16.10.2018 10:26 Uhr - 2. Bundesliga - PM Kirchhof, red

"Wir sind noch keine Spitzenmannschaft" - Kirchhof hadert nach empfindlicher Niederlage gegen Rödertal

Dionne VisserDionne Visser
Quelle: Detlev Keller, SG 09 Kirchhof
Der Stachel sitzt. Der Stich, den die Rödertalbienen der SG 09 Kirchhof in der 2. Bundesliga zugefügt haben. Die 28:29 (10:12)-Niederlage, durch die das Team von Trainer Denk vorerst den Anschluss an die besten Plätze verloren hat.

"Wir sind noch keine Spitzenmannschaft. Dafür waren das einfach zu viele Fehler und zu wenig Tempo", haderte Christian Denk. Ausnahmslos ging die Kritik an die Feldspielerinnen. Das begann in der Deckung. Die Außen verteidigten zu offensiv, der Mittelblock packte nicht so beherzt zu, auch die Halben waren diesmal keine Löwinnen.

Die Folge: "Wir konnten unseren Torfrauen nicht mehr helfen", sagte der Coach. Denn zwischen den Pfosten hat die SG 09 derzeit an Quantität die größte Qualität. Frederikke Siggaard durfte sich im Vergleich zum DHB-Pokal wieder von Beginn an beweisen und unterstrich ihre herausragende Form. Und zwar nicht nur per Fuß, mit der Hand und ganzem Körpereinsatz vernehmlich gegen die freie Kreisläuferin Kamila Szczecina, sondern auch lautstark als Mutmacher für ihre Mitspielerinnen und gestenreich für den Gegner mit Schlägen an die Latte des Tores. Ein Dutzend Paraden gelangen mit Dänischen Dynamit.

Auch die in der 53. Minute eingewechselte Katarzyna Demianczuk hielt, was zu halten war. Ein Pluspunkt, dem Rödertals Trainer süffisant in einer Auszeit beim Stand von 7:3 (13.) entgegenwirkte. "Ich habe den Mädels gesagt: Ich kann die Dinger nicht machen. Nutzt einfach eure Chancen." Allerdings war Rödertal der Nutznießer von weiteren Fehlern der SG. Mit einem 7:0-Lauf zog Rödertal auf 14:10 davon (33.).


"Wir haben es uns unnötig schwer gemacht, weil wir über die Mitte gegangen sind und nicht die Lücken zwischen den Halben gesucht haben", sagte die Kapitänin, die ebenso wie Torjägerin Diana Sabljak und Kreisläuferin Dionne Visser immerhin dafür sorgte, dass Kirchhof noch dreimal zum Ausgleich kam (15:15, 16:16, 20:20). Gerade hinter Sabljak, die ihren Zehn-Tore-Schnitt gehalten hat und das Maß in der Liga bleibt, versteckten sich aber alle anderen Rückraumspielerinnen. "Beide Teams können viel besser spielen", fasste Frank Mühlner die zerfahrene und mitunter ruppige Partie zusammen. Was den Stachel noch tiefer in die Wunde der SG 09 nach der ersten Heimniederlage trieb.

15.10.2018 - "Ein dreckiger Sieg" für Rödertalbienen bei der SG 09 Kirchhof