31.08.2018 13:43 Uhr - 1. Bundesliga - HBF

HBF-Supercup läutet neue Spielzeit ein - Meister Thüringer HC empfängt Pokalsieger VfL Oldenburg

Emily BölkEmily Bölk
Quelle: Buxtehuder SV / Hans Kall
Am morgigen Samstag, den 1. September, um 19.30 Uhr fällt in der Handball Bundesliga Frauen (HBF) mit dem Supercup der Startschuss in die Saison 2018/19. In der Wiedigsburghalle in Nordhausen treffen der Deutsche Meister Thüringer HC und der amtierende Pokalsieger VfL Oldenburg aufeinander und kämpfen um den ersten Titel der Saison. Übertragen wird das Spiel im MDR-Livestream.

Beide Mannschaften haben eine intensive Vorbereitungsphase mit diversen Trainingslagern, Turnieren und Testspielen hinter sich. Für den VfL galt am vergangenen Wochenende das heimische Wunderhorn-Turnier als letzter Härtetest bevor der Ernst der Bundesliga beginnt. Doch außer des Gewinns der Torjägerkanone durch Nationalspielerin Angie Geschke ging der Pokalsieger leer aus.

"Wir haben deutlich zu passiv agiert. Das können wir uns in der Bundesliga nicht erlauben", analysierte Oldenburgs Trainer Niels Bötel. Die Schwachstelle der Norddeutschen sei der Abschluss: "Eine Abschlussquote von 40 % ist auf diesem Niveau einfach zu wenig. Da wir fast einen komplett neuen Rückraum haben, ist das Timing noch nicht so wie es sein sollte."

Jene Rückraum-Neulinge, die den Abgang von Malene Staal (Buxtehude) und Simone Spur Petersen (Bensheim/Auerbach) auffangen sollen, sind Helena Mikkelsen vom Erstligaaufsteiger Halle-Neustadt, Kristina Logvin vom norwegischen Club Molde HK, Myrthe Schoenaker von København Håndbold und auch Isabelle Jongenelen, die in der vergangenen Saison lange Zeit verletzt die Oldenburger Bank hüten musste. Zusätzlich hat sich der VfL auf der Torhüterposition mit Dortmunds Annamaria Ferenczi sowie auf Rechtsaußen mit Lina Genz aus der eigenen Jugend verstärkt.

Auch THC-Coach Herbert Müller musste in diesem Sommer einen Umbruch in der Mannschaft vollziehen. Gleich sechs Abgänge (Dinah Eckerle, Bietigheim; Anika Niederwieser, Metzingen; Patricia Batista da Silva, Le Havre; Kerstin Wohlbold und Nina Schilk, Babypause; Macarena Aquilar Diaz) sowie die verletzte Beate Scheffknecht galt es zu kompensieren. Doch die Neuzugänge für den Rückraum lassen sich sehen: Neben den Nationalspielerinnen Alicia Stolle aus Blomberg und Emily Bölk vom Buxtehuder SV sind die Ungarin Krisztina Triscsuk (Kisvárdai KC) und die mazedonische Nationalspielerin Jovana Sazdovska (Vardar Skopje) zum siebenfachen Meister dazugestoßen.

Auch Anne Hubinger, die sich während eines Lehrgangs der Nationalmannschaft vergangenes Jahr am Fuß schwer verletzt hatte, ist zurück auf der Platte. Neben den beiden Torhüterinnen Kristy Zimmerman (Göppingen) und Ann-Cathrin Giegerich (Neckarsulm) konnte zudem Ina Großmann (Metzingen) für die linke Außenbahn gewonnen werden. Doch auch für dieses neue, hochkarätige Team verlief die Vorbereitung durchwachsen. Nach dem Gewinn des Porzellan Cups im tschechischen Most und anderen erfolgreichen Freundschaftsbegegnungen musste der Deutsche Meister, wenn auch kadergeschwächt, die erste Niederlage in der Vorbereitung im Testspiel gegen die HSG Blomberg-Lippe Mitte August hinnehmen. Es folgten zwei weitere gegen den französischen Meister HB Metz. Doch das Saisonziel bleibt mit Blick auf Liga, Pokal und Champions League bestehen: "Wir wollen solange wie möglich in allen drei Wettbewerben mitmischen", so Herbert Müller.

Der diesjährige Supercup ist die sechste Auflage des HBF-Wettbewerbs und zugleich die dritte für den Rekord-Supercup-Sieger aus Thüringen. Nach 2015/16 und 2016/17, welche beide Male mit dem Gewinn des ersten Saisontitels endeten, und dem Aussetzen im vergangenen Jahr, greift die Mannschaft um Trainer Herbert Müller in diesem Jahr beim Saisonauftakt wieder an. Doch auch der VfL Oldenburg kann bereits einen Supercup-Sieg aus dem Jahr 2009/10 gegen den HC Leipzig vorweisen. Die beiden Liga-Begegnungen der abgelaufenen Saison zwischen den Thüringerinnen und den Norddeutschen konnte der THC klar für sich entscheiden (34:27, 37:27).

Der MDR überträgt das Spiel live im Online-Stream unter www.mdr.de. Bereits am Nachmittag, um 16 Uhr, wird zudem die Pokal-Partie der 1. Runde zwischen dem Thüringer HC II und dem HC Rödertal in der Wiedigsburghalle ausgetragen.

HBF-Supercup-Historie im Überblick 2017, Hamburg: Buxtehuder SV (P) - SG BBM Bietigheim (M) 22:30
2016, Nordhausen: Thüringer HC (M) - HC Leipzig (P) 22:21
2015, Nordhausen: Thüringer HC (M) - Buxtehuder SV (P) 24:22
2009, Rotenburg a. d. Fulda: HC Leipzig (M) - VfL Oldenburg (P) 28:30
2008, Koblenz: 1. FC Nürnberg (M) - HC Leipzig (P) 30:34