06.09.2018 12:06 Uhr - 1. Bundesliga - dpa

Umbruch mit jungen Spielerinnen: Thüringer HC vor spannender Saison

Supercup-Sieger Thüringer HCSupercup-Sieger Thüringer HC
Quelle: Alex Mühlbach, THC
Herbert Müller gilt als Motivationskünstler und Handball-Experte. Seine Expertise ist auch in der neuen Saison gefragt. Denn die Meister-Handballerinnen des Thüringer HC haben einen personellen Umbruch hinter sich.

Mit dem Supercup steht schon der erste Pokal der Saison in der Vitrine des Thüringer HC. Doch der zählt nicht mehr, wenn es für die Handballerinnen des deutschen Meisters am Samstag zu Hause in der Salza-Halle gegen den TV Nellingen in die neue Bundesliga-Saison geht.

Erfolgstrainer Herbert Müller sieht sein Team in der neuen Spielzeit nicht in der Favoritenrolle. Der THC hat einen großen personellen Umbruch vollzogen. Dennoch nimmt Müller sich viel vor. "Unser Ziel ist es, auf allen drei Hochzeiten so lange wie möglich mit zu tanzen. Wir sind hinter Bietigheim sicher in der zweiten Mitfavoriten-Rolle. Wir wollen im Pokal gerne zum Final Four nach Stuttgart fahren und in der Champions League die Hauptrunde erreichen", sagte der frühere Mathematik-Dozent.

Sportlich verspricht es eine hochinteressante Saison zu werden. Der Thüringer HC geht als "Gejagter" ins Meisterschaftsrennen. Die direkte Konkurrenz aus Bietigheim, Tabellenzweiter der abgelaufenen Saison, hat sich im Sommer hochkarätig verstärkt und will dieses Jahr endlich den Meistertitel holen. Die Thüringerinnen mussten schmerzlich erfahren, wie ernst es der SGBMM ist. Top-Torhüterin Dinah Eckerle wechselte nach sieben Jahren vom THC zum Kontrahenten.

Personell hat sich der siebenfache deutsche Meister für die neue Spielzeit mit fünf Neuzugängen ganz neu aufgestellt. Alicia Stolle (HSG Blomberg-Lippe), Emily Bölk (Buxterhuder SV), Ina Großmann (TuS Metzingen), Kristy Zimmermann (Frisch auf Göppingen) und Ann-Cathrin Giegerich (Neckarsulmer Sport-Union) verstärkten im Sommer den Kader.

Müller will zukünftig vermehrt auf junge deutsche Spielerinnen setzen, die die Chance erhalten sollen, sich beim THC weiterzuentwickeln: "In unseren Spielerinnen steckt sehr großes Potenzial, das wir entwickeln wollen. Wir wollen sie an internationale Aufgaben heranführen und auf ein neues Level heben. Bisher haben sie noch keine Champions League gespielt, das bedeutet eine Menge Arbeit. Das ist ein sehr zukunftsträchtiges Projekt."

Vor drei Wochen mussten die Thüringerinnen unvorhergesehen noch einmal personell nachlegen, nachdem klar wurde, dass Beate Scheffknecht und Nina Schilk länger ausfallen. Rückraumspielerin Scheffknecht muss verletzungsbedingt pausieren, Schilk wird Mutter. Deshalb stießen die Ungarin Kriztina Tricsuk (Kisvárda) und die mazedonische Nationalspielerin Jovana Sazdovska (Vadar Skopje) erst vor Kurzem zum Team.

Müller zeigt sich trotz der kurzen Eingewöhnungsphase für die Neuen zufrieden. "Wir hatten diesen Sommer einen sehr großen Umbruch mit sieben neuen Spielerinnen. Das ist eine komplette Mannschaft. Die muss man erst einmal integrieren. Die Mädels sind aber super angekommen. Ich bin sehr mit der Integration zufrieden. Wir müssen aber noch an den Mechanismen arbeiten, das braucht Zeit. Diese Zeit werden wir uns auch nehmen", sagte er.

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