10.10.2018 11:57 Uhr - 1. Bundesliga - PM Vereine, red

Metzingen bangt gegen Halle-Neustadt um Einsatz von Obradovic

Tanja Logvin reist von der Trainerausbildung zum SpielTanja Logvin reist von der Trainerausbildung zum Spiel
Quelle: Thomas Zober, Halle-Neustadt
Erst in der Nacht von Sonntag zu Montag sind die Wildcats vom Pokalspiel beim TV Beyeröhde-Wuppertal zurückgekommen. Am Mittwochvormittag steigen die Bundesligahandballerinnen erneut in den Bus. Ausgerechnet die weiteste Auswärtsfahrt mit knapp an die 500 Kilometer zur TuS Metzingen wartet auf den SV Union Halle-Neustadt. Nachdem Einzug ins Achtelfinale im DHB Pokal haben die Hallenserinnen Selbstvertrauen für die 1. Bundesliga getankt. Beim Tabellensechsten ist der Aufsteiger aus Halle aber erneut in der Außenseiterrolle.

0:6 Punkte werden für die "Wildcats" notiert, die sich aber trotzdem schon recht wild gebärdet haben. "Sie haben gegen Leverkusen eine überragende erste Hälfte gespielt. Sie können immense Dynamik entfachen, bringen die nötige Begeisterung mit aufs Feld", hat André Fuhr, Trainer der TuS Metzingen, am Montag bei der Pressekonferenz gesagt. Am Mittwoch bekommt er es mit dem Aufsteiger zu tun und hat im Vorfeld seine Hausaufgaben gewissenhaft erledigt.

Das hat man dann schon aus dem Statement der jungen Torhüterin Jesse van de Polder herausgehört. "Wir müssen wach sein, alles geben - und die zwei Punkte holen." Gekommen ist die 20-jährige Niederländerin eigentlich als Torhüterin Nummer drei, muss nun aber mit Isabell Roch den Kasten möglichst sauberhalten, weil Madita Kohorst nach ihrem Kreuzbandriss noch mit Reha-Maßnahmen beschäftigt ist.


Jesse van de Polder ist also ganz auf der Linie ihres Trainers, der richtig angetan war von den Wildcats, die Leverkusen bis zur Halbzeit (17:11) schwer am Wickel hatten - dann aber ganz zahm wurden. Dass es am Ende noch eine deftige 24:32-Niederlage setzte, wird Fuhr seinen Mädels nicht aufs Brot schmieren. Sie wissen es sowieso, sind aber auch intelligent genug, um nicht überheblich an die Heimaufgabe heranzugehen.

Die Länderspielreisen haben alle TusSies gut überstanden, nicht in den Kram gepasst hat dem Trainer, dass das Pokalspiel am Samstag bei der SG BBM Bietigheim II nicht zur Austragung kam, weil der Gastgeber enormen Personalmangel geltend machte. Dafür hat man intensiv trainiert. Und irgendwie dabei ist es passiert. Marija Obradovic, zuletzt in Abwehr und Angriff gleichermaßen stark, erlitt eine Steißbeinprellung. Der Einsatz am Mittwoch ist fraglich. "Wenn Marija nicht spielt, spielt jemand anderes", hat André Fuhr eine diesbezügliche Frage beantwortet, freilich auch die Alternativen grob umrissen. Shenia Minnevskaja ist auf halblinks zu Hause, mit zwei Spielmacherinnen geht es ebenso wie mit zwei Kreisläuferinnen, sogar drei Linkshänderinnen sind eine Option. "Alles ist möglich", sagt der Coach, der aber auch die Hoffnung hat, dass Obradovic einsatzfähig ist.

Im Vergleich zum Pokalspiel kommt bei den Wildcats die Kreisspielerin Pia Dietz zurück ins Team. Verzichten muss Tanja Logvin aber weiterhin auf Torhüterin Isabel Gois, welche weiterhin mit Rückenproblemen ausfällt. Im Kader steht daher wieder die erst 17-jährige Torhüterin Lara-Sophie Lepschi. Nach ihrem ersten Pokalspiel am Wochenende freut sie sich jetzt auf das erste Spiel in der 1. Bundesliga. "Es war für mich immer ein Traum in der ersten Mannschaft zuspielen, von daher freue ich mich und bin stolz heute Abend Bundesligaluft schnuppern zu dürfen. Die Mannschaft hat mich gut aufgenommen und ich sammele zurzeit so viel Erfahrungen für meine persönliche Entwicklung", so Lara-Sophie Lepschi vor ihrem ersten Bundesligaeinsatz.