20.10.2018 10:58 Uhr - 2. Bundesliga - PM TSG Ketsch, TSV

Katrin Schneider fordert von ihren Bären-Ladies: "Gegen Harrislee von Anfang an hellwach sein!"

Samira BrandSamira Brand
Quelle: Kurpfalz Bären Ketsch
Was verraten die Ergebnisse des letzten Spieltages in der zweiten Handball-Bundesliga der Frauen? Das als Spitzenteam gepriesene Kirchhof verliert zu Hause gegen Rödertal, das kurz zuvor in der eigenen Halle mit 26:16 gegen die Kurpfalz Bären unter die Räder gekommen war. Die klar mit 8:0 Punkten gestarteten Spielerinnen aus Beyeröhde-Wuppertal gaben einen Punkt gegen Zwickau ab. Und die punktlosen Trierer Miezen ergatterten ein Unentschieden beim klar favorisierten Team in Herrenberg. Selbst der unumstrittene Titelkandidat Buchholz/Rosengarten kam nur zu einem mühevollen Sieg in Mainz. Die Antwort auf die Ausgangsfrage ist schlicht und einfach: In dieser Klasse kann jeder jeden schlagen!

Auch die Bären aus Ketsch hatten zuletzt viel Glück auf ihrer Seite, als sie nach einer mittelprächtigen Leistung in den Schlussminuten - gegen die lange Zeit führenden Waiblingerinnen - doch noch in Führung gehen konnten. Dr. Robert Becker, der Sportliche Leiter der Bären, zeigt Verständnis: "Mannschaften sind keine Maschinen! Sondern eine höchst sensible Kombination aus inspirierenden und blockierenden Kräften, die sich permanent im Wechselspiel befinden. Da kann nicht alles gesteuert und austariert werden. Das macht ja auch den Sport so interessant." Er ist sich allerdings sicher, dass die Bären-Ladies gegen den Aufsteiger aus dem hohen Norden mit mehr Biss aus der Kabine kommen als am vergangenen Sonntag.

Da Harrislee an der Grenze zu Dänemark liegt, warten auf die Nordfrauen weite Reisen, was die Spielvorbereitung nicht einfach macht. Das Team hat im Augenblick zwar nur 2:8 Punkte auf dem Konto, konnte sich aber, mit zum Teil sehr guten Leistungen, durchaus Respekt verschafft. Insbesondere der Sieg bei Werder Bremen mit 26:23 Toren sorgte für großes Aufsehen in der Liga. "Die Niederlage beim Mitaufsteiger Gedern/Nidda vor einer Woche ärgerte das Team gewaltig, das versuchen wird, in Ketsch das unmöglich Scheinende wahr zu machen", so der Pressedienst der Kurpfalz Bären.

Gegen den VfL Waiblingen tat sich der verlustpunktfreie Spitzenreiter unterdessen lange Zeit sehr schwer und konnte erst in den Schlussminuten die Begegnung mit 28:25 für sich entscheiden. Die kämpferische Einstellung stimmte, aber im Tempospiel unterliefen den Bären-Ladies zu viele Schnitzer. Daher erwartet Kate Schneider von ihren Spielerinnen volle Konzentration: "In der Videoanalyse des Spiels in Bremen hat sich das Potential von Harrislee sehr deutlich gezeigt. Daher gibt es überhaupt keinen Grund, das Spiel auf die leichte Schulter zu nehmen."

"Sie haben sich verstärkt und gehören zu den Aufstiegsanwärtern in die Bundesliga" wusste Nord-Trainer Linde schon vor Saisonbeginn um den Status der Gastgeberinnen. Die Norddeutschen, die schon am gestrigen Freitag anreisten und in der Nähe von Ketsch übernachteten, hoffen auf eine gute Vorstellung, die laut Linde, "die Mannschaft und jede einzelne Spielerin voranbringt". Denn auch die nächste Partie hat es für den TSV Nord Harrislee in sich. Am kommenden Sonnabend, 27. Oktober (17 Uhr), gastiert in der heimischen Holmberghalle der Tabellenzweite FSV Mainz 05 und gibt seine Visitenkarte nahe der dänischen Grenze ab.