10.09.2018 13:30 Uhr - 2. Bundesliga - PM HCR

Saisonstart nach Maß - Rödertalbienen in Waiblingen erfolgreich

Mit 8 Toren erfolgreichste Werferin - Brigita IvanauskaiteMit 8 Toren erfolgreichste Werferin - Brigita Ivanauskaite
Quelle: Christian Skomudek
Im mit Spannung erwarteten Saisonauftaktmatch in der 2. Bundesliga gewannen die Rödertalbienen vor einer spärlichen Kulisse von 175 Zuschauern gegen den Vorjahresachten, den VfL Waiblingen, deutlich mit 36:26 (18:11). Besser konnte der Start in das neue Spieljahr kaum sein und so sah man im Lager der Sächsinnen durchweg zufriedene Gesichter.

Den Grundstein für den Erfolg legten die Gäste aus dem Rödertal in der ersten Halbzeit. Dabei waren die Vorzeichen vor dem Spiel nicht unbedingt günstig, Julia Mauksch noch verletzt, Jasmin Eckart mit der A-Jugend in der Jugendbundesliga in Leverkusen und Thilde Boesen leicht angeschlagen, dafür war Victoria Hasselbuch nach Verletzungspause wieder mit von der Partie und kam zu ihrem ersten Bundesligaeinsatz. Das Spiel begann auf beiden Seiten sehr nervös, zu groß war die Ungewissheit über das eigene Können und das des Gegners.

Trainer Frank Mühlner hatte sein Team eher defensiv und auf Sicherheit eingestellt, Fehler sollten unbedingt vermieden werden, um dem Gegner keine bzw. ganz wenig Möglichkeiten zu Kontern zu geben und das war für das Auftaktspiel genau das richtige taktische Konzept. Waiblingen bot mit seiner offensiven, auf Ballgewinn orientierten Abwehrformation, immer wieder die Räume, in die Brigita Ivanauskaite und Co. schonungslos hineinstießen.

Das erste Tor im Spiel erzielten die Randstuttgarterinnen per Strafwurf, aber dann ging es Schlag auf Schlag. Bereits in der zehnten Spielminute hatten die Gäste die erste Drei-Tore Führung beim 6:3 erzielt. Mit einer überzeugenden Abwehrarbeit ließen sie die Gastgeber nicht zur Entfaltung kommen und in der Offensive suchten sie druckvoll den Abschluss und das hinterließ Wirkung. Auch auf den Zuschauerrängen sah man eher ratlose Gesichter. Das hatte man sich ganz anders vorgestellt.


VfL-Trainer Andersson stellte mehrfach um, erzielte damit aber nicht die erhoffte Wirkung. Als er die Torfrau gegen eine zusätzliche Feldspielerin tauschte reagierte Rödertaltorfrau Ann Rammer am schnellsten und erzielte zwei Tore. Quasi mit dem Pausenpfiff baute Lisa Loehnig die Führung zum 18:11 aus. Einziger Wermutstropfen waren die zwei Zeitstrafen in Hälfte eins gegen Ivanauskaite, die Mühlner daraufhin nur noch im Angriff spielen ließ, um nicht ihre Disqualifikation zu riskieren.

Zu Beginn von Hälfte zwei überraschte Waiblingentrainer Andersson erneut mit einer taktischen Variante, indem er eine doppelte Pressdeckung spielen ließ. Damit hatte er zumindest kurzzeitig auch Erfolg und die Gastgeberinnen konnten den Rückstand, der zwischenzeitlich bereit auf zehn Tore angewachsen war, auf acht Tore verkürzen. Doch auch Gästetrainer Mühlner reagierte, stellte um und seine Mädels stellen den alten Vorsprung wieder her.

Die letzten 15 Minuten verliefen ausgeglichen. Nun wurde der Kräfteverschleiß auf beiden Seiten sichtbar. Die Aktionen waren nicht mehr so zwingend und kleine Fehler unterbrachen den Spielfluss. Rödertal brachte den Vorsprung clever über die Zeit. Ein großes Lob gebührt den beiden Unparteiischen Daniela Kuschel und Sandra Schenk, die das Spiel jederzeit sicher, unauffällig und mit Fingerspitzengefühl leiteten.

Der 36:26-Sieg des HC Rödertal geht auch der Höhe nach völlig in Ordnung. Es war eine überzeugende Leistung und so waren Trainer und Spielerinnen nach dem Spiel hochzufrieden. Der Kommentar von Mühlner war gewohnt kurz: "Ich bin unheimlich stolz auf meine Mädels. Sie haben genau das umgesetzt, was wir besprochen haben. Die erste Halbzeit war einfach Klasse, das wird aber auch der Maßstab für die nächsten Spiele sein. Alle im Team haben ihren Anteil am Erfolg, da möchte ich bewusst keine Spielerinn hervorheben."

Nun richtet sich der Blick bereits voraus, denn am kommenden Samstag empfangen die Bienen in eigener Halle den SV Werder Bremen, der zum Auftakt patzte.