16.08.2018 14:55 Uhr - Jugend/Juniorinnen - dhb.de

"Die Zeit ist extrem knapp"- Deutsche U18-Nationalmannschaft heute im WM-Viertelfinale gegen Korea

Trainer Maik Nowak: "Die Zeit zwischen Achtel- und Viertelfinale ist extrem knapp, wenn man bedenkt, dass die Koreanerinnen kräftemäßig nie einbrechen.Trainer Maik Nowak: "Die Zeit zwischen Achtel- und Viertelfinale ist extrem knapp, wenn man bedenkt, dass die Koreanerinnen kräftemäßig nie einbrechen.
Quelle: sportseye.de
Der Europameister trifft auf den Asienmeister, die viertbeste WM-Abwehr auf den bei weitem besten WM-Angriff - heute Abend zählt es für die deutschen Mädels bei der U18-Weltmeisterschaft im polnischen Kielce. Um 20.45 Uhr, also nur 24 Stunden nach dem Anwurf des hart umkämpften 25:24-Zittersiegs im Achtelfinale gegen Kroatien, geht es für die Mannschaft von Maik Nowak und Zuzana Porvaznikova gegen Korea um den Einzug ins Halbfinale.

Siegt die DHB-Auswahl, wartet am Samstag um 17.30 Uhr der Sieger des Viertelfinales Ungarn gegen Spanien. Im Falle einer Niederlage geht es zum Auftakt der Platzierungsspiele um die Ränge 5 bis 8 am Samstag um 12.30 Uhr gegen den Verlierer der Partie Ungarn gegen Spanien.

"Die Zeit zwischen Achtel- und Viertelfinale ist extrem knapp, wenn man bedenkt, dass die Koreanerinnen kräftemäßig nie einbrechen. Aber da müssen unsere Spielerinnen heute Abend alle Kräfte mobilisieren, physisch und mental", sagt Nowak: "Kurz gesagt: Wir müssen nach dem kräftezehrenden Spiel 24 Stunden zuvor gegen diese asiatische Spielweise heute etwas Außergewöhnliches leisten."

Korea ist neben Russland und Ungarn die einzige Mannschaft bei der WM, die alle bisherigen sechs Partien gewonnen hat, darunter nicht nur das 36:30 im Achtelfinale gegen Japan, sondern auch den bisherigen WM-Rekordsieg, das 45:39 gegen Frankreich in der Vorrunde. In jedem Spiel hat Korea mindestens 32 Tore erzielt, zweimal waren es gar 45. Mit 234 Treffern - bei 338 (!) Angriffen, ebenfalls WM-Rekord - stellt der Asienmeister die beste Offensive des Turniers. Zum Vergleich: Die DHB-Mädels bringen es nach sechs Spielen auf 153 Tore. Das macht im Durchschnitt 39,0 koreanische Treffer pro Partie gegenüber 25,5 von deutscher Seite.

Dafür sind die wieselflinken Koreanerinnen bei ihrem Hochgeschwindigkeitshandball aber anfälliger in der Defensive, sie kassierten bereits 172 Gegentreffer. In dieser Kategorie liegt Deutschland mit nur 124 Gegentoren auf Rang vier. "Wir wollen das Tempo rausnehmen und bestimmen, zudem unsere Chancen nutzten. Im Angriff sind also Übersicht und Souveränität gefordert, um Korea ständig vor neue Herausforderungen zu stellen. In der Abwehr müssen wir eine deutsche Gummiwand aufbauen - jeder und alles muss von dieser Wand abprallen", sagt Nowak.

In einer Statistik liegt eine deutsche Spielerin ganz oben - der Effektivität: Julia Weise hatte noch keinen Fehlwurf, für ihre 18 Treffer benötigte sie nur 18 Versuche. Angesichts der Gesamtzahl der Tore verwundert es nicht, dass vier Koreanerinnen in der Torjägerliste vor der bestplatzierten DHB-Spielerin liegen: Sumin Kim (44), Bitna Woo (36), Yedam Oh (31) und Yejin Yun (30) haben als Quartett bereits 141 Treffer auf dem Konto und somit nur zwölf Tore weniger als die gesamte deutsche Mannschaft, beste Deutsche ist Aimee von Pereira mit 26 Toren.

Korea, bei den U20-Junioren 2014 Weltmeister, ist die letzte nicht-europäische Mannschaft im WM-Viertelfinale von Kielce, in den weiteren Partien stehen sich heute die Niederlande und Schweden sowie Dänemark und Russland gegenüber. Im Achtelfinale hatte es bereits die Mitfavoriten aus Frankreich (gegen die Niederlande), Norwegen (gegen Spanien) und Rumänien (gegen Schweden) erwischt.

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