09.09.2018 15:31 Uhr - 1. Bundesliga - Dötsch, BVB und red

Anne Müller rettet Dormund im Handballkrimi gegen Göppingen aus ungewohnter Position das Remis

Anne Müller traf in letzter Sekunde in Manier einer RückraumspielerinAnne Müller traf in letzter Sekunde in Manier einer Rückraumspielerin
Quelle: Stummbillig, BVB
Die Handball-Frauen vom BVB Dortmund zum Auftakt der neuen Bundesligaspielzeit gegen Frisch Auf Göppingen den Zuschauern im Heimspiel in der Sporthalle am Bleichstein mit einem 26:26 (13:14) einen echten Handballkrimi geliefert. Den Punkt sicherte am Ende Anne Müller mit dem letzten Wurf, und zwar nicht wie gewohnt vom Kreis, sondern aus dem Rückraum. Am Ende steht ein durchaus gerechtes Unentschieden, wie auch FAG-Coach Alexandr Knezevic fand: "Vielleicht haben wir in den letzten zwei oder drei Sekunden schon gefeiert. Ich bin aber auch mit einem Punkt zufrieden, beide Teams haben super gekämpft und gespielt."

Dabei zeigte das Team des neuen Dortmunder Trainers Norman Rentsch gleich von Beginn an, wo die spielerische Reise hingehen soll: Die Schwarzgelben legten vor einer voll besetzten Halle los wie die Feuerwehr und führten nach drei Minuten und Svenja Hubers Gegenstoßtreffer bereits mit 3:1. "Wir haben gut in die Partie gefunden, waren sehr dynamisch in der Vorwärtsbewegung. Dann haben wir uns aber ein bisschen aus dem Spiel bringen lassen", analysierte Rentsch die erste Halbzeit.

In der Tat fanden die Gäste insbesondere im Angriff über die agile Michaela Hrbkova besser ins Spiel und zwangen den BVB mit einer offensiven Deckung zu dem einen oder anderen Flüchtigkeitsfehler. Die Dortmunderinnen agierten in der Deckung punktuell zu passiv, sodass der körperlich nicht gerade hoch hinaus geschossene Göppinger Rückraum immer wieder zu Torerfolgen aus der Nahwurfzone kam. Resultat war ein knapper 13:14-Pausenrückstand, der für den zweiten Durchgang alle Optionen offen ließ.

"Es war noch ein bisschen Unsicherheit drin", suchte der Dortmunder Coach Ansätze dafür, dass es seinen Schützlingen nach einem guten Start in den zweiten Durchgang und dem 16:14 nicht gelang, einen Vorsprung herauszuspielen - im Gegenteil: "Wir sind dann eigentlich die ganze Zeit einem Rückstand hinterhergelaufen", blickt Rentsch zurück. "Es war kompliziert: Kriegten die Schwarzgelben hinten die Deckung dicht, wollte der Ball im Angriff nicht ins Tor, erzielte man mal mehrere Treffer in Folge, klingelte es zu häufig auch im eigenen Kasten", berichtet der Pressedienst des BVB.

So steuerte die Partie auf eine hochspannende Schlussphase zu, in der Annika Blanke mit ihrem Treffer drei Minuten vor dem Ende beim 24:26 einen BVB-Sieg in weite Ferne rücken ließ. Im Gegenzug traf Anne Müller vom Kreis und die schwarzgelbe Defensive stand, sodass die Dortmunderinnen nach Rentsch Auszeit fünfzehn Sekunden vor Schluss tatsächlich noch die Chance auf einen Punktgewinn hatten. "Wie uns das Publikum über die gesamte Partie unterstützt hat, war phänomenal", so Norman Rentsch.

"Diese Endphase mit diesem Glauben und Kampf kann in der Saison noch ganz wichtig werden", blickt der BVB-Trainer auf vogelwilde Schlusssekunden zurück: Schwarzgelb brachte die siebte Feldspielerin, doch Göppingen verteidigte gut und ließ nur einen Notwurf von Außen zu. Über Umwege landete der Ball bei Anne Müller. Und die Kreisläuferin entdeckte die Rückraum-Rechte in sich und beförderte den Ball zwei Sekunden vor Schluss in die linke obere Torecke.