15.10.2018 13:50 Uhr - 2. Bundesliga - PM Rödertal

"Ein dreckiger Sieg" für Rödertalbienen bei der SG 09 Kirchhof

7 Tore: Rabea Pollakowski7 Tore: Rabea Pollakowski
Quelle: Ryszard Kasiewicz, HCR
Nach den beiden Niederlagen in der Liga und im Pokal hat der HC Rödertal wieder zurück in die Erfolgsspur gefunden. Vor 553 Zuschauern in der Stadtsporthalle in Melsungen konnten sie einen knappen 29:28-(12:10)-Auswärtssieg gegen die SG 09 Kirchhof feiern.

Die Fahrt nach Hessen begann allerdings mit einer schlechten Nachricht - Tammy Kreibich musste krankheitsbedingt absagen. Dafür konnte Bienen-Chefcoach Frank Mühlner sonst aus den Vollen schöpfen. Für die erkrankte Kreibich spielte Julia Mauksch (4/3 Tore) im rechten Rückraum.

Der HCR startete nervös in die Partie. Entsprechend erzielte Diana Sabljak (10/1 Tore) den ersten Treffer. Bis zur neunten Minute konnten die Bienen diesen knappen Rückstand halten, ehe die SG zu einem 3:0-Lauf ansetzte (7:3 nach 14 Minuten). In den ersten 15 Minuten scheiterten die Bienen reihenweise an Kirchhof-Torfrau Frederikke Siggaard. Damit machten sie sich das Leben schwerer als nötig. Generell lief im Angriffsspiel nicht viel zusammen bei den Gästen. Das lag auch daran, dass Brigita Ivanauskaite (5 Tore) immer wieder in Pressdeckung genommen wurde, um sie aus dem Spiel zu nehmen.


HCR-Trainer Mühlner sah sich gezwungen sein erstes Time-Out zu nehmen, um die Mannschaft wieder auf Kurs zu bringen. Dennoch konnten seine Mädels den Rückstand zunächst nicht signifikant verkleinern. Erst nach 20 Minuten kam der Bienenzug langsam ins Rollen. Die Abwehr stand sicherer und auch im Angriff agierten sie konsequenter. Das Spiel schien plötzlich zu kippen. Die Gastgeberinnen verloren zunehmend den Faden. Mit der Einwechslung von Rabea Pollakowski (7 Tore), heute mit sieben Treffern erfolgreichste Biene, bewies das Trainergespann ein goldenes Händchen. Sie drehte in den verbleibenden acht Minuten richtig auf - erzielte fünf Tore in Folge. Dadurch ging der HCR bis zur Halbzeitpause mit 12:10 in Führung.

Mit jede Menge Schwung kam der HC Rödertal zurück aus der Kabine und vergrößerte den Vorsprung dank Toren von Ivanauskaite und Kamila Szczecina (4 Tore) auf 14:10. Doch Kirchhof gab sich nicht auf und kämpfte weiter verbissen. Nach 38 Minuten gab es auf Bienenseite das erste Bundesliga-Tor von Jasmin Eckart zum 15:13 zu feiern. Die Stimmung kühlte allerdings schnell wieder ab. Bis zur 39. Minute schafften die Löwinnen den 15:15-Ausgleich. Danach ging das Spiel in die heiße Phase.

Beide Mannschaften schenkten sich nichts. Die Bienen erkämpften sich nach 44 Minuten erneut eine knappe Zwei-Tore-Führung (19:17), mussten aber nur 180 Sekunden später erneut den 20:20-Ausgleich hinnehmen. Kurz darauf setzte sich der HCR wiederum auf 22:20 ab. Die Partie wurde immer umkämpfter und hitziger. In der 53. Minute versuchte Ivanauskaite einen Tempo-Gegenstoß der Gastgeberinnen zu vereiteln und erhielt ihre dritte Zeitstrafe, was die Disqualifikation bedeutete. Jedem Tor der Rödertalbienen folgte im direkten Gegenzug der Anschlusstreffer von Kirchhof. Erst als Mauksch starke Nerven bewies und zwei Minuten vor der Schlusssirene einen fälligen Strafwurf zum 28:26 verwandelte, war den Gästen der Sieg fast sicher. Den Schlusspunkt bei den Bienen setzte kurz darauf Pollakowski mit dem 29:27. Nur Sabljak konnte mit Ablauf der Uhr noch einen Treffer zum 28:29-Endstand aus Sicht der Gastgeberinnen erzielen. Im Anschluss kannte die Freude bei Mannschaft, Trainerteam und Verantwortlichen keine Grenzen mehr.

HCR-Trainer Frank Mühlner: "Das war heute ein dreckiger Sieg meiner Mannschaft. Besonders im Angriff haben wir spielerisch nicht gut agiert und sind nur über den Kampf in die Partie gekommen. In der Anfangsphase haben wir uns das Leben selbst schwer gemacht und viele freie Würfe hergeschenkt. Man hat gemerkt, dass Kirchhof viel Druck hatte. Wir wollten zwar gewinnen, mussten es aber nicht unbedingt. Vielleicht hat das heute den kleinen Unterschied gemacht. Trotzdem haben wir zu viele Fehler gemacht und gesehen, dass wir noch eine Menge Arbeit vor uns haben."