10.10.2018 09:13 Uhr - 1. Bundesliga - PM Vereine, red

Bad Wildungen setzt gegen Dortmund auf "sehr aktive, aggressive und bewegliche Abwehr"

Maxime Struijs überwindet Nadja ManssonMaxime Struijs überwindet Nadja Mansson
Quelle: malafo, Vipers
Nach zweieinhalb spielfreien Wochen darf das Team von Tessa Bremmer nun endlich wieder ran in der Partie gegen die Borussia aus Dortmund. Die Spiele gegen den BVB in der Ense-Halle zählten in der Vergangenheit zu den Saisonhighlights und so freuen sich die Fans auf ein spannendes und forderndes Spiel beider Mannschaften.

"In Bad Wildungen musst du immer zwei Mal 35 Minuten kämpfen", bringt es BVB-Coach Gino Smits mit Blick auf die Spielweise der Vipers und die Atmosphäre in der Ensehalle auf den Punkt. Ja, auch die Partie in der Kurstadt dauert nur zwei Mal 30 Minuten, doch Smits fordert von seinen Schützlingen eben zu jeder Zeit maximale Aufmerksamkeit und Einstellung - da können fünf Extra- Minuten pro Halbzeit nicht schaden. "Wenn wir dort hinfahren und mal eben die Punkte mitnehmen wollen, wird es für uns nichts zu holen geben, das habe ich der Mannschaft auch so gesagt", prognostiziert Smits, der weiß, dass seine Schützlinge nicht um die Favoritenrolle herum kommen: Drei Mal trafen beide Teams in der Saisonvorbereitung aufeinander, drei Mal hieß der Sieger Borussia Dortmund. "Das war die Vorbereitung und kein Spiel mit Wettkampfcharakter", wischt Smits etwaige Prognosen aufgrund dieser Ergebnisse vom Tisch und fügt an: "Klar ist aber auch, dass wir einen Sieg brauchen."

Aufgrund der erstmaligen Teilnahme Dortmunds am internationalen Wettbewerb findet die Begegnung bereits am Mittwoch - nicht wie vorgesehen am kommenden Samstag - statt. Dafür reisen die Vipers am Sonntag, den 14.10.2018, nach Oldenburg zum Pokalsieger in der zweiten Runde des DHB-Pokales. Nichtsdestotrotz erwartet die HSG mit dem westfälischen Team ein harter Brocken. Bereits in der Vorbereitung trafen die Teams dreimal aufeinander. In allen drei Partien waren die Schwarz-gelben siegreich. Davon möchten die Nordhessinnen sich jedoch nicht entmutigen lassen. Dortmund ist zwar der Favorit, aber die Vipers haben bereits bewiesen, dass sie mit den 09ern mithalten können. Beim Finale des Domstadt-Cups in Fritzlar musste sich das Team aus Bad Wildungen am Ende nur ganz knapp geschlagen geben. Doch die Vorbereitung ist Geschichte und nun gilt es, dem Favoriten in der heimischen Ense-Halle die Stirn zu bieten.


Der Gast aus Dortmund hat nach holprigem Saisonstart bereits einen Trainerwechsel hinter sich. Der Ex-Leipziger Norman Rentsch wurde aus privaten Gründen vom holländischen Leiter des BVB-Nachwuchszentrums, Gino Smits, abgelöst. Er coachte die Mannschaft bereits im Ligaspiel gegen Metzingen und im Pokalspiel am vergangenen Wochenende gegen Schwerin, in dem seine Mannschaft einen mehr als überzeugenden 51:16-Sieg verbuchen konnte. Personell ist der BVB sehr gut aufgestellt. Zwar fehlen verletzt Mira Emberovics und Rückraumshooterin Nadja Mansson, die Qualität des Kaders leidet darunter jedoch nur minimal. Allen voran Top-Torhüterin Clara Woltering brachte schon den ein oder anderen Gegner zur Verzweiflung. Des Weiteren trifft man im Dortmunder Tor auf eine alte Bekannte: Rinka Duijndam hütete vergangene Saison noch das Gehäuse der HSG.

Die Vipers konnten die spielfreie Zeit sehr gut nutzen, um vor allem in der Abwehr und im Rückzugsverhalten weitere Feinabstimmungen zu optimieren, denn Trainerin Bremmer weiß, dass "Dortmund einen extrem temporeichen und druckvollen Handball spielt. Wir müssen eine sehr aktive, aggressive und bewegliche Abwehr stellen." Das Team um Regisseurin Maxime Struijs muss im Angriff "geduldig mit viel Zug zum Tor spielen, damit die Abwehr es nicht mehr schafft sich mitzubewegen." Außerdem fordert die Kommandogeberin mutige Würfe aus dem Rückraum.

Es wird sicherlich kein einfaches Spiel für die Vipers, auch aufgrund der angeschlagenen Spielerinnen im nordhessischen Kader. Leider konnten nicht alle in der spielfreien Zeit komplett fit werden. Der Einsatz von Laura Vasilescu ist daher noch offen. Definitiv nicht spielfähig sein wird Lisa-Marie Preis, die schon länger Knieprobleme plagen und eine Operation ist inzwischen unvermeidbar ist. Davon wollen sich die HSG-Mädels jedoch nicht aus dem Konzept bringen lassen und gehen voll fokussiert in diese Begegnung. Vipers gegen Europapokal-Teilnehmer gefordert. "Bad Wildungen ist in der Lage, von jeder der drei Rückraumpositionen einfache Tore zu erzielen, da müssen wir in jeder Situation da sein", analysiert Smits den Gegner - wenn es nach ihm geht, sogar zwei Mal 35 Minuten.