20.09.2018 12:31 Uhr - 1. Bundesliga - red, PM Vereine

Bietigheim feiert "tollen Sieg" im Nachholspiel gegen Metzingen

Luisa SchulzeLuisa Schulze
Quelle: Joachim Zühlke
Die SG BBM Bietigheim hat die weiße Weste in der 1. Bundesliga gewahrt und das Derby bei der TuS Metzingen mit 29:25 (16:14) für sich entschieden. Die Niederländerinnen Maura Visser und Laura van der Heijden erzielten je fünf Tore, ihre Landsmännin Angela Malestein sowie Spielmacherin Anna Loerper trafen je viermal.

Bei Metzingen konnten aucht Tore von Delaila Amega und sechs Treffer von Monika Kobylinska die erste Saisonniederlage und das Zurückfallen auf Rang 7 hinter den Buxtehuder SV nicht verhindern. Bietigheim klettert hingegen auf Rang 3 hinter dem Deutschen Meister Thüringer HC und Pokalsieger VfL Oldenburg und überholte damit die HSG Blomberg-Lippe, die ebenfalls zwei Siege auf der Habenseite hat.

SG BBM-Cheftrainer Martin Albertsen lobte seine Spielerinnen: "Das war heute ein toller Sieg meiner Mannschaft. Wir haben eine gute Abwehrleistung gezeigt und speziell in Unterzahl hervorragend agiert. Das war heute generell beste Werbung für den deutschen Frauenhandball mit tollen Fans und einer super Stimmung in einer großartigen Atmosphäre."

Getrübt hingegen war die Atmosphäre bei der TuS Metzingen. Ein Satz kann ein ganzes Spiel erklären. Gesagt hat ihn Kelly Vollebregt umittelbar nach dem Abpff: "Wir haben gut gekämpft, aber wenn man die Chancen nicht reinmacht, kann man nicht gewinnen. Ich glaube, die Überzahl hat kein einziges Mal geklappt."

TuS-Trainer André Fuhr gratuierte: "Bietigheim ist der verdiente Sieger, auch wenn die Niederlage etwas zu hoch ausgefallen ist." Auch er war von dem Spiel angetan, musste bei seinen Schützlingen aber einige Abstriche machen: "Beide Teams haben begeisternden Handball gezeigt, doch unsere Wurfquote war einfach nicht gut genug. Alle Zuschauer haben Frauenhandball auf höchstem Niveau gesehen."

Spielmacherin Delaila Amega äußerte sich mit gemischten Gefühlen: "Ich habe irgendwie ein komisches Gefühl zum Spiel. Wir haben eine gute Teamleistung gezeigt, am Ende aber leider wieder nicht gegen die SG Bietigheim gewinnen können, wobei Kleinigkeiten ausschlaggebend waren. Ich bin mir sicher, dass wir uns weiterentwickeln werden, und dann wollen wir in der Zukunft so ein Spitzenspiel wieder gewinnen." Spielführerin Julia Behnke fügte hinzu: "Über weite Strecken war es eine Partie auf Augenhöhe und bis zur Halbzeit war Bietigheim nur mit zwei Treffern vorne. Dann kommen wir gut aus der Kabine, verlieren dann aber das Spiel in Überzahl, was besonders weh tut."


Von Anfang an entwickelte sich ein hochklassiges Bundesligaspiel, das temporeich begann, von schnellen Torabschlüssen und von aggressivem Abwehrverhalten bestimmt war. Die Führung wechselte immer wieder bis zur 8. Minute als Torhüterin Dinah Eckerle einen Schuss der Metzinger entschärfte und Angela Malestein im Gegenzug die 9:7-Führung für die SG BBM erzielte. Die zwei Tore-Führung sollte bis zur 17 Minute halten.

Dann gab es eine Zeitstrafe gegen Bietigheims Maura Visser, die Metzingen nicht nutzen konnte - im Gegenteil, der Vizemeister ging durch Laura van der Heijden mit drei Toren in Führung. Die TuSsies bewiesen Moral und kämpften sich wieder bis auf einen Treffer heran, jedoch fehlte danach entweder bei einigen Aktionen im Abschluss das Quäntchen Glück oder man scheiterte an der heute überragenden SG BBM-Torhüterin Dinah Eckerle. Verdient ging es beim Stand von 14:16 in die Pause.

Die TuSsies unter Neutrainer Andre Fuhr begannen den zweiten Durchgang furios und kamen nach 34 Minuten zum 17:17-Ausgleich. Folgerichtig nahm SG BBM-Cheftrainer Albertsen eine Auszeit. Es lief dennoch nicht rund für sein Team. Dazu bekam Luisa Schulze noch eine Zeitstrafe und Maura Visser scheiterte vom Siebenmeter-Punkt. Metzingen war in dieser Phase des Spiels einfach aggressiver. Im Tor der TuSsies zeichnete sich Isabell Roch ein ums andere Mal aus.


Nachdem bereits Maura Visser und Kim Naidzinavicius jeweils mit ihren Siebenmetern gescheitert waren, übernahm Anna Loerper an alter Wirkungsstätte Verantwortung und brachte ihr Team mit 19:18 in Front. Postwendend kam der Ausgleich, was bezeichnend für den Spielverlauf im zweiten Durchgang war. Nach 44 Minuten war Bietigheim beim Stand von 21:20 in doppelter Unterzahl, kam durch Maura Visser trotzdem zur 22:20 Führung und überstand diese Phase unbeschadet.

Es blieb bei der knappen Führung bis zur 52. Minuten als Kim Naidzinavicius ihre Farben mit drei Toren nach vorne brachte. Anna Loerper war die Spielerin der letzten fünf Minuten mit zwei verwandelten Siebenmetern und einem weiteren tollen Treffer. Bietigheim spielte seine Klasse aus und gewann am Ende verdient mit 29:25. Der TuS Metzingen zeigte mit dieser Leistung, dass mit ihm in dieser Saison zu rechnen ist.

Die Tabelle der 1. Bundesliga

Pl. Team Sp. T-D Pkt.
1. Thüringer HC 2 28 4:0
2. VfL Oldenburg 2 12 4:0
3. SG BBM Bietigheim 2 11 4:0
4. HSG Blomberg-Lippe 2 4 4:0
5. Frisch Auf Göppingen 2 8 3:1
6. Buxtehuder SV 2 4 2:2
7. TuS Metzingen 2 2 2:2
8. HSG Bad Wildungen Vipers 2 -2 2:2
9. TSV Bayer 04 Leverkusen 2 -5 2:2
10. Borussia Dortmund 2 -2 1:3
11. Neckarsulmer Sport-Union 2 -7 0:4
12. TV Nellingen 2 -17 0:4
13. HSG Bensheim/Auerbach 2 -18 0:4
14. SV Union Halle-Neustadt 2 -18 0:4


17.09.2018 - HBF kompakt: Metzingen im EHF-Pokal weiter, Dreikampf an der Liga-Spitze