15.10.2018 08:58 Uhr - DHB-Pokal - Bernd Teuber, VfL, red

Titelverteidiger Oldenburg rettet sich nach hartem Pokalfight in das Achtelfinale

Jenny Behrend und der VfL setzten sich gegen die Vipers durchJenny Behrend und der VfL setzten sich gegen die Vipers durch
Quelle: Hermann Jack
In einem intensiv geführten Handballspiel konnte sich am Sonntag Titelverteidiger VfL Oldenburg mit einem 29:28 (16:18) Sieg in eigener Halle gegen Vorjahreshalbfinalist Bad Wildungen Vipers durchsetzen und den Einzug ins Achtelfinale des DHB-Pokals perfekt machen, wo nun der TuS Metzingen wartet.

Es war den Teams anzumerken, dass es um viel ging, im Duell der beiden Mannschaft die in der Vorsaison noch im Final Four aufeinandergetroffen waren. Für den Verlierer war es das mit dem Pokal in diesem Jahr. So sahen die 588 Zuschauer in der EWE Arena zunächst ein recht zerfahrenes Spiel mit zahlreichen Fehlpässen und frei verworfenen Bällen auf beiden Seiten.

"Die Teilnahme am Final Four ist ein unglaubliches Erlebnis. Natürlich wollten beide Teams dieses Erlebnis gerne noch einmal wiederholen", erklärt VfL-Trainer Niels Bötel warum beide Teams zu Beginn recht nervös agierten. "Im Angriff haben wir ganz gut gespielt, aber mit der Abwehrleistung kann ich nicht zufrieden sein. Wir haben zu passiv gedeckt", kritisiert er das Abwehrverhalten seiner Mannschaft.

Dabei hatten die Grün-Weißen zunächst recht konzentriert in der Abwehr begonnen, nur in der Chancenverwertung zeigte man sich allzu großzügig. So stand es nach einem Doppelschlag von Helena Mikkelsen in der 12. Minute 8:5 für den Titelverteidiger und es schien alles den erhofften Weg zu gehen. Aber auf einmal gab es einen Bruch im Spiel der Gastgeberinnen, als zunächst Angie Geschke nach einem Schlag aufs Knie vom Feld musste und wenig später Kristina Logvin eine Zeitstrafe erhielt.

Innerhalb von sechs Minuten machten die Gäste aus dem Rückstand eine Drei-Tore-Führung, Oldenburg sah sich mit einem 8:11 konfrontiert. Angetrieben von einer überragenden Myrthe Schoenaker konnte der VfL allerdings wenige Minuten später aber wieder zum 12:12 ausgleichen. Aber es sollte noch nicht wieder dazu reichen erneut in Führung zu gehen, die Vipers aus Bad Wildungen legten weiter vor und beim Gang in die Pause offenbarte der Blick auf die Anzeigetafel aus der Sicht des Titelverteidigers ein 16:18.

Pünktlich zum Wiederanpfiff war dann allerdings Oldenburgs Torfrau Julia Renner im Pokalmodus und begann die Halbzeit mit einem gehaltenen Siebenmeter, der so etwas wie der Startschuss zu einer erfolgreichen Aufholjagd werden sollte. Am Ende konnte sie im zweiten Umgang starke 56 Prozent der Würfe auf ihr Tor entschärfen. Nachdem zunächst Schoenaker mit zwei Treffern den VfL auf 18:19 herangebracht hatte, war es Kristina Logvin die in der 37. Minute mit ihrem ersten Treffer an diesem Tage zum 19:19 ausgleichen konnte.

Erneut war es die starke Niederländerin, die die erste VfL-Führung im zweiten Abschnitt erzielen konnte. "Der pure Siegeswille war Schoenaker in jeder Aktion anzumerken und so riss sie nach und nach die anderen Grün-Weißen mit", so der Pressedienst des VfL Oldenburg. In den folgenden Minuten wechselte die Führung allerdings mehrfach, die Vipers hielten dagegen - keins der beiden Teams konnte zunächst mit mehr als einem Tor in Führung gehen. Es sollte bis zur 53. Minute dauern bevor die Gastgeberinnen beim Stande von 27:25 erstmals in der Schlussphase mit zweien vorne lagen.

Aber die Gäste ließen den VfL nicht davonziehen und so ging es mit 28:27 in die letzte Spielminute. Spannung pur in der EWE Arena! Noch einmal bekam der VfL einen Siebenmeter zugesprochen. Souverän wie die anderen dreimal zuvor versenkte Schoenaker auch diesen. Aber noch war das Spiel nicht vorbei. Als noch 29 Sekunden zu spielen waren, war es Anouk Nieuwenweg welche die Vipers wieder auf ein Tor heranbrachte. Nun gingen die Gäste auf Manndeckung über, doch der Titelvertediiger behauptete den Ballbesitz und jubelte mit dem erlösenden Schlusspfiff über den Einzug ins Achtelfinale.