03.09.2018 12:42 Uhr - DHB-Pokal - Harry Traubenkraut

Oberligist TV Bassenheim zwingt Zweitligist Trier in die Verlängerung

Gabriella Szabo und Trier mussten in Bassenheim über die Verlängerung gehenGabriella Szabo und Trier mussten in Bassenheim über die Verlängerung gehen
Quelle: DJK
Die Partie zwischen den Oberligahandballerinnen des TV Bassenheim und dem Zweitligisten DJK MJC Trier in der 1. DHB-Pokalrunde wird sicher Einzug in die Vereinschronik der Gastgeberinnen finden, denn die TVB-Damen zwangen den zwei Klassen höheren Gast beim 26:28 (25:25, 11:12) nicht nur in die Verlängerung, sondern kratzen selbst da noch an der Pokalsensation.

Gegenüber der Erstauflage vor zwei Jahren, als der TVB mit 18:33 verlor war dabei diesmal vor rund 220 Zuschauern von einem Klassenunterschied nichts zu erkennen. Wenn dann ein Oberligist einem Zweitligateam so zusetzt stellt sich die Frage, war der Oberligist so stark, oder der Zweitligist so schwach? Eine Frage, die Gästetrainerin Elena Verechako mit "wahrscheinlich stimmt beides ein bisschen", beantwortete.

Verechako schob nach: "Ich erwarte natürlich schon mehr von meinen Mädels. Es darf natürlich keine Entschuldigung sein, dass Bassenheim sehr motiviert war und nichts zu verlieren hatte, aber sie haben das auch wirklich gut gemacht. Wir haben uns im Angriff oft zu wenig bewegt, waren aber ja auch sehr häufig in Unterzahl. Kämpferisch war das am Ende zumindest okay, dennoch müssen wir gegen einen Oberligisten in der Lage sein das Tempo zu verschärfen und die Zügel anzuziehen."

Weder das Erste, noch das Zweite gelang Trier über die gesamten 70 Spielminuten. Stattdessen konnte die Miezen-Trainerin froh sein, mit Alexandra Baranowska (mit Abstrichen), sowie Gabriella Szabo und Vesna Tolic drei Individualistinnen in ihren Reihen zu haben, die Triers Pokalambitionen am Leben erhielten. Das bessere Kollektiv hingegen hatte der wackere Oberligist. Mit Spielfreude und unbekümmert ging der Außenseiter ans Werk, wobei vorne gut kombiniert und hinten gut zusammengearbeitet wurde.

Verdienter Lohn war ein ständig enger Spielverlauf, der Trier zwar zumeist vorne sah, aber nie mit mehr als zwei Treffern. Bassenheims neuer Coach Wolfgang Becker umschiffte anschließend die Eingangsfrage, als er sagte: "Ich kenne Triers sonstiges Niveau nicht, aber wir haben das heute zum Teil schon sehr gut gemacht. Überwiegend in der Abwehr, wo das neue System schon ganz gut gesessen hat. Im Angriff hatten wir noch zu viele Fehler. Uns fehlen noch drei, vier Wochen zusammen, denn ich habe das Team ja erst vor 6 Wochen übernommen und zehn Wochen Vorbereitungszeit brauchst du normalerweise."

Das einte Becker und Verechako zumindest, denn die meinte: "Unsere Vorbereitung war holprig, da mir oft nur sieben, acht Spielerinnen zur Verfügung standen. Das hat man uns auch angemerkt." So hatte Bassenheim stets eine Antwort auf Trierer Führungen. Sei es durch die rotzfrech verwandelten Siebenmeter von Ex-Mieze Eva Lennarz (auf der Gegenseite parierte Anke Balmert gleich vier Siebenmeter), durch Steffi Henns raffinierte Rückraumwürfe, oder durch Außentore von Angelina Richter, Nicole Hommen und Nathalie Oster, fast aus dem Nullwinkel. Für den ganz großen Wurf fehlte letztlich vielleicht ein Tick Cleverness, sowie die Ruhe im erweiterten Gegenstoß. Ansonsten wäre der Eintrag in der Bassenheimer Vereinschronik wohl einer der größten in diesem Werk auf längere Zeit geworden.

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