21.08.2018 17:57 Uhr - 1. Bundesliga - PM Veranstalter, red

Erstligisten führen Vorrundengruppen bei Lotto-Cup an

Die Wege von Bensheim und Nellingen kreuzen sich frühestens nach der VorrumdeDie Wege von Bensheim und Nellingen kreuzen sich frühestens nach der Vorrumde
Quelle: Andrea Müller
Eine der längsten Serien im deutschen Frauenhandball droht zu reißen. Seit 27 Jahren gibt es den Lotto-Cup, noch nie gewann eine ausländische Mannschaft das Turnier. Das könnte jetzt V&L Geleen ändern. Der Dritte der holländischen Meisterschaft zählt am 25./26. August zu den Favoriten der Veranstaltung in Ludwigsburg.

Der Lotto-Cup ist einmal mehr stark besetzt. 16 Teams aus fünf Ländern nehmen teil, darunter neun Mannschaften, die in den höchsten Ligen ihres Heimatlandes spielen. Vier davon kommen aus Nachbarländern. Neben V&L Geleen, das für die Niederlande auch im Europacup startet, sind dies GC Amicitia Zürich (Schweiz), SSV Dornbirn-Schoren (Österreich) und Sokol Pisek (Tschechien).

Aus dem deutschen Handball-Oberhaus sind HSG Bad Wildungen, HSG Bensheim-Auerbach, Neckarsulmer SU und der TV Nellingen dabei. Dazu kommen mit den Waiblingen "Tigers", den Trierer "Miezen", Ketscher "Kurpfalzbären", Sachsen Zwickau und Aufsteiger HSG Gedern-Nidda fünf Vertreter der 2. Bundesliga. Insgesamt nehmen damit neun Teams aus den beiden deutschen Top-Ligen teil - fast ein Drittel aller 30 Frauen-Bundesligisten.


V&L Geleen war die große Überraschung der letzten Saison in der Ehrendivision. Mit Platz drei schloss das junge Team die Play-Offs ab, qualifizierte sich für den EHF Challenge Cup. In der neuen Runde will die Truppe von Trainer Richard Curfs erneut vorne angreifen. Zuvor soll aber der erste Lotto-Cup-Sieg einer ausländischen Mannschaft perfekt gemacht werden.

Das Los führt Geleen bereits in der Vorrunde mit einem anderen Top-Favoriten zusammen. Die "Vipers" aus Bad Wildungen wollen den im Vorjahr unglücklich verpassten Turniersieg nachholen. Damals vergab die Mannschaft von Tessa Bremmer am Ende des Finales einen Siebenmeter und wurde nur Zweiter. Mit der Schweizer Nationaltorhüterin Manuela Brütsch, der rumänischen Torjägerin Laura Vasilescu und einer starken holländischen Garde streben die "Vipers" erneut das Endspiel an. Neu bei den "Vipers", aber gut bekannt beim Lotto-Cup: Maxime Struijs wurde vor drei Jahren, damals noch im Trikot von FA Göppingen, zur besten Spielerin des Turniers gewählt.

Enorm verstärkt hat sich Neckarsulm. Ob auf der Trainerbank mit dem aus Nellingen gekommenen Pascal Morgant, oder auf dem Feld mit Spielerinnen wie Ana Pavkovic (Dalfsen/NL), Louisa Wolf (Nellingen), Irene Espinola Perez (Dortmund) und Roberta Ivanauskaite (Fredericia/DK). Die ebenfalls ins württembergische Unterland gewechselte Michelle Goos, hat sich leider bereits verletzt. Dennoch dürfte die NSU deutlich besser sein als im Vorjahr und auch beim Lotto-Cup eine gute Rolle spielen.

Was kann die neuformierte Mannschaft des TV Nellingen leisten? Die Anhänger der jetzt von Carsten Schmidmeister trainierten "Schwaben Hornets" sind vor allem auf die Tschechin Sarka Marcikova und die Schweizerin Catherine Csebits gespannt - zwei von über 40 Nationalspielerin, die beim Ludwigsburger Turnier zum Ball greifen. Nellingen gewann den Lotto-Cup bereits viermal

Als einziges der vier Teams aus der 1. Bundesliga gewann die HSG Bensheim-Auerbach den Lotto-Cup noch nie. Das will Trainerin Heike Ahlgrimm ändern. Die "Flames" stellen eine gut eingespielte Formation, aus der Sarah van Gulik, Carolin Schmele, die holländische Vizeweltmeisterin Sanne Hoekstra und Talent Lisa Friedberger herausragen. Am Wochenende vor dem Lotto-Cup gewann die HSG das Turnier in Allensbach mit einem Endspielsieg gegen Neckarsulm.

Kurpfalzbären wollen überraschen

Aus der 2. Bundesliga sind die "Kurpfalzbären" Ketsch, die Trierer "Miezen", die "Tigers" des VfL Waiblingen, der BSV Sachsen Zwickau und Aufsteiger HSG Gedern-Nidda am Start. Vor allem Ketsch scheint in der Lage, den Favoriten ein Bein zu stellen. Fast ein Heimspiel haben im nahen Ludwigsburg die "Tigers" aus Waiblingen. Deren neuer Trainer Nicolaj Andersson, aus Dänemark ins Remstal gewechselt, wird beim Lotto-Cup einen Eindruck von der Stärke der künftigen Gegner bekommen.

Mit neuen Trainern reisen auch die Zweitligisten aus Trier und Zwickau an. Die Sächsinnen werden jetzt von Rüdiger Bones betreut. Die "Miezen" präsentieren eine "alte Bekannte": Elena Vereschako gewann 2003 als Spielerin mit Trier die deutsche Meisterschaft. Meister wurde sie zuletzt auch in Luxemburg - als Trainerin in Grevenmacher.

Neu beim Lotto-Cup ist die HSG Gedern-Nidda. Der Überraschungsaufsteiger in die 2. Liga beschnuppert in Ludwigsburg die Bundesliga-Konkurrenz. Erfolgstrainer Christian Breiler hofft, dass die Duelle mit der hochrangigen Konkurrenz sein relativ unerfahrenes Team weiter voran bringen.

Neben den vier Bundesligisten und V&L Geleen mischen drei weitere Mannschaften mit, die in ihren Heimatländern in der höchsten Klasse spielen. Aus der Schweiz ist dies GC Amicitia Zürich, aus Österreich SSV Dornbirn-Schoren und aus Tschechien Sokol Pisek. Für die ambitionierten Schweizerinnen wäre der Einzug in die Finalrunde ein großer Erfolg. Etwas mehr könnte es bei Dornbirn-Schoren sein. Die Vorarlbergerinnen wurden 2017/18 in der heimischen "Women Handball Austria" mit einer sehr jungen Mannschaft Vierter. Mit der Nationalteamspielerin und Linkshänderin Miriam Schaupp vom Serienmeister Hypo NÖ lotste SSV-Trainerin Ausra Fridrikas eine Top-Spielerin nach Dornbirn.

Die bekannteste Spielerin von Sokol Pisek spielt gar nicht mehr dort. Aber Monika Luzumova vom Thüringer HC, eine der Weltklassespielerinnen der Bundesliga, erlernte in der südböhmischen Stadt das Handball-Abc. Auch ohne Luzumova will Sokol glänzen. In der gemeinsamen Liga von Tschechien und der Slowakei wird ein Platz unter den vier besten tschechischen Teams und damit die Qualifikation fürs Playoff um die Landesmeisterschaft angestrebt. Dabei soll die neuverpflichtete WM-Teilnehmerin Alena ?etelíková von Slavia Prag helfen.

Drittliga-Torjägerin und viele Talente

Das Teilnehmerfeld des Lotto-Cup komplettieren mit HCD Gröbenzell, der HSG Freiburg und SG BBM Bietigheim 2 drei Drittligisten. Gröbenzell stieg zwar aus der 2. Liga ab, überrascht aber beim Lotto-Cup fast schon traditionell mit starken Auftritten. Bei Freiburg spielt Nadine Czok, die mit 192 Treffern bundesweit beste Torjägerin der letzten Drittligasaison. Die 20-jährige Rückraumspielerin dürfte auf dem Notizzettel einiger Bundesligisten stehen. Reich an Talenten ist die 2. Mannschaft der SG BBM Bietigheim. Der Vizemeister der 3. Liga Süd und württembergische Pokalsieger hat mehrere Spielerinnen eingebaut, die noch vor drei Monaten im Endspiel um die deutsche B-Jugendmeisterschaft standen.

Modus, Hallen, Spielzeiten und Gruppen

Die Vorrunde wird in am Samstag, 25. Juni, 11 bis 17 Uhr, in vier Gruppen zu je vier Mannschaften gespielt. Aus jeder erreichen die beiden besten Teams die Endrunde um Platz 1 bis 8. Die anderen Mannschaften spielen in der B-Runde um die Plätze 9 bis 16.

Die Final- und B-Runde bringt jeder Mannschaft am Samstag noch ein Spiel, ehe das Turnier am Sonntag, 26. August, um 10 Uhr fortgesetzt wird. Die Halbfinals beginnen um 14 Uhr, das Endspiel um 16:40 Uhr. Der Lotto-Cup wird in der Doppelsporthalle an der Alleenstraße und der Innenstadt-Sporthalle in Ludwigsburg ausgetragen.

Vorrunde:

Gruppe A: "Schwaben Hornets" TV Nellingen (1. BL), "Kurpfalzbären" TSG Ketsch (2. BL), HSG Gedern-Nidda (2. BL), SSV Dornbirn-Schoren (Österreich)

Gruppe B: Neckarsulmer SU (1. BL), GC Amicitia Zürich (Schweiz), Sachsen Zwickau (2. BL), SG BBM Bietigheim II (3. Liga)

Gruppe C: "Flames" HSG Bensheim-Auerbach (1. BL), Sokol Pisek (Tschechien), Waiblingen "Tigers" (2. BL), HSG Freiburg (3. Liga)

Gruppe D: "Vipers" HSG Bad Wildungen (1. BL), V&L Geleen (Niederlande), Trierer "Miezen" (2. BL), HCD Gröbenzell (3. Liga)

Finalrunde:
Gruppe 1: 1. A, 2. B, 1. C, 2. D
Gruppe 2: 2. A, 1. B, 2. C, 1. D

B-Runde:
Gruppe 1: 3. A, 4. B, 3. C, 4. D
Gruppe 2: 4. A, 3. B, 4. C, 3. D
Infos zum Lotto-Cup: www.sv-lb-ossweil.de