09.10.2018 15:57 Uhr - DHB-Pokal - PM DJK, red

"Einfach zu viele Fehler geleistet" - Trier verpasst Überraschung im Pokal

Die wenigen Besucher, die den Weg zum Pokalspiel der Miezen in die Arena Trier gefunden hatten und die Beteiligten auf Trierer Seite hatten im Duell mit dem Erstligisten TV Nellingen ihr Déjà-Vu. Wie eine Woche zuvor gegen den TV Beyeröhde waren die Gastgeberinnen mindestens gleichwertig, hatten reelle Chancen auf den Sieg, verspielten ihre Möglichkeiten aber innerhalb weniger Minuten in der zweiten Halbzeit.

Bei der 26:28 (12:12)-Niederlage gegen den Tabellenneunten der 1. Liga leisteten sich die Gastgeberinnen ihren Aussetzer zwischen der 40. (16:17) und 49. Minute (18:24). "Wir haben zwar weiter gekämpft, haben uns in diesen Minuten aber einfach zu viele Fehler geleistet", konstatierte Trainerin Elena Vereschako, und zog daraus den Rückschluss: "Schade, mit ein wenig mehr Konzentration und auch Glück wäre ein Weiterkommen im Pokal möglich gewesen."

Warum es jetzt schon zum zweiten Mal nacheinander zum vorentscheidenden Blackout in der zweiten Halbzeit kam, weiß die Trainerin auch nicht, sie hat nur eine Vermutung. "Vielleicht machen sich meine Spielerinnen irgendwann zu viele Gedanken, wenn sie dabei sind, einen Favoriten besiegen zu können." Und dieses Szenario war greifbar.


Gestützt auf die starke Torfrau Melanie Eckelt - Aleksandra Baranowska musste nach einer Sprunggelenkverletzung passen - mit der in den Rückraum versetzten Maja Zrnec, die als Regisseurin glänzte und den treffsicheren Linsey Houben und Andrea Czanik waren die Miezen von der ersten Minute an gleichwertig. "Die taktische Umstellung mit Maja auf Rückraum Mitte hat sich ausgezahlt", stellte Vereschako fest, "vor allem Andrea Czanik hat davon profitiert, weil sie sehr effektiv mit Bodenpässen in Szene gesetzt wurde."

Für Optimismus bei der Miezen-Trainerin sorgte auch wieder die Schlussphase. Nach dem entscheidenden Rückstand von 18:24 gaben sich ihre Schützlinge keineswegs geschlagen. Zwischen der 50. und 57. Minute kämpften sich die Gastgeberinnen noch einmal auf zwei Treffer heran (24:26) ehe eine Zwei-Minuten-Strafe gegen Dovile Ilciukaite die Aufholjagd beendete.

Bei den Miezen gab Dora Simon-Varga nach einer sechsmonatigen Verletzungs- und Reha-Pause ihr Comeback. Besonders lobte Vereschako ihre Torfrau Melanie Eckelt, die gesundheitlich angeschlagen (Rückenprobleme) in die Partie ging, aber vor den Augen des Meister-Torwart-Duos von 2003, Alexandra Gräfer und Dani Vogt 14 Paraden zeigte. Am kommenden Sonntag (16.30 Uhr) gastieren die Miezen in der Liga bei der SG H2 KU Herrenberg. Im nächsten Heimspiel trifft die MJC dann am Sonntag, 28. Oktober um 14 Uhr in der Arena Trier auf Werder Bremen.

"Wir wussten, dass es gegen Trier sehr schwer wird wenn wir nicht von Anfang an in unser Spiel finden. Allerdings haben wir uns durch die vielen vergebenen Torchancen auch das Leben selber schwer gemacht und somit war es vom Ergebnis ein ständiges hin und her. Wir haben es nie geschafft, einen beruhigenden Vorsprung herauszuwerfen. Auch hat Trier richtig gut gekämpft und sich in keiner Phase aufgegeben. Großes Kompliment an Trainerin Elena Vereschako, die ihre Mannschaft gut auf uns eingestellt hatte", so Nellingens Geschäftsführer Bernd Aichele nach dem Pokalspiel.

08.10.2018 - Nellingen hat sich in Trier "das Leben selber schwer gemacht"