11.09.2018 08:25 Uhr - 1. Bundesliga - PM Metzingen

Geglücktes Debüt mit Verbesserungspotential für André Fuhr und TuS Metzingen gegen Neckarsulmer Sport-Union

Marlene Zapf: "Natürlich sind wir noch nicht ganz zufrieden und haben sehr viele Chancen liegen lassen, aber wir wissen, woran wir arbeiten müssen."Marlene Zapf: "Natürlich sind wir noch nicht ganz zufrieden und haben sehr viele Chancen liegen lassen, aber wir wissen, woran wir arbeiten müssen."
Quelle: groundshots.de
Die TuS Metzingen wurde zum Saisonauftakt ihrer Favoritenrolle gerecht, siegte am Samstag bei der Neckarsulmer Sportunion mit 30:24 (15:10). Die zwei eingeplanten Punkte sind eingetütet. Das hat den neuen Trainer André Fuhr gefreut. Freilich hat er auch gesehen, dass noch Luft nach oben ist. Trotz des nie gefährdeten Sieges konnte er mit einigen Sachen nicht uneingeschränkt zufrieden sein.

Zum Beispiel war Fuhr von der ersten Halbzeit durchaus angetan. "Wir hatten gutes Tempo und die nötige Präzision im Spiel" so der Coach. Um die Präzision war es allerdings oft geschehen, wenn es in die Abschlusssituationen ging. Noch einmal André Fuhr: "Wir haben 15 Tore erzielt, aber auch 14 Chancen nicht reingemacht, darunter hochkarätige. Das ist natürlich ein nicht unwichtiges Manko."

Etwas zögerlich kamen die "Tusssies" ins Spiel, lagen in der fünften Minute mit 2:3 in Rückstand. Und dann ging die Post ab. Fünf Zeigerumdrehungen später wurde ein 7:3 für Metzingen notiert. Julia Behnke (2), Delaila Amega, Marlene Zapf und Julia Harsfalvi hatten jeweils nach schnell vorgetragenen Angriffen getroffen. Was folgte, war jene Sequenz, die dem Trainer ein bisschen die Freude am Auftritt seiner Mädels vergällte. In rascher Folge wurden auch beste Möglichkeiten nicht untergebracht - es stand 6:7 in der 17. Minute. Hinten raus wurde ein einigermaßen standesgemäßes Halbzeitergebnis herbeigeführt, weil mit dem Tempo wieder die Treffsicherheit stieg. Auffallend bis zum 10:15 war folgendes: Irene Espinolla Perez und Nele Reimer hatten neun der zehn NSU-Tore aus dem Rückraum erzielt.

"Da hat das Zusammenspiel zwischen Torwart und Abwehr nicht gut funktioniert. Das muss man besser verteidigen." Das wird André Fuhr seinen Spielerinnen in der Pause sicher in aller Deutlichkeit gesagt haben. Die Deckung stand besser, Torhüterin Isabell Roch freute sich über die Unterstützung und dankte es mit Paraden. Die TuS lag nach einem Treffer von Marija Obradovic in der 35. Minute mit 19:12 in Front. Richtig voran wollte es aber nicht gehen. "Da haben wir zu wenig konsequent gespielt, den Gegner auf Distanz gehalten, das Spiel nur noch verwaltet. Das hat mir nicht so gefallen", fasste der TuS-Trainer die zweite Spielhälfte zusammen.

Fuhr probierte in Neckarsulm etliches aus. Mit Patricia Kovacs und Delaila Amega schickte er beide Spielmacherinnen gleichzeitig auf die Platte, Julia Behnke bekam am Kreis Gesellschaft von Tamara Haggerty. Diese und andere Varianten machen die Mannschaft unberechenbar, die einen nie gefährdeten 30:24-Sieg mit in den Bus nahm. Ein Sonderlob vom Trainer bekam Julia Harsfalvi. Die Linksaußen brachte Tempo ins Spiel und hatte eine sehr ansprechende Trefferquote. Gar nicht gefallen hat Fuhr das Überzahlspiel: "Da hat hinten immer irgendjemand gepennt." Ein Trainingsschwerpunkt für diese Woche ist also schon mal klar.

Weiter geht es für Metzingen mit dem Doppel-Heimspiel im EHF-Cup gegen den HZRK Grude (Bosnien- Herzegowina) am Freitag und Samstag (jeweils 20 Uhr, Öschhalle). Darauf freuen sich nicht nur die Spielerinnen, die auch noch Steigerungspotenzial in den pinken Reihen sehen. Zum Beispiel Marlene Zapf: "Wir sind sehr froh, dass wir das erste Spiel gewonnen haben und die ersten Punkte auf unserem Konto sind. Wir haben über weiter Strecken ziemlich guten Handball gezeigt. Natürlich sind wir noch nicht ganz zufrieden und haben sehr viele Chancen liegen lassen, aber wir wissen, woran wir arbeiten müssen. Für das erste Spiel, was bekanntlich nicht ganz einfach ist, lief es im Großen und Ganzen ziemlich gut für uns."

So sah es auch Torhüterin Isabell Roch: "Wir haben mit dem Pflichtsieg die gestellte Aufgabe erfüllt. Beim ersten Spiel ist man als Spielerin immer etwas nervöser und angespannter, aber ich denke, wir haben gut gespielt. Auch wenn es nicht überragend war. Wir werden uns sicherlich in den nächsten Spielen steigern."