13.06.2018 17:02 Uhr - Europameisterschaft - chs

"So sieht das in Europa aktuell aus": Die Stimmen zur EM-Auslosung

Jan Basny freut sich auf den Spielort BrestJan Basny freut sich auf den Spielort Brest
Quelle: Michael Schmidt
"Das ist eine richtig heftige Gruppe, wir haben aus jedem Topf den schwersten Gegner bekommen", hatte Bundestrainer Henk Groener die Vorrundengruppe D bei der kommenden Europameisterschaft kommentiert, wo das DHB-Team auf in Brest auf Titelverteidiger und Vizeweltmeister Norwegen sowie auf Rumänien und Tschechien trifft.

"In dieser Gruppe wird es nicht einfach, unser erstes Ziel, das Ticket zur Hauptrunde, zu erreichen", kommentierte der Niederländer, während der norwegische Nationalcoach Thorir Hergeirsson bilanzierte: "Rumänien haben wir in der letzten Zeit öfters getroffen und vor Deutschland und Tschechien sind wir gewarnt. Es ist ernsthafte Gegener, wir müssen über unsere Entwicklung bis zum Dezember nachdenken."

"Bei einer EM hast du nie einfache Gegner, da sind nur starke Teams dabei, auch wenn ich denke, dass unsere Gruppe die schwerste ist", so Groener, dem stellt Tschechiens Coach Jan Basny entgegen: "Vielleicht waren leichtere Gegner im Spiel, aber das interessiert jetzt nicht mehr. Wir müssen einfach einen rauswerfen, um dann gegen die Teams der Gruppe C zu spielen. Norwegen ist klarer Favorit, da haben wir keine gute Erfahrung mit, aber das hat niemand. Wir haben gute Erinnerungen an Rumänien, also warum nicht. Und das deutsche Team befindet sich im Neuaufbau, auch hier muss ich sagen - warum nicht."

Basny war bis zum Ende dieser Saison auch noch Vereinstrainer von Isabell Klein bei Nantes Loire Atlatique und kennt den Spielort Brest schon aus der LFH. "Brest ist eine großartige Handballstadt. Das sind hervorragende Organisatoren, eine perfekte Halle, die sicher auch voll sein wird bei den nicht-französischen Mannschaften, das ist großartig", freut sich der Tscheche bereits.

Basny hat aber auch die weite Anreise im Blick, schließlich ist der Ort ganz im Westen der Republik. "Es mag ein Nachteil für die tschechischen Fans sein, die lieber nach Nantes oder Montbeliard gereist wären. Es ist echt weit bis Brest, aber ich glaube dennoch daran, dass einige da sein werden. Und ich kann das echt nur empfehlen, denn es ist ein schönes Eckchen in Frankreich und handballerisch wird es der beste der vier Vorrundenorte sein", so Basny.

Für den Spielort Nantes war Dänemark bereits gesetzt. Nationaltrainer Klavs Bruun Jørgensen war mit der Auslosung nicht unzufrieden. "Das ist in Ordnung für eine Vorrundengruppe. Serbien, Schweden und Polen sind hervorragende Teams und sie kommen alle mit einer enormen Physis. Die Hauptrunde erinnert mich ein wenig an die EM in Schweden vor zwei Jahren, wo wir dann auf Norwegen, Russland und Rumänien trafen. Es wird schwierig, aber es gibt keine Zweifel, dass wir auch das schaffen können", so der frühere Bundesligaspieler.

"Es sind vier gleichstarke Teams. Man kann schwer sagen, dass ein Team Favorit ist oder ein Team am Ende Letzter wird", so Schwedens Nationaltrainer Henrik Signell. "Es ist eine ausgeglichene Gruppe und so sieht das in Europa aktuell aus. Ich bekomme das gleiche Gefühl, wenn ich auf die anderen Gruppen schaue, obwohl dort einige Teams herausstechen." Als Außenseiter sieht sich hingegen Polen. "Da wir aus dem vierten Lostopf kamen, wussten wir, dass wir keine einfachen Gegner bekommen werden. Das haben die Experten schon im Vorfeld richtig eingeschätzt", meinte Polens Nationaltrainer Leszek Krowicki. "Wir haben eine starke Gruppe, aber wir werden versuchen Punkte zu holen und die Hauptrunde zu erreichen."

Auch Frankreichs Trainer Olivier Krumbholz ist in Vorfreude auf die Heim-EM, die für die Equipe Tricolore in Nanxy beginnen würde. "Ich bin sehr glücklich mit der Auslosung. So oder so, es gibt keine kleinen Mannschaften und wir haben eine Geschichte mit jedem unserer Gegner. Montenegro hat uns im Viertelfinale der Olympischen Spiele 2012 geschlagen, Russland hat uns im Olympiafinale vier Jahre später dominiert. Wir haben bei der letzten Weltmeisterschaft auch gegen Slowenien verloren. Es gibt kein leichtes Spiel, es wird sehr umkämpft", so Krumbholz und ergänzt: "Es ist schön zu Hause zu spielen. Es gibt viel Druck, aber wir versuchen die Vorfreude zu nutzen um mit dem Druck umzugehen. Wir haben die Reife, um das zu schaffen."

Auch die Niederlande waren im Vorfeld für den Spielort Montbeliard gesetzt und hatten zudem im Vorfeld schon ein Duell mit dem Qualifikationsgegner Ungarn sicher. "Ich war nicht froh, dass wir in einer Gruppe mit den Niederländerinnen sind, denn wir haben gute Spiele in der Qualifikation gehabt und im Direktvergleich gewonnen. Sie ist aber die besseren als Vizeeuropameister und WM-Dritter.

Das Teilnehmerfeld in der Gruppe C, aus der die möglichen deutschen Hauptrundengegner kommen, komplettieren Spanien und Kroatien. Das spanische Team hat viele gute Spielerinnen und ist extrem schnell. Wir müssen das richtige Spiel finden, ich sehe die Chancen 50:50", so Rasmussen, der mit Blick auf den letzten Gegner Kroatien erklärt: "Wir respektieren die Kroatinnen, aber wenn einige unserer derzeit verletzten Spielerinnen wieder dabei sind, dann haben wir eine Chance gegen sie."

"Die Auslosung ist für uns in Ordnung. Es gibt keine schwachen Teams. Bei einer WM weiß man, dass man immer zwei, drei schwächere Mannschaften trifft. Wenn man nicht gut spielt, dann kann man Kamerun trotzdem schlagen. Hier muss man jeden Spiel gut spielen, um zu gewinnen", betont Helle Thomsen, Bondscoach der Niederlande und Spaniens Trainer Carlos Viver meint: "Es ist kompliziert und wird und zwingen hart zu arbeiten. Ich kann nicht sagen in welcher Gruppe wir lieber gewesen wären, sie wären alle schwer für uns."

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