12.10.2018 11:44 Uhr - Champions League - Paula Keller, dpa

Dominanz mit Nebenwirkungen für Thüringer HC: "Eine ganz andere Aggressivität"

Alicia StolleAlicia Stolle
Quelle: Helmerichs, VfL
Die Überlegenheit in der Liga hat auch Schattenseiten für den Thüringer HC. International müssen sich die Spielerinnen an die körperlichere Spielweise noch gewöhnen. Viel Zeit haben sie nicht. An diesem Samstag stehen sie bereits unter Druck.

Die nationale Überlegenheit macht den Handballerinnen des Thüringer HC in der Champions League zu schaffen. An diesem Samstag steht der deutsche Meister bei RK Krim Mercator Ljubljana bereits unter Zugzwang, wenn die Thüringerinnen die Hauptrunde erreichen wollen. "Ich denke, es wäre besser für uns, wenn zwischen nationaler und internationaler Ebene nicht eine so große Diskrepanz herrschen würde", sagt Nationalspielerin Alicia Stolle, eine der Champions-League-Debütantinnen im THC-Team

In der Champions League gehe es mit einer ganz anderen Härte zur Sache als in der Bundesliga, betont sie. "Unser Trainer hatte uns vorher vor dem sehr körperlichen Spiel gewarnt. Aber wenn man diese Erfahrung zum ersten Mal macht, ist es nochmal etwas ganz anderes."

In der Bundesliga dominiert der THC, der sieben der vergangenen acht Meisterschaften gewannn, die Gegner nach Belieben. Bisher konnte in den vier Liga-Spielen kein Team der Mannschaft von Coach Herbert Müller etwas entgegensetzen. Gegen Nellingen und Bensheim gab es hohe Siege, auch im Spitzenspiel konnten die Kontrahentinnen aus Buxtehude nicht gegen die drückende Überlegenheit des THC ankommen. Einzig die Konkurrenz aus Bietigheim konnte ebenfalls alle vier Spiele für sich entscheiden. Das Fernduell mit den Schwabinnen sorgt zumindest für ein bisschen Spannung.

Anders sieht die Lage dagegen auf dem internationalen Parkett aus. Im ersten Spiel der Gruppenphase der Champions League musste sich der THC am vergangenen Wochenende mit 26:28 vor heimischer Kulisse gegen dem kroatischen Meister HC Podravka Vegeta geschlagen geben. Vor allem in der Anfangsphase wurde das junge Team von der Härte der Kontrahentinnen überrascht. Gleich sieben Spielerinnen sind in dieser Spielzeit zum ersten Mal auf internationalem Parkett dabei.

Josefine Huber, die schon vergangene Saison mit dem THC in der Champions League Erfahrung sammeln konnte, betont: "Die Champions League trägt nicht umsonst den Titel Königsklasse. Es herrscht eine ganz andere Aggressivität, die wir so nicht aus dem Liga-Alltag gewohnt sind. Für viele Spielerinnen ist die Körperlichkeit komplett neu. Daran müssen wir uns erst einmal gewöhnen."

Die ersten Lerneffekte sollen sich gegen Ljubljana einstellen. "Wir haben jetzt einen Eindruck erhalten und wollen besser dagegenhalten, um die wichtigen Punkte mit nach Hause zu nehmen", sagt Stolle.