14.10.2018 16:28 Uhr - Champions League - Roman Knabe, THC

"Aus dem Rückraum katastrophal schlecht geworfen" - Thüringer HC kassiert zweite Niederlage in CL-Vorrunde

Herbert MüllerHerbert Müller
Quelle: Mario Gentzel
"Ich finde, dass wir kämpferisch und abwehrtechnisch in der ersten Halbzeit gut gegengehalten haben. Wir hätten mit drei, vier Toren in die erste Halbzeit gehen müssen", haderte Herbert Müller, dessen Team nach einer 12:10-Pausenführung aus dem Tritt kam. Nach nur acht Toren im zweiten Abschnitt hieß es in Ljubljana am Ende 20:27. "Wir haben zu wenig gekämpft und aus dem Rückraum katastrophal schlecht geworfen", so Müller mit Blick auf die zweite Niederlage in der Vorrunde.

Die ersten zehn Minuten der Partie waren eine Spiegelung des Spiels vor sieben Tagen gegen Podravka Vegeta. Mit konzentrierten Angriffen, einer lauffreudigen und einsatzstarken Abwehr und einer überragend haltenden Jana Krause im Tor, gelang dem Thüringer HC über die Stationen 4:0 (5. Min) 5:2 (9. Min) bis zur 15. Minute eine 6:3 Führung.

Dann riss der Spielfaden beim Deutschen Meister erst einmal - Krim gelangen zwei Tore aus Strafwürfen, Kreisspielerin Olga Perideriy war zweimal nur regelwidrig zu stellen. Im Angriff endeten drei THC-Aktionen mit Stürmerfoulpfiff statt Torwurf - der Gastgeber war 5:6 heran. Die Chance zum Ausgleich vergab Torhüterin Misa Marincek Ribezl, die bis dahin stark gehalten hatte. Ihr langer Wurf auf das leere THC-Tor landete knapp neben dem Torpfosten.

Herbert Müller brachte für Emily Bölk Krisztina Triscsuk. Die routinierte Ungarin erzielte zwei wichtige Treffer und bereitet einen dritten vor, den Iveta Luzumova mit Strafwurf zum 9:6 aus THC-Sicht verwandelte. Der THC setzte jetzt sein taktisches Mittel 7-gegen-6 ein, doch Ljubljana verteidigte geschickt und aufopferungsvoll. Mit zwei Bilderbuchtoren aus dem Rückraum erzielte Tjasa Stanko den Anschlusstreffer.

Auf Seiten des THC war es Lydia Jakubisova, die ihre ganze Routine zeigen konnte. Mit einer super Finte gegen die Hand verlud sie die Abwehr und schaffte mit dieser Aktion einen Strafwurf plus Zeitstrafe. 30 Sekunden vor dem Pausensignal dann Pech für den THC: Krisztina Triscsuk traf mit einem Hüftwurf nur den Pfosten - in den letzten Angriffssekunden erhalten die Gäste noch einen Strafwurf und der THC eine Zeitstrafe für Emily Bölk.

Der THC begann durch die Zeitstrafe in Unterzahl. Krisztina Triscsuk arbeitete einen Strafwurf heraus, den Iveta Luzumova verwandeln konnte. Doch jetzt folgten Fernwürfe, die zu sehr signalisiert waren - ein Kreisanspiel wurde sauber abgefangen. Der Ausgleich lag in der Luft. In der 35. Minute verwandelte Tamara Mavsar ihren Siebenmeter zum ersten Unentschieden der Partie. Lydia Jakubisova traf aus spitzestem Winkel zum 14:13 und der erneuten Führung. Doch schon im nächsten Angriff sorgte die 1,84 m große Linkshänderin Alja Koren mit einem platzierten Wurf für das 14:14.

Ljubljana machte in dieser Phase mental und körperlich den frischeren Eindruck. Dem THC-Angriff fehlte jetzt der Druck und die Fernwürfe waren leichte Beute der erfahrenen Misa Marincek Ribezl. So lief der THC von der 37. Minute an stets einem Rückstand hinterher - schaffte jedoch wieder den Ausgleich - bis zur 45. Minute, als Zulic mit dem 18:16 die erste Zwei-Tore-Führung gelang.

Die Gastgeberinnen erhöhten jetzt noch das Spieltempo und beeindruckten die Gäste vor allem mit Kampfkraft und individuellem Durchsetzungsvermögen. In der 50. Minute zeigte die Anzeigetafel das 20:17, Krim spielte weiter schnell und konzentriert und konnte zwei Strafwürfe herausholen. Die Partie hatte mit dem 21:17 durch Tamara Mavsar die erste entscheidende Wendung genommen. Herbert Müllers beschwörende Worte in der Auszeit konnten keine Wendung bringen.

Die Sloweninnen kontrollierten in den letzten 15 Minuten die Partie, zeigten schnellen Angriffshandball mit starken Rückraumtreffern. In den letzten Minuten gab es lediglich noch Ergebniskosmetik durch Treffer von Josefine Huber und Lydia Jakubisova und Emily Bölk. Herbert Müllers warnende Worte hatten sich bestätigt, diese englischen Wochen mit ihren extrem kurzen Regenerationszeiten stellt eine ganz besondere Nagelprobe für sein Team dar. Mit 20:27 mussten die THC-Frauen die Überlegenheit des slowenischen Meisters anerkennen und haben nach zwei Gruppenspielen noch keinen Punkt auf dem Tabellenkonto.

THC-Stimmen im Video: