06.09.2018 10:41 Uhr - 2. Bundesliga - PM Kirchhof, red

"Liga ist stärker geworden" - Konkurrenz der 2. Liga ohne klaren Favoriten

Mannschaften wie die SG 09 Kirchhof gehört zum erweiterten Kreis der Favoriten. Einen Top-Anwärter auf die Spitze scheint es aktuell aber nicht zu geben.Mannschaften wie die SG 09 Kirchhof gehört zum erweiterten Kreis der Favoriten. Einen Top-Anwärter auf die Spitze scheint es aktuell aber nicht zu geben.
Quelle: Richard Kasiewicz, SG09
So ausgeglichen wie selten zuvor wird die 2. Bundesliga von den Protagonisten eingeschätzt. Einen klaren Aufstiegsfavoriten gibt es daher nicht, aber mehrere Anwärter auf einen Spitzenplatz. Darunter auch Kirchhof. Die meisten Trainer der favorisierten Klubs stapeln lieber tief.

Mit der Favoritenrolle ist das so eine Sache. Manche nehmen sie an und damit auch erhöhten Erfolgsdruck in Kauf. Doch die meisten zieren sich, schrauben (nach außen) die eigene Erwartungshaltung herunter, loben stattdessen die Konkurrenz. Wie vor der am Wochenende startenden Saison in die 2. Bundesliga der Frauen.

Von der Konkurrenz hoch gehandelt: die SG 09 Kirchhof. Trainer Christian Denk schmeckt das nicht. Klar habe seine Mannschaft in der letzten Saison - besonders in der formidablen Rückrunde - für Furore gesorgt. Doch auch andere vermeintliche Außenseiter wie die Kurpfalz Bären (3.) oder Herrenberg (4.) hätten überrascht, gibt er zu bedenken. Und: "Die Liga ist insgesamt stärker geworden, weil sich fast alle Teams verstärkt haben."

Allerdings ist der Zweitliga-Rückkehrer von 2017 darauf gut vorbereitet, kann auf eine eingespielte Mannschaft zurückgreifen und zwei potenziellen Verstärkungen (Michelle Urbicht und Sandra Szary), die das Team noch stärker machen. Was den SG-Coach immerhin zu dem Saisonziel verleitet, den guten fünften Platz der letzten Saison bestätigen zu wollen.

Seine eigenen Favoriten: FSV Mainz, Kurpfalz Bären, TV Beyeröhde und Spreefüxxe Berlin. Die wiederum winken allesamt dankend ab. "Zu den Aufstiegsaspiranten zählen wir auf keinem Fall", sagt etwa FSV-Trainer Thomas Zeitz, "dazu ist meine Mannschaft zu unerfahren." Immerhin verstärkten sich die Mainzer mit zwei Erstliga erfahrenen Spielerinnen (Larissa Platen und Hanne van Rossum) sowie mit der österreichischen Junioren-Nationalspielerin Carina Gangel, zuletzt in der ersten spanischen Liga aktiv.

Damit dürfte, so Denks Einschätzung, die zweitbeste Abwehr der letzten Saison noch stärker werden. Sein Kollege bleibt dagegen bescheiden, peilt "einen Platz in der oberen Tabellenhälfte" an und kürt stattdessen Kirchhof und die Kurpfalz Bären zu den Favoriten: "Für mich war Kirchhof die Mannschaft der letzten Saison. Da sie sich klug verstärkt hat, dürfte sie nun noch stärker sein."

Ähnlich zurückhaltend verfährt auch Katrin Schneider. "Wir träumen nicht", sagt die Trainerin der Kurpfalz Bären, die auf eine eingespielte Mannschaft plus Neuzugang Verena Oßwald (von Gröbenzell), nach eigener Aussage "bereits gut integriert", zurückgreifen kann. Die erreichte in der letzten Saison einen hervorragenden dritten Platz, der für sie Verpflichtung und Ansporn zugleich ist: "Nur wenn wir an unsere starke Hinrunde anknüpfen und erneut verletzungsfrei bleiben, können wir diesen wiederholen." Drei Konkurrenten sieht sie "weiter vorne": Meister Buchholz-Rosengarten, Mainz und Kirchhof.

Beyeröhdes Coach Schwarzwald nimmt Denks Kompliment gerne an ("Diese Einschätzung ehrt uns"), glaubt auch daran, "dass wir eine gute Rolle spielen können", sieht aber für ganz oben bei Kirchhof und den Kurpfalz Bären das größte Potenzial: "Kirchhof hat einen breiten und ausgeglichenen Kader und die Kurpfalz Bären sind am eingespieltesten." Martin Schwarzwald selbst hat zwei Hochkaräter zu integrieren: Linkshänderin Johanna Heldmann (von SGH Rosengarten) und Silvia Szücs (TuS Metzingen), die allerdings nach zwei Kreuzbandrissen noch nicht voll belastbar ist. "Sie kann für Beyeröhde zu einem großen Trumpf werden", glaubt Christian Denk.

Was auch für die vier internationalen Neuzugänge der Spreefüxxe Berlin (Simona Kolosve, Paulina Momot, Laura Kirchhoff Madsen und Fabienne Humer) gilt. "Eine Wundertüte" (Denk), die seine Mannschaft gleich im ersten Heimspiel (am 15. September) entzaubern kann. Der Saisonstart erfolgt am Samstag in Bremen. Deren Trainer Maximilian Busch hat die SG ebenfalls auf dem Favoritenzettel (neben Rosengarten, Mainz und Beyeröhde), was die Aufgabe der Kirchhoferinnen an der Weser eher schwerer als leichter macht.

Genau das wollte der SG-Coach verhindern, muss aber nun wohl damit leben, zum Favoritenkreis zu zählen. Ein keineswegs schwacher Trost: Dieser ist groß und "die 2. Liga so ausgeglichen wie lange nicht mehr."

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