09.10.2018 08:54 Uhr - DHB-Pokal - chs

"Haben es nicht geschenkt bekommen": Bensheim/Auerbach erleichtert nach erstem Pflichtsieg

Sonderlob von beiden Coaches: Helen van BeurdenSonderlob von beiden Coaches: Helen van Beurden
Quelle: Andrea Müller, Flames
Die HSG Bensheim/Auerbach Flames stehen im Achtelfinale des DHB-Pokals. In der Liga wie auch der SV Union Halle-Neustadt und die Neckarsulmer Sport-Union mit drei Niederlagen gestartet, konnte das Team von der Bergstraße sich nun den ersten Pflichtsieg erkämpfen. Am Samstag wartet das Kellerduell gegen die ebenfalls noch punktlosen Schwäbinnen.

"Ich bin natürlich froh, dass wir eine Runde weiter gekommen sind. Das war das erwartete schwere Spiel. Wir wussten, dass Kirchhof eine richtig gute Mannschaft hat und dass wir hier alles in die Waagschale werfen müssen, um eine Runde weiter zu kommen. Das hat sich bewahrheitet", so Flames-Trainerin Heike Ahlgrimm nach dem 35:30 (18:16) in Melsungen.

"Ich muss sagen, dass ich heute auf der einen Seite mit dem Angriff richtig zufrieden bin. Wir machen 35 Tore und haben heute seit langem mal wieder viele richtige Entscheidungen getroffen und viele richtige Sachen gespielt. Das macht mich froh. Auf der anderen Seite schlägt mein anderes Herz in der Brust. 30 Tore sind mir absolut zu viel. Das habe ich auch eben schon der Mannschaft gesagt. Wir kriegen in der ersten Halbzeit schon 16 Tore, in der 2. Halbzeit sind es dann 14 - das sind einfach zu viele Tore für uns", so Ahlgrimm in ihrer Analyse.

"Es war ein deutlich schnelleres Spiel, als letzte Woche gegen Mainz. Wir hatten uns das auch vorgenommen und wollten auch wieder deutlich schneller spielen. Wir haben uns auf Bensheim vorbereitet", betonte Kirchhofs Trainer Christian Denk im Anschluss an die Partie und ergänzte: "Meiner Meinung nach haben wir heute ein richtig gutes Spiel gespielt. Wir waren mindestens auf Augenhöhe, was das Spielerische angeht. Darauf bin ich sehr, sehr stolz und das ist das, was ich erstmal in die nächste Woche mitnehme."

Die spielerische Augenhöhe spielte sich allerdings nicht immer im Spielverlauf wider, die Flames legten über die gesamte Partie den Spielstand vor, mussten lediglich beim 1:1 und 5:5 mal einen Ausgleich hinnehmen. Kirchhof blieb aber zumindest in Halbzeit eins noch in Schlagdistanz. Es ging immer hoch und runter und am Ende glaube ich auch, dass der Sieg verdient ist, weil wir von der ersten bis zur letzten Minute geführt haben und das dann ein bisschen verwaltet haben. Aber wir mussten dafür viel tun und haben es nicht geschenkt bekommen. Ich denke, dass das Kirchhof richtig gut gemacht hat", so Ahlgrimm.

"Wir haben auch sehr viele Chancen liegen gelassen und sind vor allem in der 1. Halbzeit immer wieder an Helen van Beurden gescheitert, die ein sehr, sehr starkes Spiel gemacht hat und ihre Mannschaft immer wieder in Führung gehalten hat. Das war sehr, sehr wichtig für Bensheim, weil ich glaube, da hätten wir vielleicht noch das eine oder andere Tor mehr werfen können", so Denk.

Auch Ahlgrimm lobte die niederländische Torhüterin auf Seiten der Flames. "Helen hat heute ein sehr gutes Spiel gemacht. Wir haben zwei richtig gute Torhüter. Das ist immer schwer, wer spielt. Aber wenn die eine ausfällt, ist die andere da. Ich kann mich auf beide verlassen und das hat man heute und auch in den anderen Spielen gesehen", so Ahlgrimm, die jedoch auch noch mal den Finger in die Wunde legte: "Trotzdem bekommen wir 30 Tore, obwohl sie sehr gut war und daran müssen wir arbeiten, das war im letzten Jahr besser. Da haben wir nur um die 25 Tore bekommen und da werden wir im Training jetzt weiter ansetzen. Es warten jetzt schwere Aufgaben auf uns und wir haben noch viel, viel Arbeit vor uns."

Die nächste Aufgabe ist für Bensheim/Auerbach gleich eine entscheidende, denn dann kommt es in der heimischen Weststadthalle zum Duell mit der Neckarsulmer Sport-Union, die ebenfalls im Pokal mit 31:25 (17:12) gegen den HC Rödertal hart arbeiten musste. Die Rödertalbienen sind hingegen nächster Heimspielgegner der SG 09 Kirchhof. "Wir haben heute natürlich den Vorteil gehabt, dass wir Außenseiter sind. In der Liga haben wir oft die Favoritenrolle und können damit noch nicht so gut umgehen. Heute war es wieder einfach und dann sieht man auch, zu was wir in der Lage sind", so Denk auch mit Blick auf die anstehende Aufgabe, denn gegen die mit 6:2 Punkten etwas besser platzierten Sächsinnen hat Kirchhof mit 5:3 Zählern auf der Habenseite erneut keine Favoritenrolle inne.