11.10.2018 14:55 Uhr - 1. Bundesliga - Martin Holzheier/Andreas Hofmann, PM Oldenburg, red

Thüringer HC gewinnt trotz Bus-Panne gegen VfL Oldenburg

Herbert Müller: "Ich musste meine Ansprache schon im Bus halten."Herbert Müller: "Ich musste meine Ansprache schon im Bus halten."
Quelle: Jürgen Pfliegensdörfer
Bereits zum zweiten Mal in dieser Saison standen sich der deutsche Pokalsieger und der Deutsche Meister in einem Pflichtspiel gegenüber, das der Thüringer Handball Club deutlich mit 35:26 gewann. Beste Torschützin des THC war Emily Bölk mit 11 Treffern. Aufseiten des Gastgebers war Angie Geschke erfolgreichste Werferin mit 5 Toren.

Der Sieg für den Thüringer HC war hochverdient. Und das obwohl bei den Gästen am heutigen Tage außerhalb des Spielfeldes so gut wie alles schief lief, was schief laufen konnte. Die Gäste hatten nämlich auf der Fahrt nach Oldenburg eine Bus-Panne gehabt und mussten zunächst anderthalb Stunden auf einen Ersatzbus warten, um dann den Rest des Weges mit einem Linien- anstatt eines Reisebusses fortzusetzen.

Dadurch begann das Spiel mit einer guten halben Stunde Verspätung. Was die Gäste nicht daran hinderte, erneut einen zweistelligen Sieg einzufahren. "Ich musste meine Ansprache schon im Bus halten und habe den Mädels gesagt, dass es gerade in solchen Situationen wichtig ist die Ruhe zu bewahren", erzählte THC-Trainer Herbert Müller nach dem Spiel, in dem sein Team zunächst Schwerstarbeit verrichten musste um den Gegner in Griff zu bekommen. "Wenn man nach Oldenburg kommt muss einem klar sein, dass man hier richtig hart kämpfen und auf ein schnelles, dynamisches Handballspiel eingestellt sein muss. Leider haben wir zu Beginn 5-6 Chancen am Kreis liegen lassen. Aber je länger das Spiel lief, desto besser haben wir den VfL in Griff bekommen", so der THC-Trainer.

Den ersten Treffer der Partie erzielte Lydia Jakubisova nach einem Tempo-Gegenstoß. Für den VfL warf Isabelle Jongenelen den 1:1 Ausgleich. Bis zur zehnten Minute (4:4) konnte sich keine der beiden Mannschaften einen Vorteil verschaffen, beide Teams standen stabil in der Abwehr. Nach elf Minuten wechselte Kristy Zimmerman ins Tor des Deutschen Meisters und zeigte gleich zwei tolle Paraden. Das Spiel nahm nun Fahrt auf. Beide Mannschaften spielten jetzt druckvoll im Angriff, was aber auch zu einigen technischen Fehlern führte.

Nach 20 Minuten beim Stand von 9:10, legte VfL-Trainer Nils Bötel die Grüne Karte, um seine Mannschaft auf das Spiel mit der siebten Feldspielerin beim THC einzustellen. Julia Renner, im Tor des VfL, hatte bislang einen Sahnetag erwischt und glänzte mit mehreren sehenswerten Paraden. Der Deutsche Meister konnte sich dadurch keinen Vorsprung erarbeiten. In der 23. Minute kassierte Josefine Huber die erste Zeitstrafe der Partie. Den fälligen Strafwurf von Angie Geschke parierte Kristy Zimmerman. Auf der Gegenseite machte es Emily Bölk besser und verwandelte ihren Siebenmeter sicher. Herbert Müller nahm in der 28. Minute seine erste Auszeit, um die Taktik für die letzten zwei Minuten zu erläutern. In die Pause ging es mit einem Drei-Tore-Vorsprung für den Thüringer Handball Club (13:16).


Mit ihrem ersten Treffer zum 13:17 läutete Alicia Stolle die zweite Halbzeit ein. In der 35. Minute erzielte Iveta Luzumova bereits ihren fünften Treffer zum 19:15 aus Sicht des THC. Die Thüringerinnen waren jetzt vor allem aus dem Rückraum gefährlicher und es gab sehenswerte Treffer, was zu einem 18:24 in der 40. Minute auf der Anzeigetafel führte. Die Gastgeberinnen versuchten nun durch Tempohandball, mehr Druck auf die THC-Abwehr aufzubauen, was aber keinen Erfolg brachte. Der Deutsche Meister seinerseits knackte nun ein ums andere Mal die Oldenburger Abwehr, sodass der VfL in der 44. Minute, beim Stand von 19:27 eine Auszeit nahm, um eine deftige Schlappe abzuwenden.

Herbert Müller wechselte munter durch und in der 45. Minute (20:30) war der erste Zehn-Tore-Vorsprung erreicht. THC-Trainer Herbert Müller nahm in der 50. Minute (23:34) noch mal eine Auszeit, um für die letzten Minuten des Spieles taktische Anweisungen zu geben. Beide Mannschaften nahmen nun das Tempo aus dem Spiel, um Kräfte für die Aufgaben des kommenden Wochenendes zu sparen. Durch eine klare Steigerung in Halbzeit zwei, gewann der Thüringer Handball Club am Ende auch in dieser Höhe verdient.

"Ich hatte am Wochenende auf ein besseres Spiel des THC im Europapokal gehofft. So hatten sie heute etwas gut zu machen, was die Sache für uns deutlich schwerer gemacht hat. Wir haben versucht Luzumova in kurzer Deckung zu nehmen um so den siebten Feldspieler zu provozieren. Was auch geklappt hat. Nur haben wir dann zu viele Fehler in der Vorwärtsbewegung gemacht. In der zweiten Halbzeit hat sich dann die bessere Qualität des THC gezeigt, die geduldig ihre Angriffe ausgespielt haben um dann ihre Chance zu suchen", so VfL-Trainer Niels Bötel nach dem Spiel.

Wer dachte, für den THC hätte mit dem Sieg der Tag noch ein glückliches Ende genommen, sah sich getäuscht. Sehr zum Ärger des Trainers mussten noch einige seiner Spielerinnen zur Dopingkontrolle. "Das ist schlecht geplant gewesen. Muss sowas unbedingt nach einem Mittwochsspiel sein? Wenn wir Glück haben, sind wir jetzt gegen fünf Uhr wieder zuhause. Wenn sie denn aufs Klo können, ansonsten wird es noch später. Am Freitagmorgen geht es dann schon um fünf Uhr morgens nach Slowenien, wo wir Deutschland gut im Europapokal vertreten sollen. Mit Regeneration ist da nicht viel."

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