13.06.2018 18:39 Uhr - 2. Bundesliga - PM TSG

"Bälle zu erobern mitentscheidend" - Ein Blick in die Statistik der Kurpfalz Bären der TSG Ketsch

Das Team der Kurpfalz Bären der TSG Ketsch in der Saison 2017/18Das Team der Kurpfalz Bären der TSG Ketsch in der Saison 2017/18
Quelle: TSG
Statistische Auswertungen machen nur Sinn, wenn auf Zahlen Taten folgen. Die Kurpfalz Bären haben ein Instrument entwickelt, das exakt auf ihr Tempospiel zugeschnitten ist und den Trainern wertvolle Hinweise für die Trainingssteuerung und Taktikplanung gibt. Dazu Dr. Robert Becker: "Naturgemäß stehen die Torschützen im Vordergrund der Aufmerksamkeit. Für unser Spiel ist es aber mitentscheidend, wie die Fähigkeiten der Spielerinnen ausgeprägt sind, in der Abwehr Bälle zu erobern und bei hoher Geschwindigkeit verwertbare Pässe zu spielen." Der Verein gibt ein kleinen Einblick in das "Bären-Zahlenwerk".

Bei den Balleroberungen zeichneten sich bei den Kurpfalz Bären insbesondere Rebecca Engelhardt (32 Balleroberungen, Sina Michels (24) und Samira Brand (23) aus. Bei den Assists (finale Pässe) ragten Samira Brand (149) und Carmen Moser (133) hervor. Nur durch Strafwürfe konnten Samira Brand (18mal), Lena Feiniler (17) und Rebecca Engelhardt (15) gebremst werden.

Saskia Fackel und Carmen Moser katapultierten sich mit 168 (bei 69 7m-Toren) und 160 (12) unter die ersten zehn Torschützinnen der Liga. Die Statistik bescheinigt aber, dass die Torausbeute sehr breit im Team gestreut war: Mit Rebecca Engelhardt (88), Sophia Sommerrock (81), Lena Feiniler (64), Samira Brand (52) und Sina Michels (50) übertrafen insgesamt 7 Spielerinnen die 50-Tore-Marke.

Auch in der Statistik zeigt sich die herausragende Leistung von Sabine Stockhorst im Tor, die pro Spiel weit mehr als 10 Würfe abwehren konnte. Sie wurde sogar, was für Torhüterinnen eher selten ist, zur zweitbesten Spielerinnen der zweiten Bundesliga gewählt.

Mehr als 80 Prozent aller Angriffe wurden aus einem fließenden Kombinationsspiel heraus abgeschlossen, was für die Qualität des Bären-Tempohandballs spricht. Insgesamt führte jeder zweite Angriff zu einem Tor. In besonders starken Spielen erreichte die Quote sogar mehr als 65 Prozent.

Im Schnitt fanden 16 Würfe nicht den Weg ins Tor, darunter ungefähr 7 vom ersten Wurfkreis. Technische Fehler lagen bei etwa 11 pro Spiel, ein Wert, der für das Team und die Trainer etwas ärgerlich ist. Eine weitere für die Bären wichtige Kennzahl ist die Anzahl der Treffer, die über Gegenstöße (einschließlich "Schnelle Mitte") erzielt werden. Hier liegt die Quote fast bei 40 Prozent, was ein überragender Wert im Sinne der Spielphilosophie der Bären ist.

Eine interessante Notiz am Rande: Wer die Bärenspiele gesehen hat, dem ist sicherlich Rebecca Engelhardt besonders aufgefallen. Denn als Abwehrspitze erledigte sie ein unglaubliches Pensum und störte das Aufbauspiel der Gegner mit großem körperlichen Einsatz und cleverem "Eingreifen". Umso erstaunlicher, dass sie in der sogenannten "Sünderliste" der Liga erst an 15. Stelle auftaucht, mit gerade 15 Hinausstellungen in 28 Spielen. Auf sie trifft damit vollständig der Titel der Fernsehsendung "hart aber fair" zu ?

"Die zahlenmäßige Entwicklung bei den Kurpfalz Bären verläuft in vielerlei Hinsicht sehr positiv. Das gilt für die Anzahl und Leistungen von Sponsoren und Unterstützern. Das gilt auch für das Interesse der Öffentlichkeit und die Zuschauerzahl bei Heimspielen, in der die Fans immer für eine prächtige Atmosphäre sorgten", blickt der Verein auch auf die Zahlen abseits des Parketts. Mit im Schnitt 500 Zuschauern liegen die Bären - wie in der Abschlusstabelle - auf dem dritten Rang, knapp hinter Kirchhof. Diese Liste wird angeführt von dem Aufsteiger Halle/Neustadt, der im Schnitt noch 100 Zuschauer mehr anlocken konnte.

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