06.10.2018 09:17 Uhr - DHB-Pokal - PM Vereine, red

Rödertal will Erstligist Neckarsulm überraschen

Brigita Ivanauskaite trifft auf den Club ihrer ZwillingschwesterBrigita Ivanauskaite trifft auf den Club ihrer Zwillingschwester
Quelle: Helke, HCR
Der Jubel im Rödertal war groß, als am 4. September die zweite Runde des DHB-Pokals ausgelost wurde. Der HCR trifft am Samstag, den 6. Oktober 2018, vor heimischem Publikum auf den Erstligisten Neckarsulmer Sport-Union. Damit gingen gleich zwei Wünsche der Verantwortlichen in Erfüllung - ein Spiel gegen einen attraktiven Gegner und in eigener Halle. Anwurf der Partie ist um 17.30 Uhr. Die in der ersten Runde als Erstligist spielfreien Gäste reisen unterdessen nach drei Niederlagen in der Liga mit der Hoffnung auf den ersten Pflichtspielsieg der Saison an.

Gegen die Neckarsulmer Sport-Union konnten die Bienen in der vergangenen Spielzeit ihren einzigen Punkt im deutschen Oberhaus gewinnen. Beide Mannschaften trennten sich damals im Rödertal mit 26:26 (13:11). Seit dem hat sich nicht nur im Bienenstock, sondern auch bei der NSU Vieles verändert.

Bei den Schwäbinnen übernahm Pascal Morgant das Traineramt von der damals interimsmäßig eingesetzten Tanja Logvin. Außerdem wurde der komplette Kader umgekrempelt. Zehn Abgängen stehen acht Neuzugänge gegenüber. Unter den neuen Spielerinnen befindet sich auch ein ganz interessanter Name, der den Fans im Rödertal sehr vertraut sein sollte - Roberta Ivanauskaite. Die Zwillingsschwester von Biene Brigita Ivanauskaite wechselte von Fredericia HK 1990 nach Baden-Württemberg. Leider zog sie sich in der Vorbereitung einen Kreuzbandriss zu und kann deswegen nicht spielen.

Außerdem läuft Ex-Biene Nele Reimer für Neckarsulm auf. Sie spielte mit einem Zweitspielrecht in der Saison 2016/17 im Rödertal. Derzeit ist sie in der 1. Bundesliga mit 23/9 Treffern die drittbeste Schützin. Nach dem verpatzten Saisonstart (0:6 Punkte) will die Mannschaft von Morgant dieses Spiel sicherlich nutzen, um die Trendwende einzuleiten. Die Vorzeichen dafür stehen jedenfalls gut, denn während die Bienen vergangenes Wochenende das schwere Spiel gegen die Kurpfalz Bären (16:26) bestritten, hatte die NSU spielfrei und konnte sich intensiv auf dieses Duell vorbereiten.

"Dringend benötigt wird auf Neckarsulmer Seite der erste Pflichtspielsieg in dieser Saison", unterstreicht unterdessen der Pressedienst der Gäste. Nach den ansprechenden Leistungen im Saisonauftakt gegen Metzingen und in Bad Wildungen gab es für die Sport-Union bei der 22:25-Derbyniederlage gegen den TV Nellingen zuletzt einen herben Dämpfer in der Bundesliga. "Durch die Länderspielpause hatte Neckarsulm im Vergleich zu Rödertal viel Zeit, um die Niederlage aufzuarbeiten, ist dadurch allerdings auch aus dem Spieltagsrhythmus gekommen. Denn beim HCR gilt es für die Sport-Union wieder an die Leistung aus den ersten beiden Saisonspielen aufzuschließen", so die Gäste in der Vorschau.

"Wir brauchen ein Erfolgserlebnis und das müssen wir uns erarbeiten. Wir sind im Spiel in Rödertal als Erstligist natürlich der Favorit und wollen in das Achtelfinale einziehen. Viel mehr geht es in diesem Spiel aber darum, sich in einem guten Wettkampf-Spiel zu steigern, um mit Blick auf die Bundesliga weiter zu kommen", sagte NSU-Trainer Pascal Morgant zum Auftakt im DHB-Pokal.

Der HC Rödertal freut sich auf ein großartiges Handballfest im heimischen Bienenstock. Geschäftsführer Kai Kaufmann dazu: "Es ist doch schön, dass wir unserem Publikum so einen attraktiven Gegner bieten können. Das wird ein Spiel auf das sich alle freuen können." Aber auch für ihn sind die Rollen klar verteilt: "Wir sind der Absteiger. Dementsprechend liegen die Favoritenrolle und auch der Druck bei Neckarsulm. Besonders freut es mich für die jungen Spielerinnen, schließlich spielt man nicht jeden Tag gegen so eine erstklassige Mannschaft."

Bienen-Trainer Frank Mühlner muss für das Spiel nur auf Meret Ossenkopp verzichten: "Außerdem plagt sich Brigita Ivanauskaite momentan mit einer Erkältung herum. Da müssen wir schauen, wie es sich bis zum Wochenende entwickelt." Auch er gibt Geschäftsführer Kaufmann recht: "Für uns ist das Spiel ein Bonus und wir haben nichts zu verlieren." Und fügt lachend hinzu: "Trotzdem kann in einem Pokalspiel viel passieren. Am Ende müssen wir ein Tor mehr erzielen als unser Gegner um weiter zu kommen. Zur Not eben im 7-Meter-Werfen."

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