11.10.2018 11:39 Uhr - 1. Bundesliga - Südwestpresse - Wolfgang Seitz

"Viel Druck nach vorne" - Metzingen feiert klaren Heimsieg gegen Halle-Neustadt

Shenia MinevskajaShenia Minevskaja
Quelle: Marco Schultz
Die TuS Metzingen hat sich am Mittwochabend klar mit 32:21 (17:11) gegen den Aufsteiger SV Union Halle-Neustadt durchgesetzt. Shenia Minevskaja: zeigte sich zufrieden: "Wir haben ein gutes Tempospiel gezeigt. In der zweiten Hälfte machten wir dann zu viele Fehler, haben aber am Ende gezeigt, dass es unsere Öschhölle ist."

Darf man nach einem 32:21-Sieg eigentlich noch meckern? Nicht laut, trotzdem ist es wichtig, die Sachen anzusprechen, die nicht ganz so gut geklappt haben. Das wird TuS-Trainer André Fuhr schon am Mittwoch kurz nach dem Abpfiff gemacht haben, weil die Zeit nämlich drängt. Am Sonntag gastiert Metzingen im EHF-Cup beim russischen Spitzenklub Astrachan. Bis dahin sollte dann auch das sitzen, was beim 32:21 (17:11)-Sieg gegen den wackeren Aufsteiger SV Union Halle-Neustadt noch zu bemängeln war.

Die erste Halbzeit dominierten die "Tussies". Nur beim 0:1 lag Halle in Front, ehe den Wildkatzen, die offensiv ihre Deckungsarbeit verrichteten, zügig die Krallen gestutzt wurden. Es öffneten sich Räume, die von den pinken Rückraumspielerinnen dankend genutzt wurden. Shenia Minevskaja doppelt und Delaila Amega trafen zum 3:1, dem Julia Behnke vom Kreis das 4:1 folgen ließ. Damit war nach vier Minuten schon die Richtung klar.

Hinten arbeitete die TuS konzentriert, Halle-Neustadt schenkte aber auch etliches her. Delaila Amega hatte mit einer ihrer berühmten Schleudern für das 12:5 (22.) gesorgt, was von den 900 Zuschauern mit viel Beifall bedacht wurde. Überhaupt wurden sie gut unterhalten, mussten aber auch den einen oder anderen pinken Fehler schlucken. Zwei Siebenmeter fanden nicht den Weg ins Tor, manchmal ging der Ball im Aufbau verschütt, oder gutgemeinte Anspiele fanden den Adressaten nicht. Das 17:11 zur Halbzeit war deutlich, es hätte aber gerne ein bisschen mehr sein dürfen.


Recht zerfahren fing Hälfte zwei an - von TuS-Seite. Der Aufsteiger bekam nun einiges offeriert, was er einfach nicht ablehnen konnte. Das 17:13 aus Minute 32 war ein erstes Indiz für das temporäre Verschieben der Kräfteverhältnisse. Emilia Galinska traf bei Halle-Neustadt nicht nur vom Strich sondern auch aus größeren Entfernungen. Es stand 21:17 (41.), ehe die rechte Metzinger Seite zur Tat schritt. Monika Kobylinska und Marlene Zapf trafen bis zum 25:18 (46.) jeweils doppelt. Unterstützt wurde der vehemente Zwischenspurt von etlichen Paraden, die Jesse van den Polder auspackte. Alles war wieder gut beim 27:18 (48.). Weil die Wildkatzen vorne etwas ungestüm wurden, liefen nun auch die Gegenstöße.

Eine kurze Zwischenrechnung ergab einen 9:2-Lauf der TuS binnen 13 Minuten. 30:19 stand es nach 55 Minuten. In dieser Phase lief es blendend, die Chancenverwertung bewegte sich, wie zu Beginn, wieder nahe am Optimum. Der 32:21-Heimsieg war durchaus standesgemäß. So kann man also gut gelaunt am Freitag in den Flieger klettern, der die pinke Reisegruppe via Moskau nach Astrachan bringt.

"Wir haben gut begonnen und haben viel Druck nach vorne gemacht", resümierte Trainer André Fuhr. "In der Folge haben wir dann einige Bälle weggeworfen, aber nie wirklich nachgelassen und mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung gewonnen."

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