bisherigen Spiele betrachtet, hätten wir auch 10:0 Punkte haben können. Ich habe der Mannschaft diese Woche vor der Video Analyse einmal die Statistiken der ersten fünf Spiele gezeigt. Hätten wir in den Spielen gegen Lintfort, Kirchhof und auch Rosengarten als Team nur zehn Prozent mehr positive Aktionen gehabt, hätten wir jetzt fünf Pluspunkte mehr. Und diese zehn Prozent bedeuten in Worten vier bis sieben Aktionen pro Spiel. Und vier bis sieben Aktionen pro Spiel sind in einem Zeitraum von 60 min wirklich fast nichts."

Zeitz weiter: "Was ich dem Team und allen Anderen damit sagen will ist, dass uns nicht viel fehlt, um einen Schritt nach vorne zu kommen. Und ich habe nichts dagegen, wenn wir diesen gegen den HC machen. Es wird ein schweres Spiel, denn Rödertal ist gut aufgestellt und hat einen positiven Lauf. Aber wir haben die Qualität. Wir brauchen auch den Glauben! Und die zehn Prozent mehr, das ist, was wir als Team am Samstag erreichen wollen!"

HCR-Trainer Mühlner sagt über den kommenden Gegner: "Die Mainzerinnen haben einen sehr jungen Kader und sind auch breit aufgestellt. Mich beeindruckt Spielmacherin Pauline Golla. Sie ist erst 17 Jahre, macht einen hervorragenden Job und hat bereits 24 Tore erzielt. Auch Junioren-Nationalspielerin Alicia Soffel im Rückraum und Hanne van Rossum über die Außenbahn sind extrem torgefährlich."

Nach dem knappen Sieg vergangene Woche gegen die Löwinnen aus Kirchhof sind die Bienen momentan Tabellendritter und haben 8:2 Punkte auf dem Konto. Eigentlich sind das bereits genügend Gründe, um im Rödertal derzeit bester Laune zu sein. Dennoch drückt HCR-Chefcoach Mühlner ein wenig auf die Euphoriebremse: "Wir haben bereits acht Punkt gesammelt, was natürlich sehr gut ist. Allerdings haben die Mädels noch einen weiten Weg vor sich. Vergangene Woche hatten wir das Glück auf unserer Seite. Das kann aber auch mal ganz schnell andersrum gehen. Wir haben gegen die Kurpfalz Bären gesehen, woran es uns noch mangelt und müssen kontinuierlich weiterarbeiten."

Außerdem befürchtet er eine Krankheitswelle: "Tammy Kreibich kann noch immer nicht trainieren. Hinzu kommt Lisa Loehnig, die derzeit ebenfalls krankheitsbedingt fehlt. Das ist schon ein großer Verlust für unseren Rückraum. Hoffentlich erwischt es nicht noch mehr meiner Spielerinnen."