14.10.2018 19:43 Uhr - Champions League - dpa, red

Starker Auftritt gegen Bukarest: SG BBM Bietigheim mit Heimsieg in der Königinnenklasse

Maura Visser und die SG BBM sind in der Champions League weiter ungeschlagenMaura Visser und die SG BBM sind in der Champions League weiter ungeschlagen
Quelle: Marco Wolf
Den Handballerinnen der SG BBM Bietigheim ist in der Champions League ein überraschender Sieg gelungen. Gegen den Titelkandidaten CSM Bucuresti aus Rumänien setzte sich der Bundesligist am Sonntagabend mit 30:28 (16:12) durch. Beste Werferin der SG BBM war Nationalspielerin Kim Naidzinavicius mit elf Treffern. Durch den unerwarteten Erfolg im zweiten Spiel der Gruppe D rückte die Mannschaft von Trainer Martin Albertsen auf den ersten Tabellenplatz in der Vierergruppe vor. Im ersten Spiel hatte Bietigheim bei den Vipers Kristansand einen Punkt geholt, die Norwegerinnen unterlagen an diesem Wochenende knapp mit 26:27 gegen FTC Budapest. Die Ungarinnen, die zum Auftakt gegen Bukarest verloren hatten, sind am kommenden Sonntag um 17 Uhr zu Gast in Bietigheim.

Den ersten Erfolg verbuchten die SG BBM Bietigheim schon vor dem Anpfiff mit einer Zuschauerkulisse von 2.041 Besuchern, was einen Vereinsrekord für ihre bisherigen Partien in der Champions League und der Handball Bundesliga Frauen bedeutet. Die Rumäninnen gingen im "Hexenkessel" der Ludwigsburger MHP Arena mit 0:1 in Front. Die Antwort gab Angela Malestein mit zwei Treffern in Folge. Laura van der Heijden netzte daraufhin zum 3:1 ein. CSM Bucuresti kam nicht ins Spiel und nahm nach der 4:1 Führung, erneut durch Angela Malestein, die erste Auszeit.

Danach machten die SG BBM-Ladies, bei denen die lange verletzte Karolina Kudlacz-Gloc wieder im Kader stand, genau da weiter, wo sie aufgehört hatten und führten nach neun Minuten mit 6:2. Beflügelt durch die fantastische Unterstützung der Zuschauer verteidigten die Bietigheimerinnen konsequent und hielten den Champions League-Sieger von 2016 weiter auf Distanz. 10:6 lautete der zwischenzeitliche Spielstand nach 19 Minuten. Bucuresti kam aber in dieser Phase nie entscheidend an die Gastgeberinnen heran. Vor allem lief SG BBM-Spielführerin Kim Naidzinavicius heiß und markierte drei Treffer in Folge zum 13:10. Lauenroth und erneut Naidzinavicius sowie Maura Vissers Treffer bedeuteten den verdienten 16:12 Halbzeitstand.

Die überragend spielende Kim Naidzinavicius brachte mit einem Siebenmeter zum Start der zweiten Halbzeit die SG BBM mit 17:12 nach vorne. Bucuresti fand allmählich besser ins Spiel, jedoch hatten die Bietigheimerinnen immer die perfekte Antwort parat und hielten den vier Tore-Vorsprung bis zur 43. Minute. Eine Zeitstrafe gegen Maura Visser nutzte das Gästeteam von Coach Magnus Johansson und verkürzte auf 23:22.

Mit ihren Toren markierten Lauenroth, zweimal Naidzinavicius und Malestein zum 26:22 nach fünfzig Minuten. Bukarest kam aber wieder auf, mit dem Stand von 27:25 ging es in die Crunchtime. Lauenroth markierte den nächsten wichtigen Treffer das 28:25. Bucuresti gab weiter Vollgas, angeführt von der zehnfachen Torschützin Cristina Neagu und schaffte wieder den Anschluss. Mit einer Ein-Tore-Führung beim 29:28 ging es in die Schlussminute, in der SG BBM-Coach Martin Albertsen die Auszeit nahm. Lauenroth traf danach artistisch, boxte den Abpraller mit der Faust, zum 30:28. Im Gegenzug scheiterte Bucuresti an Dinah Eckerle, was gleichzeitig den sensationellen Endstand besiegelte.

"Es war das beste Spiel in der MHP Arena seit ich bei der SG BBM bin. Die Mannschaft hat die taktischen Vorgaben hervorragend umgesetzt. Glückwunsch an meine Mädels für diese sensationelle Teamleistung. Wir haben heute gegen einen übermächtigen Gegner verdient gewonnen", freute sich Bietigheims Cheftrainer Martin Albertsen. "Kleiner Wehrmutstropen an diesem Handballfest der Extraklasse war, dass aufgrund eines technischen Defektes in der MHP Arena, eine Moderation durch den Hallensprecher nicht möglich war. Der guten Stimmung bei diesem Handballfest tat dies aber keinen Abbruch", berichtete unterdessen der Pressedienst des Bundesligisten.