10.07.2018 08:42 Uhr - Jugend/Juniorinnen - Wieland Berkholz

U20-Nationaltrainerin Marielle Bohm: "Recht ausgeglichenes Niveau bei dieser Weltmeisterschaft"

Marielle BohmMarielle Bohm
Quelle: Wieland Berkholz
Nach drei Niederlagen in der Vorrunde gegen Schweden, Kroatien und Frankreich trifft das Deutsche Team am Dienstag zu ungewohnt später Anwurfzeit um 20.45 Uhr auf den Titelverteidiger Dänemark. Im Interview mit handball-world.news ließ DHB-Trainerin Marielle Bohm die vergangene Woche Revue passieren und blickt auf das Spiel gegen Dänemark.

In der ersten Turnierwoche verspielte Ihre Mannschaft mit knappen Niederlagen gegen Schweden und Kroatien eine bessere Ausgangslage vor dem Achtelfinale. Das gestrige Spiel gegen Europameister Frankreich hatte für die Tabellensituation keine Auswirkung mehr. Wo sehen Sie im Nachhinein die Ursachen für die Niederlagen?

Marielle Bohm:
Wir sind nicht richtig in das Turnier gekommen. Gerade das erste Spiel hätten nicht verlieren dürfen. In diesem Spiel hatten wir 22 zum größten Teil klare Wurfgelegenheiten nicht verwerten können. Insbesondere die Quote von den Außenpositionen war sehr schlecht. Kroatien hat gut gespielt und wenig Fehler gemacht. Bei uns war die Quote zwar besser aber über 60 Minuten hat die Sicherheit in allen Mannschaftsteilen gefehlt, um dieses Spiel zu gewinnen.

Ihre Mannschaft geht als Außenseiter in die Begegnung gegen Dänemark. Wie läuft die Vorbereitung?

Marielle Bohm:
Ich denke, dass das gestrige Spiele gegen Frankreich wichtig war, damit einzelne Spielerinnen Selbstvertrauen gewinnen konnten. Julia Maidhof, Mia Zschocke oder auch Lena Degenhardt haben ein gutes Spiel gemacht. Wir haben gestern das Spiel der Däninnen gegen die Niederlande, welches Dänemark knapp gewann, zusammen geschaut. Wir dürfen uns über die 60 Minuten keine Ausfälle erlauben, wenn wir eine Chance haben wollen. Durch die späte Anwurfzeit haben wir jetzt zwei lange Tage zur Vorbereitung. Auch unser Training heute findet erst um 20.30 Uhr statt.

Wie sehen Sie das Niveau bei dieser Weltmeisterschaft im Vergleich zu 2016 als ihr Team dem vierten Platz belegte?

Marielle Bohm:
Ich denke, dass die Spitze breiter geworden ist. In Moskau fielen wir von den vier Teams im Halbfinale schon etwas ab im Niveau. Hier in Ungarn sehe ich mehrere Mannschaften auf Augenhöhe. Die dänische Mannschaft als Titelverteidiger sehe ich beispielsweise nicht so weit weg wie noch vor zwei Jahren.

Der Großteil der Spielerinnen spielt für Vereine in der ersten Bundesliga, erhält dort aber oft noch keine umfangreichen Spielanteile. Macht sich diese fehlende Wettkampfpraxis bei diesem Turnier bemerkbar?

Marielle Bohm:
Sicherlich fehlt dadurch in entscheidenden Spielen auch die Erfahrung. Ich kann nur an hoffen, dass in den Vereinen verstärkt auf die Talente aus den eigenen Reihen gesetzt wird.