12.09.2018 20:57 Uhr - 1. Bundesliga - fcb

Bietigheim spielt gegen Leverkusen Routine aus, Kurzke verletzt

Charris Rozemalen erzielte fünf TrefferCharris Rozemalen erzielte fünf Treffer
Quelle: Marco Wolf
Die SG BBM Bietigheim startete nach der erfolgreichen Champions-League-Qualifikation mit Rückenwind in die Saison. Der neu formierte TSV Bayer 04 Leverkusen, mit sieben neuen Gesichtern, war zu Gast und wollte nach der guten Vorbereitung etwas zeigen. Die Gäste schlugen sich gut, doch die SG BBM konnte ihre Deckung recht schnell stabilisieren, wirkte danach routiniert und übernahm das Spiel. Über den 18:13-Halbzeitstand hinaus dominierte die SG vor 846 Zuschauern und siegte 30:23. Kurzke verletzte sich bei einem Rettungsversuch schmerzhaft am Rücken und fiel aus.

Vor der Partie wurden einige Akteure zurück begrüßt. Kim Naidzinavicius bestritt ebenso ihr erstes Heimspiel nach Verletzung wie Charris Rozemalen. Maura Visser hatte während der vergangenen Spielzeit eine Tochter geboren. Bei Leverkusen nahm Jenny Karolius nach ihrer Schulter-OP erstmals wieder an der technischen Besprechung vor dem Spiel teil und fungierte als Mannschafts-Verantwortliche. Die Rheinländerinnen griffen erstmals unter Wettbewerbs-Bedingungen zum Ball. Und sie taten das voller Elan. Amelie Berger stellte nach fünf Minuten auf 1:4 für die Gäste.

Bietigheim hatte in den ersten Momenten der Partie kein Abwehrspiel im Angebot. Der erste erfolgreiche Gegenstoß ermöglichte aber gleich das 3:4 (6.) durch Woller. Die SG BBM zog deutlich das Tempo an, machte aber weiterhin viele Fehler. Allerdings konnte Leverkusen nicht nachlegen. Die energetische Berger vergab gegen Eckerle im Gegenstoß die 3:6-Vorlage, die erste Parade der National-Torhüterin. Martin Albertsen unterbrach die bisher wildeste Phase des Spiels nach acht Minuten beim Stand von 3:5 mit der Grünen Karte. Der Däne hatte einiges zu besprechen.

Die Hausherrinnen jagten zunächst weiter hinterher. Die Rheinländerinnen zeigten sich immens engagiert und sehr flink auf den Füßen, sie verhaspelten sich aber auch öfters: Ein ungenaues Zuspiel Leverkusens an den Kreis ergab nach zwölf Minuten die Bietigheimer Chance zum 7:7-Ausgleich. Naidzinavicius hatte das Auge für Woller. Kurz darauf bediente Visser die dänische Linksaußen zum 8:7. Das 9:7 entstammte einer feinen Einzelaktion van der Heijdens und zwang ihren Landsmann Robert Nijdam, seine Schützlinge an die Seitenlinie zu holen. Die "Elfen" waren aus dem Rhythmus.

Bietigheim hatte es mit einer spanisch anmutenden 6:0-Abwehr-Formation geschafft das Spiel zu drehen. Nele Kurzke hielt Leverkusen zunächst auf Schlagdistanz, nach 22 Minuten parierte sie beim Stand von 11:9 zum fünften Mal. Doch Rozemalen und Schulze schraubten vor der Pause über die erste Welle weiter am Bietigheimer Vorsprung, während die Gäste immer wieder von der Deckung gestoppt wurden. Kurzke verletzte sich überdies bei einer vergeblichen Rettungsaktion, 14:9 (24.), am unteren Rücken und musste ausgewechselt werden. Fehr rückte zwischen die Pfosten.

Nijdam wechselte fast komplett und der alte Elan war wieder da. So konnte der TSV den Rückstand einigermaßen begrenzen. Mit der Sirene passte dann aber Visser auf Schulze, die mit dem 18:13 die neuerliche Fünf-Tore-Vorlage besorgte. Salamakha und Loerper ermöglichten kurz darauf das von Naidzinavicius verwandelte 20:14. Auf Lauenroths 21:14-Konter folgte die zweite Leverkusener Auszeit. Oft genügte jetzt ein guter Pass, um die Gegenwehr der Gäste auszuschalten. So stand Bietigheim zwanzig Minuten vor Schluss bereits nahezu als Sieger fest.

Leverkusen zog nach einer Auszeit Zschocke aus dem Deckungsverband gegen Visser heraus. Ihre Mitspielerinnen waren aber nicht achtsam, als Malestein sich zum 25:18 (44.) an den Kreis davonstahl. Mehrere vergebene Siebenmeter und einige technische Fehler pflasterten den Weg aus Sicht des TSV Bayer 04 Leverkusen, der beim 27:22 (52.) dennoch auf fünf Tore verkürzte. Die vier vergebenen Siebenmeter schmerzten die Gäste einmal mehr. In der Schlussminute etablierte Loerper beim 30:23 den Sieben-Tore-Vorsprung erneut, zugleich der Endstand.